Malibu Van Charming GT Skyview 640 LE im Test
Mach es noch mal, Malibu!

Unter den komfortablen Kastenwagen auf Fiat-Basis bietet Malibu eine riesige Auswahl. Wir begrüßen einen mit klassischem Zwei-Personen-Grundriss in unserem Dauertestfuhrpark.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Der 10. Dezember 2020 war ein denkwürdiger Tag. Irgendwo auf einer Autobahn im Süden Deutschlands knackte um 17.37 Uhr der erste Dauertestwagen von AUTO BILD REISEMOBIL die magische 100.000-Kilometer-Marke.
Ein Malibu Van Charming 640 LE war das, erstmals zugelassen im Mai 2018, befeuert vom 150 PS starken 2,3-Liter-MultiJet-II-Diesel, lackiert in knalligem "New Batic Orange". Kurz darauf ging er zu einem ausführlichen Check bei der DEKRA, dann zurück in seine Heimat Aulendorf (die ganze Geschichte lesen Sie in der AUTO BILD REISEMOBIL 5/2021).

Mit einem Handgriff lässt sich die Sitzfläche aufklappen – ohne Abnehmen des Polsters. Ambientelicht und sorgsam verteilte Spots sorgen für stimmungsvolle Ausleuchtung.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Und jetzt, fast zwei Jahre später? Startet sein Nachfolger in den harten Dauertesteinsatz bei uns! Große Fußstapfen sind es, die er zu füllen hat. Immerhin: Zwei ordentliche Pluspunkte bringt er gleich zu Beginn ins Spiel.
Zum einen ist da sein komplett überarbeiteter Ausbau, der Zugewinne beim Wohnkomfort verspricht. Und zum anderen sein Basisfahrzeug. Der neue Fiat Ducato will endlich den Rückstand zur Konkurrenz aufgeholt haben, in Fahrassistenz, Bedienkomfort und Umweltschutz punkten. Bei Letzterem helfen ihm neue Motoren mit nun 2,2 Liter Hubraum und AdBlue-Abgasreinigung.

Zwei Dachhauben sorgen für ein luftiges Raumgefühl.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Das ist der Malibu Van
Ein Kastenwagen wie aus dem Bilderbuch. Seine drehbaren Vordersitze bilden zusammen mit Tisch und Rückbank eine Sitzgruppe, dahinter folgen Bad und zwei Längsbetten, an der Schiebetür steht der Küchenblock.
Mit 6,40 Meter Länge gehört er zu den größten Malibu Vans, die es in sage und schreibe 28 verschiedenen Versionen gibt – vom 5,40 Meter kurzen Querschläfer über den 6-Meter-Längsbetten-Kompakten bis zum 6,40 Meter langen Aufstelldach-Vierschläfer.

Eine große Schublade mit Abfalleimer ergänzt den Stauraum in der Truhe.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Um bei solcher Auswahl nicht die Orientierung zu verlieren, gilt folgende Grundregel: Die Modelle mit einem "K" in der Bezeichnung nutzen Kompressorkühlschränke, die in einem halbhohen Schrank rechts neben dem Küchenblock eingebaut sind.
Einzige Ausnahme ist hier der "first class two rooms", bei dem der Kompressorkühlschrank an der Stirnseite des Küchenblocks sitzt und so auch von außen zugänglich ist. Dadurch ergibt sich bei ihnen eine größere Arbeitsfläche und eine offene Blickachse durchs Fahrzeug.
FAHRZEUGDATEN | Malibu Van Charming GT Skyview 640 LE |
|---|---|
Motorisierung | MultiJet 3 160 |
Motor/Bauart/Zylinder/ Einbaulage | Diesel/in Reihe/vier/vorn quer |
Hubraum | 2184 cm3 |
kW (PS) bei U/min | 118 (160) bei 3500 |
Nm bei U/min | 380 bei 1500 |
Höchstgeschwindigkeit | 152 km/h |
Getriebe | Sechsgang manuell |
Antrieb | Vorderradantrieb |
Bremsen vorn/hinten | Scheiben/Scheiben |
Testwagenbereifung | 225/75 R 16 CP |
Reifentyp | Michelin Agilis Camping |
Tankinhalt/Kraftstoffsorte | 90 l/Diesel + 19 l AdBlue |
Anhängelast gebremst/ ungebremst | 2500/750 kg |
Länge/Breite/Höhe | 6358/2050/2590 mm |
Radstand | 4035 mm |
AUFBAU | |
Außenmaterial Wand/Dach/Boden | je Stahlblech |
Isoliermaterial Wand/Dach/Boden | RTM+PU/RTM+PU/RTM |
Wandstärke Wand/Dach/Boden | 20/20/20 mm |
Fenster | 4 |
Dachhauben | 8 |
Herd | Gas, 2 Flammen |
Kühlschrank/Eisfach | AES, 80/5 l |
Modell Toilette | Thetford C 260 |
Sitzplätze/mit Dreipunkt-gurten | 4/4 |
Heizung | Truma Combi 4 |
Steckdosen 12 V/230 V/USB | 1/4/3 |
Leuchten | 22 + Ambientelicht |
Aufbaubatterie | Gel, 12 V/80 Ah |
Frischwassertank | 100 l |
Abwassertank | 92 l |
Gasvorrat | 2x 11 kg |
Grundpreis (mit Basismotor) | 62.370 Euro |
Testwagenpreis | 80.165 Euro |
Alle anderen Modelle nutzen Absorberkühlschränke, die je nach Fahrzeuglänge im Küchenblock oder einem Hochschrank hinter diesem eingebaut sind. (Wohnmobil-Test: Im Malibu Van diversity geht es hoch hinaus)
Auch beim Bad gibt es eine grundsätzliche Unterscheidung: Bei den Modellen mit einem "RB" in der Bezeichnung lässt sich die Badezimmertür wie ein Raumteiler in Richtung der Sitzgruppe schließen, wodurch der hintere Teil des Fahrzeugs separiert werden kann und dort ein Ankleidebereich entsteht.

Im Malibu findet man feste Matratzen auf Lattenrosten für erholsamen Schlaf und eine Stauraum-Stufe für den bequemen Zustieg.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Bei allen anderen Modellen schließt eine zweigeteilte, platzsparende Schiebetür das Bad. Zu diesen gehört unser Testwagen – ohne "K".
Das hat der Malibu Van
Sehr durchdachte neue Detaillösungen. So ist beispielsweise die Sitzfläche der Bank mit einem Handgriff aufklappbar, um den Stauraum (mit Schublade) darunter zu erreichen.
Im Bad wird zum Duschen nun ein Rollo statt der Klappwände vorgezogen. Der Vorratsschrank ist mit drei zusätzlichen Schubladen versehen, um besser Ordnung halten zu können.
Im Heckstauraum sorgt ein neuer herausnehmbarer Zwischenboden für sinnvolle Unterteilung.
So fährt der Malibu Van
Astrein! Die Modellpflege des Ducato ist ein echter Gewinn. Mit der neuen elektrischen Servolenkung hält beispielsweise serienmäßig der Seitenwindassistent Einzug, ein Abstandsregeltempomat ist nun optional, und auch das neue große Multimediasystem lässt sich prima bedienen und ablesen.

Maximaler Stauraum durch Entnahme von Trittstufe und Zwischenboden sowie Aufstellen der Einzelbetten.
Bild: Sven Krieger / AUTO BILD
Zudem ist ein Digitalcockpit verfügbar, in das auch Navihinweise eingeblendet werden können.
Bei alldem bleibt der Ducato ein sicherer Begleiter mit fix reagierendem ESP, starken Bremsen und guter Übersicht. Einzig die straffe Vorderachse neigt bei Bodenwellen zum Stuckern.
Fazit
Ein vielversprechender Auftakt! Die bei Malibu haben es geschafft, ihrem erfolgreichen Van an vielen Stellen noch mehr Bedienfreundlichkeit, Stauraum und Komfort beizubringen. Dazu kommen neue Modellvarianten – und das altbewährte Basisfahrzeug, das aber mit neuen Features auf bisher ungekanntem Niveau unterwegs ist. Wir sind sehr gespannt, wie sich der Komfort-Kasten diesmal schlägt.
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