BMW-Tuner Manhart feierte kürzlich 30-jährigen Geburtstag. Vor allem mit seinen Technik-Swaps, bei denen er Motoren und Getriebe aus großen M-Modellen wie M5 oder X6 M in kleinere Modelle verpflanzt, machte er sich einen Namen. Jetzt hat sich Manhart einen Mini John Cooper Works vorgenommen.

Beim Einlenkverhalten wird spürbar nachgeschärft

Manhart Mini F300 John Cooper Works
Das neue Fahrwerk kommt mit der Mehrleistung zurecht, die Räder schleifen aber an der Karosserie.
Bild: Ronald Sassen / AUTO BILD
• Längsdynamik Nach der Kraftkur, die aus einer Modifikation der Motorsoftware via Zusatzsteuergerät resultiert, steigt die Leistung um 69 auf 300 PS, das Drehmoment erstarkt von 320 auf 462 Nm. Zwar verbessert sich der Sprint auf 200 km/h dadurch um beachtliche 2,6 Sekunden, und auch die Ela-Werte sinken. Beim Sprint auf 100 km/h sind die Ergebnisse jedoch ernüchternd: Zwar unterboten wir die vom Tuner angegebenen 6,3 Sekunden um ein Zehntel, doch auch 6,2 Sekunden sind kein Gewinn gegenüber den 6,3 Sekunden, die ein Werks-Works braucht. Dafür soll der F300 280 km/h Spitze rennen. • Querdynamik Der höheren Vmax wird das in Zug und Druck einstellbare KW-V3-Fahrwerk zwar gerecht, das Einlenkverhalten wird spürbar sportlicher. Doch in schnellen Kurven am Radhaus schleifende Räder wie bei unserem Testwagen, der nicht für Sachsenring-Runden vorgesehen war, lassen auf eine suboptimale Einstellung schließen. • Emotion Mit geöffnetem Klappenauspuff tobt der F300 auf überaus hohem Geräuschniveau, doch selbst bei leiser Stellung kann man den Remus-Auspuff auch innen als sehr laut und wenig geeignet für längere Strecken empfinden. • Alltag Weder Leistungssteigerung noch Auspuffanlage sind bislang eingetragen. • Preis/Leistung Die Kosten für 69 Mehr-PS sind hoch; Fahrwerk, Radsatz und Klappenauspuff entsprechen dagegen den marktüblichen Preisen.

Fazit

Schade, dass der Manhart F300 durch die Mehr-Leistung mit starken Traktionsproblemen kämpft, denn gerade beim Durchzug bedeuten die 69 zusätzlichen Pferdchen auch einen großen Lustgewinn. Der Sound des F300 ist krass, doch das hohe Geräuschniveau kann auf längeren Strecken nerven.