MapQuest: Navigations-App mit neuer Funktion
Hilft diese Navi-App nun Kriminellen?

MapQuest führt in seiner Navi-Software eine neue Funktion für Datenschutz-Fans ein. Das Feature könnte aber auch von Kriminellen missbraucht werden!
Bild: MapQuest
Wer auf seiner Autofahrt partout nicht von Kameras erfasst werden möchte, könnte in den USA künftig ausgerechnet bei einem Navi-Urgestein landen. MapQuest zeigt seinen Nutzern jetzt bekannte Standorte von Überwachungskameras und automatischen Kennzeichenlesern auf der Karte an. Klingt ein bisschen nach Navi-App für Ganoven, hat aber einen ernsten Hintergrund.
Denn die Kameras sind in den USA umstritten. Besonders im Mittelpunkt steht Flock Safety. Inzwischen sollen mehr als 100.000 Kameras des Unternehmens in den USA installiert worden sein. Sie erfassen Kennzeichen und sollen Strafverfolgungsbehörden unter anderem dabei helfen, Verbrechen aufzuklären oder vermisste Personen zu finden.
MapQuest kennt nicht nur Flock-Kameras
Mit seiner neuen Funktion macht MapQuest deren Standorte nun für Autofahrer sichtbar. Über eine neue Überwachungsebene auf der Karte werden allerdings nicht nur Geräte von Flock Safety angezeigt. Die App berücksichtigt auch Kennzeichenerfassung und Überwachungskameras zahlreicher weiterer Anbieter, darunter Motorola Solutions, Genetec, Axis Communications, Axon und Rekor.
Die Daten stammen laut dem Bericht aus der Community. Nutzer können Standorte von entdeckten Geräten hinzufügen und so andere Fahrer darauf aufmerksam machen. Wer also schon immer wissen wollte, wo die Straße zurückguckt, bekommt dafür nun eine Karte.
Datenschutz oder Fluchthelfer?
Dass so eine Funktion auch für Menschen interessant sein könnte, die aus weniger ehrenhaften Gründen ungern ihr Kennzeichen vor eine Kamera halten, liegt auf der Hand. Gedacht ist die Funktion allerdings vor dem Hintergrund einer wachsenden Datenschutzdebatte in den USA.
Denn die Kennzeichenleser sorgen dort immer wieder für Kritik. Das Magazin "Carscoops" verweist auf Fehlidentifikationen durch die Systeme sowie auf Fälle, in denen Polizeibeamte die Technik missbräuchlich zur Verfolgung von Menschen eingesetzt haben. In verschiedenen Regionen wurden Kameras inzwischen abgeschaltet bzw. entfernt.
Ausgerechnet MapQuest macht es anders als Google
Besonders kurios ist, wer mit der Funktion um die Ecke kommt. MapQuest startete bereits 1996 und war mal einer der großen Namen der Online-Routenplanung, bevor Dienste wie Google Maps und Waze den Markt dominierten.
Jetzt hat der Oldie den beiden Platzhirschen zumindest diese Funktion voraus – laut "Carscoops" warnen Google Maps und Waze nicht vor den entsprechenden Überwachungskameras.
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