Maserati arbeitet am Comeback der Handschaltung
Bringt Maserati die Handschaltung zurück?

Bei Maserati läuft es aktuell nicht gerade rosig. Damit sich das ändert, will die Traditionsmarke künftig wieder Autos mit klassischer Handschaltung anbieten!
Bild: Christoph Boerries / AUTO BILD
Klick, klick, klick – wer schon mal das Vergnügen hatte, einen Sportwagen mit offener Schaltkulisse zu fahren, der weiß: Das Gefühl, den Schalthebel durch die Gassen zu bewegen, ist durch nichts zu ersetzen. Das Problem: Kaum ein Hersteller bietet überhaupt noch eine Handschaltung an!
Ferrari und Lamborghini haben die manuelle Schaltung bereits vor Jahren aus dem Programm gestrichen, viele andere Hersteller haben es ihnen gleichgetan. In Zeiten der trägen Wandlerautomatik war die Handschaltung die einzige Option für echte Sportwagen, doch diese Ära ist längst vorbei. Blitzschnelle Doppelkupplungen und sequenzielle Getriebe haben die klassische Handschaltung nahezu ausgelöscht. Was die großen OEMs angeht, halten einzig Porsche und BMW an der manuellen Schaltung fest. Die Frage ist, wie lange noch?
Ist es also ausgerechnet die italienische Traditionsmarke Maserati (die spätestens seit der Übernahme durch Stellantis und der Diversifizierung der Modellpalette mit schwächelnden Absatzzahlen zu kämpfen hat), die der klassischen Handschaltung ein Comeback beschert? Laut den britischen Kollegen von "Autocar" wollen die Italiener nicht nur ihr Portfolio umkrempeln, sondern auch die manuelle Schaltung zurückbringen.
Bei den Hypercars ist die Renaissance in vollem Gange
Im Segment der Hypercars ist diese Renaissance bereits in vollem Gange: Pagani liefert den Utopia auf Wunsch mit einer Siebengang-Handschaltung – eine Kombination, für die sich bislang rund 70 Prozent der Kunden entschieden haben. Auch Koenigsegg bietet mit dem ESS-Getriebe zumindest die Möglichkeit, die Gänge über eine offene Schaltkulisse zu wechseln, auch wenn es sich dabei nicht um eine Handschaltung im herkömmlichen Sinn handelt.
Bei Maserati sind die Pläne jedenfalls schon konkret, wie Marketing-Chef Cristiano Fiori gegenüber "Autocar" bestätigt hat: "Die Antwort ist 'ja' – ich glaube, dass wir eine manuelle Schaltung für die Bottega-Produktlinie anbieten sollten." 50 Prozent der Bottega-Kunden verlangten eine Handschaltung und einen Verbrenner, so Fiori. "Man kann sagen, dass sie auf der Suche nach dem Retro-Gefühl sind."

Bis heute ist der 632 PS starke und nur 50 Mal gebaute MC12 das Aushängeschild von Maserati.
Bild: Maserati
Bereits in der Vergangenheit haben die Italiener durchblicken lassen, dass ein neues Topmodell in Arbeit ist. Womöglich handelt es sich um eine Kooperation mit Alfa Romeo – und es wird spekuliert, dass das neue Herocar auf den Nettuno-V6 setzt, der aktuell bis zu 640 PS im GT2 Stradale leistet. Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass das kommende Modell in puncto Leistung sogar den legendären MC12, der zwischen 2004 und 2005 nur 50 Mal gebaut wurde, übertrumpfen soll.
Die Konkurrenz schläft nicht
Ob die Handschaltung in diesem noch nicht bestätigten Modell ihr Comeback feiern wird, bleibt abzuwarten. Gerüchtehalber wird einige Kilometer entfernt in Maranello, aber auch in Sant'Agata Bolognese, ebenfalls intensiv über die Rückkehr des manuellen Getriebes nachgedacht. Das Rennen läuft – klick, klick.
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