Maserati Quattroporte S Q4: Fahrbericht
Sparen mit Stil

Maserati muss den Verbrauch senken und verpasst dem Quattroporte deshalb einen Sechszylinder. Durch die "Diät" sinkt auch der Preis deutlich.
Effizienz und Erreichbarkeit – das waren Stichworte, die man bei Maserati bislang selten in den Mund genommen hat. Denn kleine Verkaufszahlen standen für die Exklusivität der Luxusmodelle aus Modena und was die V8-Motoren verbrauchten, war den wenigen Kunden herzlich egal. Doch jetzt weht ein anderer Wind durchs Oberhaus: Auch ein Luxushersteller in der Nobelnische muss sich an die CO2-Vorgaben halten. Daher gibt es jetzt zum ersten Mal seit rund zwei Jahrzehnten wieder einen Maserati mit V6-Motor. Ab Juni 2013 treibt er den Quattroporte S an, der auch als erster italienischer Luxusliner mit Allradantrieb ausgestattet ist. Der Preis für den Sportler im Smoking sinkt – im Vergleich zum V8 – mal eben um fast 40.000 Euro auf 107.695 Euro. Und der Verbrauch geht um gut anderthalb Liter auf 10,5 Liter zurück.
Auto Shanghai: Der Einstiegs-Quattroporte für China

Das Interieur kombiniert italienischen Schick mit klarem Design und edlen Materialien.
Bild: Werk
Das Dickschiff kann auch Kurven
Spätestens seit dem Generationswechsel, bei dem sich der edle Italiener mal eben um 20 Zentimeter gestreckt hat, sind schnelle Straßen mit wenig Verkehr und langgezogenen Kurven zwar das perfekte Terrain für die potente Langstreckenlimousine. Doch es ist imposant, wie wacker sich das Dickschiff auch in engem Geläuf schlägt. Erst recht, wenn jetzt eine Trennkupplung die Kraft zwischen den Achsen verteilt: Bei trockener Fahrbahn auf der Geraden ein ganz normaler Hecktriebler, schaufelt sie bei mangelndem Grip oder in schnellen Kehren binnen 150 Millisekunden bis zu 50 Prozent der Kraft nach vorn und spendiert dem ESP so noch längere Ruhezeiten. Zwar sind die Italiener davon überzeugt, dass die Kombination aus V6 und Allradantrieb wohl für die meisten Europäer die erste Wahl ist. Doch weil ihnen Effizienz und Erreichbarkeit plötzlich so wichtig sind, legen sie im nächsten Jahr sogar noch einmal nach. Dann gibt's den V6 auch als Hecktriebler – mit noch einmal rund 3000 Euro weniger auf der Rechnung und vier Gramm weniger in der CO2-Bilanz.
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