Mazda MX-5 Open Race
Tim Mälzer mit Vollgas

Pech gehabt, Schumi: Der Saisonauftakt fand ohne dich statt. 150 Piloten aus ganz Europa gingen in Italien beim ersten Mazda MX-5 Open Race an den Start. Fürs AUTO BILD-Team hinterm Steuer: Leserin Anita Allmann und Starkoch Tim Mälzer.
- Tomas Hirschberger
Tim war der Schnellste. Direkte Augenzeugen dafür gab es zwar keine, doch Dellen lügen nicht. Schon nach rekordverdächtigen zwei Minuten beendete Tim Mälzer, Meister aller Töpfe, per heftigem Leitplanken-Knutscher das freie Training. Feierabend, Küche geschlossen. Mit zerknittertem Blick und deutlich kalt verformtem Roadster rollte er kleinlaut zurück an die Box. Es handele sich hier "um eine Verkettung unglücklicher Umstände", lächelte der sympathische Hamburger mit seinem typischen Lausbubgrinsen den spontanen Abbiegevorgang einfach weg. "Ich bin eben eher Theoretiker", entschuldigte sich Deutschlands schnellster Koch bei seinen Teamkameraden. Dumm gelaufen. Hätte aber auch jedem anderen passieren können. Denn bei Dauerregen hatte der Adria International Race Way bei Padua längst das Gripniveau einer alten Bananenschale.
Alle News und Tests zum Mazda MX-5
Mälzers Malheur bedeutete fürs fünfköpfige AUTO BILD-Team das vorzeitige Ende der Trainingssession, also kein Qualifying, letzter Startplatz fürs morgige Rennen – und zudem eine Nachtschicht für Mazdas fleißige Schrauber. Auch wenn das erste MX-5 Open Race im Zeichen von Fahrspaß stehen sollte, nahmen es die rund 150 Piloten aus ganz Europa doch erstaunlich ernst. 29 heißgemachte MX-5, jeder im Nationaltrikot der jeweiligen Länder lackiert, hatte Mazda nach Italien an den Start gebracht, um in einem vierstündigen Rennen den zwanzigsten Geburtstag des Kultroadsters zu würdigen. Journalisten, Promis, Leser und Profi-Rennfahrer gaben drei Tage lang Gas.
Spitzname "Ferkelpo": AUTO BILD unterwegs im MX-5 mit rosa Hinterteil

Bild: Werk
Selbst der Umstand, dass wir mit der Lackierung des SOS-Kinderdorfes fuhren, hinderte die anderen nicht daran, uns respektlos um die Ohren zu pfeifen. Unser MX-5 – wegen seines rosa Hinterns auf den Namen Ferkelpo getauft – trieb das gesamte Feld "gnadenlos vor sich her", so Mälzers Galgenhumor. Drei Fahrerwechsel später schien der letzte Platz zementiert. Dann kam Tim. Die Piste war jetzt fast trocken und Mälzer extrem motiviert. Sein Unternehmen "Wiedergutmachung" kannte nur einen Gegner: die Engländer, waren sie doch das einzige Team, das noch in Schlagweite fuhr. Und tatsächlich, nur wenige Meter vor der Ziellinie schnappte sich unser Ferkelpo den Stolz der Briten. Und da sage noch einer, der Mälzer koche auch nur mit Wasser.
Service-Links