Der Mazda MX-5 ist seit jeher einer der beliebtesten Roadster überhaupt – dennoch gilt für viele Fans: In Sachen Leistung ist noch Luft nach oben. Ein stärkerer Motor würde aus der Fahrspaß-Ikone ein noch spritzigeres Kurvenspielzeug machen.

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Genau dieser Gedanke beschäftigte offenbar auch Mazda selbst, wie aus einem Interview des niederländischen Mediums "AutoRAI" hervorgeht. Christian Schultze, Forschungs- und Betriebsleiter bei Mazda Motor Europe, verriet darin: Vor rund 20 Jahren entstand im Geheimen ein MX-5-Prototyp mit 2,5-Liter-V6 unter der Haube.

Ein geheimes Projekt

Dem aktuellen Interview zufolge schraubten damals mehrere Mazda-Ingenieure in ihrer Freizeit an einem experimentellen MX-5 – vermutlich auf Basis der NC-Generation – mit sechs Zylindern. Ohne offiziellen Auftrag, aus purer Begeisterung und Neugier auf die Idee eines noch bissigeren Zweisitzers.
Mazda MX-5
Der MX-5 der dritten Generation (NC) wurde zwischen 2005 und 2015 gebaut. Ab dem 2008er-Facelift wurde er noch drehfreudiger.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Der Motor könnte aus Mazdas K-Baureihe gestammt haben, jenem Triebwerkstyp, der unter anderem im 626 zum Einsatz kam. Für den kleinen Roadster hätte das deutlich mehr Drehmoment bedeutet – und ein Fahrerlebnis, das intern als "interessant" beschrieben wurde. Im positiven Sinne, versteht sich.

Mangelnde Kompatibilität

Doch so faszinierend die Idee war, so ernüchternd zeigte sich die Realität: Der V6 war schlicht zu hoch für die flache Motorhaube des MX-5. Um ihn unterzubringen, hätte Mazda die Haube anheben müssen – ein wohl kaum zu kaschierender Eingriff in die schlanke Linienführung des Roadsters. Man könnte auch sagen: ein optischer Totalschaden.
Noch schwerer wog der technische Nachteil des größeren Motors. Das Mehrgewicht an der Vorderachse hätte die perfekte Balance des MX-5 gefährdet. Der leichte, agile Charakter des Modells wäre dahin gewesen. Ein frontlastiger MX-5? Für Mazda ein absolutes No-Go.
Mazda MX-5
Ende 2023 spendierte Mazda der aktuellen MX-5-Generation ein Facelift, das 132 PS leistet.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Am Ende blieb der V6-MX-5 ein Einzelstück. Zu teuer, zu aufwendig, optisch fragwürdig – und zu weit entfernt vom puristischen Fahrspaß, für den die Baureihe steht. Dennoch zeigt die Geschichte, wie nah Mazda einst daran war, dem MX-5 jenen Leistungsschub zu verpassen, den sich viele Fans bis heute wünschen. Und wer weiß: Vielleicht überrascht uns die nächste MX-5-Generation mit einer cleveren Lösung.