Mazda2 Hybrid: Fahrbericht
Umgelabeltes Doppelherz: Im neuen Mazda2 Hybrid steckt ein Yaris-Motor
Bild: Mazda Motor
Nun brauchte Mazda aber einen Hybrid-Kleinwagen zwecks Flottenverbrauchssenkung – und flaggte kurzerhand den Toyota Yaris Hybrid um. Letzterer wirkte wie ein Fremdkörper im Modellprogramm. Mancher Kunde fragte sich, was ein Toyota im Schauraum eines Mazda-Händlers verloren hat.
Wenige Neuerungen bis aufs Familiengesicht
Nun trägt er erstmals das Mazda-Familiengesicht. Neben der Nasenkorrektur sind die Neuerungen überschaubar: Verkehrszeichenerkennung ist jetzt Serie, Adaptiv-Tempomat, in der Topausstattung sogar mit Verkehrszeichenübernahme (die aber nach einem bestätigenden Tastendruck verlangt).

Der Mazda2 Hybrid trägt jetzt das Mazda-Familiengesicht. Technisch bleibt's bei der 1:1-Übernahme des Toyota Yaris Hybrid.
Bild: Mazda Motor
Dazu kommen Touchscreen mit 9,0 oder 10,5 Zoll, die EU-weit vorgeschriebene akustische Warnung bei Tempolimit-Überschreitung, hier mit angenehm dezentem Ton. Die zuvor halb analogen Instrumente weichen dem heute üblichen Digitalcockpit.
Im Mazda leistet der Antrieb 116 PS
Der Elektro-Teil des Hybridantriebs besteht wie gehabt aus einem E-Motor im Antriebsstrang und einem Startergenerator, es bleibt bei 116 PS Systemleistung. Die stärkere 130-PS-Version bleibt dem Yaris vorbehalten.

Turboloser Dreizylinder, aber schon ein Hightech-Aggregat mit Direkteinspritzung und variablen Ein- wie Auslass-Steuerzeiten.
Bild: Mazda Motor
Rein elektrisch kommt er nun etwas weiter, schafft so vielleicht drei Häuserblocks statt zwei. Hier geht es darum, das Anfahr-Phlegma des Benziners elektrisch zu überbrücken und so Sprit zu sparen.
Fahrzeugdaten
Modell | Mazda2 Hybrid |
|---|---|
Motor | Dreizylinder, Hybrid, v. quer |
Hubraum | 1490 cm³ |
Leistung | 85 kW (116 PS) |
max. Dehmoment | 120 Nm bei 3600–4800/min |
Antrieb | Front, CVT |
Länge/Breite/Höhe | 3940/1745-2020*/1505 mm |
Leergewicht | 1105 kg (DIN) |
Kofferraum | 286-935 l |
0–100 km/h | 9,7 s |
Vmax | 175 km/h |
Verbrauch | 4,2 l S/100 km |
Abgas CO2 | 97 g/km |
Preis | ab 24.990 Euro |
Die Sitze blieben klein; in der von uns gefahrenen Topversion Homura+ sitzt man aber kommod auf Sportsitzen mit Lordosenstützefür den Fahrer. Die knutschkugelige Form verengt hinten den Türausschnitt; Fond-Platzangebot und Laderaum (286–935 Liter) sind Kleinwagen-Standard.

Gut gemacht: Die Sitze sind zwar klein, taugen aber auch für längere Strecken, der Fahreindruck ist typisch für einen Kleinwagen.
Bild: Mazda Motor
Am Fahreindruck hat sich wenig geändert: ein unter vier Meter Länge messendes, 1,75 Meter schmales und 1100 kg leichtes Parklücken-Suchgerät mit Nickbewegungen wegen des kurzen Radstands. Die Lenkung ist etwas indirekt und eher für Komfort- als für Querdynamik-Suchende.
Die Geräuschkulisse überrascht
Erstaunlich ist die für Vollhybrid-Verhältnisse angenehme Geräuschkulisse. Man hört zwar immer noch, dass da vorne ein Dreizylinder knurrend arbeitet, aber das unvermittelt einsetzende Gejaule so vieler Vollhybride hat Toyota wegkonstruiert und -gedämmt. Die jahrzehntelange Beschäftigung mit Vollhybriden hat Toyota einen hörbaren Vorsprung verschafft.

Kein "Jaulomat" mehr: Das Hybridgetriebe von Toyota ist mittlerweile erstaunlich leise geworden. Da hört man die Erfahrung der Japaner.
Bild: Mazda Motor
Während andere das Toyota-Patent des Planetenradgetriebes, das Benzin- und Elektromotoren sinnreich zusammensteckt und wieder trennt, verzweifelt zu umschiffen versuchen und noch heute Vollhybride mit Prius-2-Gejaule präsentieren, hat Toyota alles akustisch Lästige weitgehend herauskonstruiert. Wer sich mit der Technik nie befasst hat und – etwa beim Verleiher – zufällig am Steuer eines Mazda2 Hybrid landet, dürfte ihn schlicht für einen Kleinwagen mit Automatik halten.
Hybrid-Preisliste startet bei 24.990 Euro
Neu geordnet hat Mazda die Ausstattungslinien: Die Preisliste startet mit dem Prime zu 24.990 Euro. Serie sind Heckkamera, Klimaautomatik, Abstandstempomat, Audioanlage sowie Kabellos-Anbindung von Android- und Apple-Telefonen. Wer heizbare Sitze und Schlüssellos-Zugang will, sollte zur Center-Line greifen (26.490 Euro). Höhenverstellbare Sitze, Totwinkelwarner, Parksensoren vorn/hinten und 16- statt 15-Zoll-Räder bietet die Exclusive-Line (28.290 Euro), der Mazda den Bestseller-Status zutraut.

Den neuen Mazda2 Hybrid gibt es in den vier Ausstattungen "Prime", "Center-Line", "Homura" und Homura+". Los geht's bei 24.990 Euro.
Bild: Mazda Motor
Darüber rangiert der Homura mit 17-Zoll-Rädern, Sportsitzen, Ladeschale und Privacy-Verglasung. Die Topausstattung heißt Homura+ und enthält Head-up-Display, 10,5-Zoll-Schirm, Werks-Navi, Spracherkennung, Glasdach. Preisschild: 32.890 Euro. Vorbei also die Zeiten, in denen man ein solches Auto für 21.000 Euro vor der Tür stehen hatte – das war der Startpreis vor drei Jahren.
Der härteste Gegner für dieses Modell dürfte der reguläre Mazda2 sein, den man noch immer unter 20.000 Euro bekommt. Selbst wenn ein Hybrid-Käufer zwei Liter Minderverbrauch auf 100 km schafft, amortisiert sich der Mehrpreis erst bei 130.000 bis 150.000 Kilometern. Auch wenn Kleinwagen mit Toyota-Hybridtechnik solche Laufleistungen erfahrungsgemäß schaffen, erklärt sich so, warum von den rund 8000 im Jahr 2023 bei uns verkauften 2ern 6000 auf den konventionell angetriebenen Mazda2 entfallen.
Diese Reise wurde unterstützt von Mazda. Unsere Standards zu Transparenz und journalistischer Unabhängigkeit finden Sie unter go2.as/unabhaengigkeit.
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