McLaren Senna: Rekordfahrt am Sachsenring

Im McLaren Senna findet der Manthey-Porsche seinen Meister

Der McLaren Senna ist der neue King am Sachsenring! Aber ganz so klar und einfach war es am Ende doch nicht. Ein Rekordbericht.
Wer kennt noch die Story von der Manthey-Rekordfahrt im Jahr 2019? Da stand nämlich im Fazit, dass ich bei einer 25er-Rundenzeit am Sachsenring eigentlich mit dem Schnellfahren aufhören wolle, dann aber meinen Arbeitsvertrag bis zur 24er-Runde verlängert hätte. In weiser Voraussicht, weil McLaren uns zum damaligen Zeitpunkt aus Kapazitätsgründen eher unwahrscheinlich einen Senna-Testwagen geben würde. Wie dem auch sei, die Vorfreude auf den Senna war groß und, na ja, leicht betrübt. Schließlich stand wieder einmal das mit dem "Helm an den Nagel" zur Debatte. Und wer die Zeiten des Senna in den Medien beobachtete, der weiß, dass die 24er-Rundenzeit am Sachsenring keine Träumerei ist. Fällt der Manthey-Rekord?

Im Senna treffen 800 PS auf 1354 Kilogramm Hypercar

McLaren Senna (2020): Hypercar - Rennstrecke - Test - Info

Schnelle Runde im McLaren Senna

Hier noch mal für alle die Eckdaten des Super-McLaren. Unschwer erkennbar die Massen an Carbon. Der Senna ist ein Leichtgewicht, je Kotflügel 660 Gramm, der bis zu 25 Grad verstellbare Swan-Neck-Heckflügel mit DRS-Funktion 4,8 Kilo und so weiter. Macht auf unserer Waage 1354 Kilo. Zum Vergleich: Ein Porsche 911 GT2 RS schleppt 1500 Kilo mit sich rum. Motor? Der V8-Biturbo stammt vom 720S und leistet mit mehr Ansaugluft 800 PS. Aero? Die Luft wird über aktive Aero-Blades und Einlässe in den LED-Scheinwerfern aufgesogen und per Leitschaufeln an die Schweller gepresst, um damit die hinteren Bremskanäle und den Diffusor zu versorgen. Auf Deutsch: Es dreht sich alles um Abtrieb und Kurvenspeed. Und genau da sind wir jetzt. Auf dem Sachsenring, an dem Ort, wo im Frühjahr 2019 der Manthey GT2 RS MR mit einer Rundenzeit von 1:25,30 Minuten Geschichte geschrieben hatte. Ja, wir sind sogar in derselben Box untergebracht. Das Wetter passt, um die 20 Grad, der Asphalt hat auch genügend Temperatur.
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Und dann geht es auch schon los. Hände ans Dach und festhalten, Füße reinheben und dann fallen lassen. Der Vollschalensitz passt wie angegossen, der Sechspunktgurt klickt, Flügeltür zu. Starterknopf oben am Dachhimmel drücken, Drehregler auf T wie Track, Aero aktivieren, der Senna legt sich wie von Geisterhand tiefer, vorn um 39, hinten um 30 Millimeter. Das Auto kenne ich bereits von der Präsentation in Silverstone, aber hier am Sachsenring fühlt sich der Senna noch mal ganz anders an. Lenkung, Gas, Bremse, alles aufs Extremste zugespitzt. So muss es wohl in Le Mans in einem LMP-Auto abgehen. Beim Einrollen spürt man schon das Senna-Potenzial. Zum Verständnis: das halbherzige Warmfahren mit alten Reifen in 1:32 Minuten, einfach krass. Dann Boxenstopp und Reifenwechsel. Die Gurte werden noch fester gezogen, etwas Anspannung macht sich breit. Kommt jetzt die 24er-Runde? Helm an den Nagel? Du stürmst hinauf zu Start/Ziel, leicht übersteuernd über die Curbs, und wirfst erst bei Tempo 258 den Anker für die erste Rechts. 8,15 Sekunden für diesen Sektor sind schon mal mit Abstand neuer Rekord. Hinunter ins enge Omega kommt der Brite dann etwas ins Straucheln. Die mit 245er-Pneus relativ schmale Vorderachse hat mit der Ideallinie ihre Mühe, bei dem Speed hilft auch keine Aero, der Senna ist hier eine halbe Sekunde langsamer als der Manthey.

Der Vorsprung ist am Ende viel knapper als vermutet

Wahnsinn: Die Performance des Senna ist so extrem, dass man sich wie in einem Le-Mans-Rennwagen fühlt.

©Lena Willgalis / AUTO BILD

Auch in der Bergablinks hinunter zur Kartbahn leichtes Untersteuern. Doch dann schlägt der Senna zurück. Sektor vier ist wie gemacht für Power und Aerotricks. Der V8-Biturbo dreht frei auf, hängt fein am Gas. Die beiden schnellen Links über die blinde Kuppe entert der Senna mit irrwitzigem Speed, die Fliehkräfte sind extrem, der Helm wird schwer. Hinunter zur Sachsenkurve nur 259,9 km/h, da hätte ich mit 800 PS mehr erwartet. Und dann noch mal leichtes Übersteuern in der Queckenberg. Trotzdem, subjektiv war das außerirdisch, das muss 1:24 sein. Doch das Display zeigt was anderes, 1:25,19 Minuten. Wow, das hätte ich nicht gedacht, die Runde war perfekt, da geht auch nicht viel mehr. Bei der Analyse wird klar, der Trofeo R ist nicht auf dem Niveau des Michelin Cup 2 R, die Vorderachse zu schmal und das Fahrwerk im Track-Mode einen Tick zu spitz.
Das Fazit: Glückwunsch nach Woking, der Senna ist neuer Rekordhalter am Sachsenring. Zwar knapp und am Ende etwas unter den Erwartungen, aber so kommt wenigstens mein Helm noch nicht an den Nagel. Mal sehen, ob das der AMG GT Black Series schafft.
Technische Daten McLaren Senna • Motor: V8, Biturbo, Mitte hinten längs • Hubraum: 3994 cm³ • Leistung: 588 kW (800 PS) bei 7250/min • max. Drehmoment: 800 Nm bei 5500-6700/min • Antrieb: Hinterrad, Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe • Länge/Breite/Höhe: 4744/1958/1229 mm • Leergewicht: 1354 kg • 0-100 km/h: 2,6 s • 0-200 km/h: 6,8 s • Vmax: 340 km/h • Preis: 922.250 Euro .

Autor:

Fotos: Lena Willgalis / AUTO BILD

Stichworte:

V8 Sachsenring Hypercar

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