Mercedes 280 SE W 126: Gebrauchtwagen
Mercedes W 126 mit V8 und Handschaltung zu verkaufen

Es war einmal ein unschuldiger Mercedes 280 SE, der zum Frankenstein-Benz mit V8 und Handschaltung umgebaut wurde. So viel soll der Lowbudget-Restomod kosten!
Bild: tubijs/ebay.co.uk
Dieser Frankenstein-Benz ist nicht für Originalitäts-Fanatiker! Während eine Mercedes S-Klasse der Baureihe W 126 gemeinhin als Auto für die Ewigkeiten gilt und für nicht wenige Stern-Fans die schönste S-Klasse aller Zeiten ist, ist dieser Lowbudget-Restomod sicherlich ein Auto, an dem sich die Geister spalten.
Kurzer Rückblick: 1979 kam der W 126 auf den Markt, der zwischen 1979 und 1991 über 890.000-mal gebaut wurde (inklusive der Coupé-Version C 126), ehe er vom wuchtigen W 140 abgelöst wurde. Auch knapp 50 Jahre nach seinem Debüt steht der 126er für alles, was Mercedes in der Vergangenheit ausgemacht hat: Qualität, Prestige und Unvergänglichkeit.
Basis war ein 280 SE
Bei eBay UK wird momentan ein Exemplar angeboten, bei dem Fans der Baureihe sicherlich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Auf Basis eines 280 SE aus dem Baujahr 1985 entstand hier ein Lowbudget-Restomod, der vor allem eines bieten soll: Fahrspaß! Dafür soll in erster Linie die ungewöhnliche Motor-/Getriebekombination sorgen. (Hier geht es direkt zum eBay-Angebot.)
V8 statt Reihensechszylinder
Der etwas schmalbrüstige Reihensechszylinder (M 110) mit 185 PS flog raus und wurde durch die V8-Benz-Allzweckwaffe, den berühmten M 113) ersetzt. Der 5,0-Liter-V8-Sauger kam in den frühen 2000er-Jahren in so ziemlich jedem 500er-Modell zum Einsatz und leistet 306 PS und 460 Nm.

Der 5,0-Liter-V8 passt ohne Probleme in den Motorraum. Kein Wunder, schließlich wurde der W 126 ab Werk auch mit 5,5-Liter-V8 (M 117) ausgeliefert.
Bild: tubijs/ebay.co.uk
Das war aber erst der Anfang bei diesem 280 SE, der lustigerweise als "Mercedes bendz" inseriert ist. Das eher gemütliche Automatikgetriebe wurde ebenfalls ersetzt – und zwar durch eine ZF-Handschaltung, die ein BMW spendete. Zusammen mit einem Sperrdifferenzial klingt das nach einer mehr als ungewöhnlichen, aber vielversprechenden Kombination in einem 126er. Oder wie es der Verkäufer ausdrückt: "(...) laut, aggressiv und überraschend ungehobelt für ein Auto dieser Größe."

Im eBay-Inserat ist auch ein Soundvideo zu finden. Der Frankenstein-Benz klingt biestig.
Bild: tubijs/ebay.co.uk
Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten – ein Punkt, der auch auf die nicht mehr serienmäßige Optik zutrifft. Zwar blieb die große Limousine von wilden Spoilern verschont, doch die Bola-Felgen, die Rückleuchten-Blenden und das üppig dimensionierte Endrohr gehen nicht wirklich als zeitgenössisches Tuning durch.
Modernisierter Innenraum
Gleiches gilt für den Innenraum, wo zwei Welten aufeinandertreffen: Fahrer und Beifahrer nehmen auf beheizten und elektrisch einstellbaren Sitzen aus einer Mercedes E-Klasse der Generation 213 Platz, während die Fond-Passagiere auf der originalen 126er-Rückbank reisen. Die klassische Tacho-Einheit wurde gegen ein moderneres Kombiinstrument, mutmaßlich aus einer 220er S-Klasse, getauscht. Das geschüsselte Lenkrad und reichlich Alcantara sollen für ein sportliches Flair sorgen.

Der Innenraum wirkt auf den ersten Blick etwas zusammengewürfelt: moderne Sitze aus der E-Klasse, ein geschüsseltes Lenkrad, Türtafeln mit Rautensteppung und helle Ränder an den Scheibenrahmen.
Bild: tubijs/ebay.co.uk
So viel soll der Restomod kosten
Wer genauer hinschaut, erkennt aber schnell, dass der Umbau hier und da eher schludrig ausgeführt wurde – hierzulande würde man den 126er wohl als Bastelbude titulieren. Mit gut 230.000 Kilometern (144.500 Meilen) auf dem Buckel soll der Lowbudget-Restomod umgerechnet gut 20.000 Euro (17.500 britische Pfund) kosten. Viel Geld, wo es doch originale W 126 für ähnliche Summen gibt.
Fazit
Grundsätzlich finde ich Projekte dieser Art spannend, die Umsetzung dieses Low-Budget-Restomods wirkt allerdings nicht besonders hochwertig. Hinzu kommt, dass wir hier kaum von einem Schnäppchen sprechen können. Da der 126er zudem ein Rechtslenker ist, dürfte er für deutsche Kunden ohnehin nur begrenzt interessant sein. Es sei denn, jemand sucht noch eine ungewöhnliche Basis für ein Driftauto!
Service-Links










