Mercedes 500 TE AMG (1979) wird versteigert
Super seltener Mercedes 500 TE AMG wird versteigert

Bild: Bonham Cars
Der Hype kennt keine Grenzen! Frühe AMG-Modelle, sogenannte Pre-Merger-AMG, sind in den letzten Jahren immer beliebter geworden und speziell in den USA zu echten Sammlerstücken avanciert. Aktuell wird beim Auktionshaus Bonhams ein ganz besonderer Mercedes S 123 versteigert, der einen echten Hammerpreis erzielen soll. Aber ist der Kombi original?
Der Mercedes 500 TE AMG ist Teil der "AMG Rediscovered"-Auktion, die aus zahlreichen seltenen und weniger seltenen Mercedes-Modellen und einer enormen Vielzahl von Teilen, vom Lenkrad bis zum kompletten Bodykit, besteht. Zusammengetragen wurde die vielschichtige Sammlung von Barry Taylor, einem Werkstattbesitzer und Mercedes-Liebhaber, der die 400 Teile (darunter 20 Autos) über viele Jahrzehnte sorgfältig zusammengesammelt hat. Nach dem Tod Taylors im Jahr 2020 werden die Teile nun in der Auktion versteigert.
Das Highlight der Auktion
Eines der Highlights ist der Mercedes 500 TE AMG in der Außenfarbe "Astralsilber Metallic". Der 123er stammt aus der Zeit, als AMG noch nicht zu Mercedes gehörte und Kunden ihre Fahrzeuge im Nachgang nach Affalterbach schicken konnten. Daher ist die Dokumentation dieser AMG-Fahrzeuge aus den 70er-, 80er- und 90er-Jahren oft kaum nachvollziehbar.

Die BBS-Kreuzspeichenfelgen sind zwar zeitgenössisch, doch Penta-Räder würden dem 123er mindestens genauso gut stehen.
Bild: Bonham Cars
So auch bei diesem Exemplar. Laut Experten soll es nur eine Handvoll Mercedes 123 AMG-Komplettumbauten geben. Darunter zwei Limousinen, zwei T-Modelle und ein Coupé. Ob dieser S 123 eines der beiden Exemplare ist, ist nicht klar, darf aber zumindest bezweifelt werden.
Wahrscheinlicher ist, dass das Auto nachträglich in den USA bei einem Händler umgebaut wurde. Ob original in Affalterbach oder nachträglich in den USA, feststeht, ein 123er mit AMG-Behandlung ist selten, sehr selten. 1979 ursprünglich als 280 TE ausgeliefert, flog der 2,7-Liter-Reihensechszylinder raus und wurde durch den V8 (M 117) aus der S-Klasse ersetzt.
Wurde der V8 noch aufgebohrt?
Das Besondere an diesem Exemplar: Laut Taylors Aufzeichnungen soll der V8 seines S 123 durch AMG von 5,0 auf 5,2 Liter aufgebohrt wurden sein. Leider existiert hierfür keinerlei Nachweis, sodass auch unklar ist, wie viel Leistung das T-Modell hat.

Der V8 passt erstaunlich gut in den Motorraum. Angeblich soll der M 117 auf 5,2-Liter aufgebohrt wurden sein. Nachweise? Gibt es nicht.
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Der Motortausch war aber erst der Anfang des AMG-Umbaus und so gab es ein neues Fahrwerk, das komplette Bodykit inklusive Doppelauspuff und BBS-Felgen (zeitgemäß wären allerdings AMG-Penta-Räder) spendiert. Laut verschiedener Quellen schlug so ein Komplettumbau einst mit rund 65.000 DM zu Buche.
Nur 82.894 Kilometer
Auch der auffällige Innenraum bekam die AMG-Behandlung. Neben dem Vierspeichenlenkrad, das augenscheinlich nachträglich eher schlecht beledert wurde, enttarnt vor allem der 300-km/h-Tacho den S 123 als AMG. Laut Auktionsbeschreibung hat das Auto lediglich 82.894 Kilometer auf dem Buckel.

Nichts für schwache Nerven: Der rote Innenraum ist auffällig. Die Patina geht in Ordnung, einzig das schlecht belederte Lenkrad fällt negativ auf.
Bild: Bonham Cars
Angesichts der vermeintlich niedrigen Laufleistung ist der Zustand aber maximal als mittelmäßig zu beschreiben. Innen wie außen hat der AMG teils doch starke Gebrauchsspuren, die bei einem 45 Jahre alten Fahrzeug an und für sich ganz normal sind. Speziell, weil Taylor das Auto bis zu seinem Tod als Firmenfahrzeug für seine Werkstatt AMG West nutzte.
Enorm hoher Schätzpreis
Was jedoch nicht zum Zustand passt, ist der hohe Schätzpreis von 140.000 bis 170.000 Euro. Hinzu kommt, dass das Auto zuletzt nicht mehr lief und laut Bonhams eine Generalüberholung benötigt. Zusammen mit der nicht vorhandenen Dokumentation erscheint der Preis sehr hochgegriffen, auch wenn wir hier über einen der ganz wenigen S 123 mit AMG-Behandlung sprechen.

Ob dieser S 123 einer von den ganz wenigen originalen AMG-Umbauten ist, lässt sich nicht abschließend sagen. Selten ist er auf alle Fälle.
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Kein Wunder also, dass der AMG mit noch drei verbleibenden Tagen und einem aktuellen Höchstgebot von knapp 34.000 Euro (36.000 US-Dollar) noch deutlich vom Schätzpreis entfernt ist. Exklusivität ist nicht eben nicht alles – Hype hin oder her.
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