Wer in den 80er-Jahren einen Mercedes 560 SEL fuhr, der hatte es geschafft. Die Topversion des W 126 (als Langversion V 126 genannt) war das Beste, was Mercedes zur damaligen Zeit zu bieten hatte. 1985 lag der Basispreis für den Luxusdampfer bei über 120.000 Mark – und trotzdem gab es noch Leute, denen ein normaler 560 SEL nicht gut genug war. Diese Kunden konnten sich an AMG wenden, wo der 560 SEL für teures Geld zum AMG 6.0 umgebaut wurde. Laut Experten sollen weniger als 100 Exemplare entstanden sein. Eines davon wird am 10. Dezember 2022 in Miami (Florida/USA) versteigert!
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Im Rahmen der RM Sotheby's Auktion in Miami kommt ein Mercedes 560 SEL AMG 6.0 unter den Hammer. Angeblich wurde von den AMG-Umbauten nur eine zweistellige Stückzahl gefertigt, wovon ein Großteil ins Ausland ging. So auch dieser 126er in der Außenfarbe "Anthrazitgrau Metallic" (Farbcode 172), der 1989 nach Japan ausgeliefert und dort als Neuwagen durch AMG Japan umgebaut wurde.

V8 mit 6,0 Liter Hubraum und 385 PS

Herzstück des Umbaus war das Motortuning. Der serienmäßige 5,5-Liter-V8 (M 117) wurde bei AMG auf 6,0-Liter (5956 ccm) Hubraum aufgebohrt. Außerdem wurden zwei obenliegende Nockenwellen sowie spezielle Vierventil-Zylinderköpfe verbaut. In Kombination mit einer neuen Abgasanlage und ohne Kats waren so bis zu 385 PS und 566 Nm Drehmoment möglich.
Mercedes-Benz 560 SEL AMG 6.0   Baujahr 1989
Chrom gibt es nur noch am Kühlergrill: Verglichen mit heutigen AMG-Modellen wirkt der 560 SEL AMG 6.0 fast schon dezent.
Serienmäßig leistete der M 117 im 560 SEL maximal 300 PS und 455 Nm. Da damals nur in Ausnahmefällen bei 250 km/h abgeregelt wurde, war der AMG SEL ohne elektronische Fessel unterwegs. Angeblich sollen die 6.0 zwischen 290 und 300 km/h geschafft haben, womit sie zu den schnellsten Autos der damaligen Zeit gehörten.
Mercedes-Benz 560 SEL AMG 6.0   Baujahr 1989
Der originale 5,5-Liter-V8 wurde bei AMG auf 6,0 Liter aufgebohrt. Kostenpunkt schon damals: über 60.000 Mark.

Doch allein das Motortuning hat damals über 60.000 DM gekostet. Genau genommen waren es 61.850,70 Mark, und das war erst der Anfang. Außerdem erhältlich waren eine größere Bremsanlage, ein Sperrdifferenzial, ein überarbeitetes Fahrwerk sowie das für heutige Verhältnisse sehr dezente AMG-Bodykit. So konnte ein vollausgestatteter 560 SEL AMG 6.0 damals über 350.000 DM kosten.

Das in der Auktion angebotene Exemplar profitierte von all diesen Umbauten inklusive der mittlerweile sündhaft teuren dreiteiligen AMG-Aero III-Felgen mit lackiertem Stern und poliertem Bett. Im Innenraum sorgen eine schwarze Volllederausstattung (inklusive Sitzheizung hinten) sowie Klapptische im Fond für viel Luxus. Die Holzverkleidung der Tische weist großflächige Risse auf – ein bekanntes Problem.

Nur 62.189 Kilometer auf dem Tacho

Ein originales AMG-Vierspeichen-Lederlenkrad, weiße Zifferblätter und ein AMG-Aufkleber auf der Zierleiste vor dem Beifahrer versprühen einen Hauch Sportlichkeit. Da der 560 SEL zuletzt Teil einer großen Youngtimer-Sammlung war, wurde er nicht viel gefahren. Trotz des Alters von 33 Jahren stehen aktuell nur 62.189 Kilometer auf dem Tacho.
Mercedes-Benz 560 SEL AMG 6.0   Baujahr 1989
80er-Jahre-Flair im Cockpit: Schwarzes Leder trifft auf Holz. Das Highlight ist das originale AMG-Vierspeichen-Lenkrad.

Angeboten wird der seltene Oldschool-Benz ohne Mindestpreis, dafür mit dem originalen Werkzeugset und Bordliteratur. Nur weil es keinen Mindestpreis gibt, heißt das im Umkehrschluss aber nicht, dass der SEL ein Schnäppchen wird. Der Schätzpreis liegt umgerechnet zwischen 85.000 und 115.000 Euro (90.000 und 120.000 US-Dollar). Wer solch einen besonderen Mercedes 560 SEL AMG 6.0 fährt, hat es eben geschafft – damals wie heute!