Sie gilt als die Autosammlung schlechthin! Die Rede ist vom Fuhrpark der königlichen Familie von Brunei. Der Sultan und sein Bruder Prinz Jefri haben zwischen 1980 und den frühen 2000er-Jahren die wohl größte Autosammlung der Welt geschaffen. Eine Sammlung, zu der es viele Mythen gibt. Gerüchtehalber soll die königliche Kollektion zwischen 3000 und 7000 Autos und Motorräder umfassen, darunter anfänglich zehn McLaren F1 (auch einer von nur drei gebauten F1 GT), mehrere Bugatti EB110 und zahlreiche speziell für den Sultan angefertigte Modelle wie der Ferrari FX oder der Bentley Dominator. Der kolportierte Wert: Mehrere Milliarden Euro!
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Ein Großteil der Fahrzeuge befindet sich auch heute noch in Brunei. Hin und wieder können aber einzelne Fahrzeuge aus der mysteriösen Sammlung entkommen. So wie dieser besondere Mercedes 600 SL mit gerade mal 2461 Kilometern auf dem Tacho.

Angeblich soll der Sultan über 500 Mercedes besitzen

Neben der Leidenschaft für Supersportwagen sollen der Sultan und sein Bruder auch ein ganz besonderes Faible für Mercedes haben. Angeblich sollen zu Hochzeiten über 500 Mercedes in den königlichen Garagen geparkt haben – natürlich nur die Topmodelle, versteht sich. Dazu gehört auch der Mercedes 600 SL (ab 1993 SL 600 genannt) der Baureihe 129 von denen der Sultan gleich mehrere besessen haben soll.
1993 Mercedes-Benz SL600
Alles original: Mit dem Hardtop mutiert der SL zum Coupé. Auch die Acht-Loch-Felgen sind original.

Einer von ihnen wird am 21. Mai bei "Historics Auctioneers" in Großbritannien versteigert. Der Roadster wurde ab Werk in der BMW-Farbe "Veilchenblau Metallic" lackiert und soll in Kombination mit der schwarzen Lederausstattung ein absolutes Einzelstück sein. Hinzu kommt, dass der große Benz in den letzten 29 Jahren gerade mal 2461 Kilometer bewegt wurde – eines der Probleme wenn man mehrere Tausend Autos besitzt.

Der Mercedes 600 SL wurde 2021 importiert

Nach 28 Jahren in der königlichen Sammlung wurde der rechtsgelenkte 600 SL 2021 nach Großbritannien importiert und dort nach der langen Standzeit erstmal umfangreich bei Mercedes instandgesetzt und mit einer neuen TÜV-Abnahme (in UK MOT genannt) versehen. Optisch macht der 600 SL, der inklusive farblich passendem Hardtop angeboten wird, einen hervorragenden Eindruck. Der Lack ist nicht ausgeblichen und auch der Innenraum ist top in Schuss.
1993 Mercedes-Benz SL600
Kaum zu glauben: Nach 29 Jahren stehen gerade mal 2461 Kilometer auf dem Tacho. Das entspricht einer jährlichen Fahrleistung von nicht mal 90 Kilometern.

Unter der Haube des Roadsters steckt der 6,0-Liter-V12 (M 120), der 394 PS und 570 Nm maximales Drehmoment via Viergang-Automatik (ab 1995 mit Fünfgang-Automatik) an die Hinterräder abgibt. Landstraßentempo liegt nach 6,1 Sekunden an und der Topspeed soll bei 250 km/h liegen. Dennoch ist der R 129 kein Sportwagen, sondern eher ein luxuriöser Cruiser. Dazu einfach das elektrische Verdeck öffnen und dem feinen V12-Sound lauschen.
1993 Mercedes-Benz SL600
Dickes Ding: Der riesige 6,0-Liter-V12 füllt den Motorraum des SL gut aus. Die Leistung ist mit 394 PS angegeben.

Sicherlich trifft die Außenfarbe "Veilchenblau Metallic" nicht jeden Geschmack, doch spätestens der extrem niedrige Kilometerstand in Verbindung mit der royalen Vergangenheit dürften diesen 600 SL für Sammler interessant machen. Den Schätzpreis geben die Experten mit umgerechnet 53.500 bis 70.000 Euro (45.000 bis 60.000 Britische Pfund) an. Zum Vergleich: In Deutschland gibt es die günstigsten 600 SL/600 SL der Baureihe 129 ab etwa 20.000 Euro. Richtig gute Exemplare kosten rund 40.000 Euro. Es geht aber auch noch teurer: Aktuell wird in Deutschland ein roter SL 600 mit unter 2000 Kilometern Laufleistung angeboten, der sage und schreibe 139.000 Euro kosten soll und das ohne Sonderfarbe. Im Vergleich hierzu könnte der ex-Brunei-SL fast schon ein Schnäppchen sein!