Tut viel, trinkt wenig: Was beim ersten Lesen irgendwie noch nach Fake News klingt, verwandelt die Mercedes A-Klasse als 220 d schon nach wenigen Kilometern in absolute Wahrheit. Der 190-PS-Diesel mit seinen 400 Nm Drehmoment geht ab wie ein waschechter GTI, entwickelt dabei aber nur den Durst eines TDI. Das nennen wir mal Sparen mit Vergnügen.

In Sachen Infotainment ist die A-Klasse ganz weit vorne

Mercedes A-Klasse
Edler Arbeitsplatz: Vor allem, wenn das MBUX-High-End-Paket an Bord ist, bleiben wenig Wünsche offen.
Das Vergnügen beginnt direkt nach dem Einsteigen. Bequeme Sitze empfangen die Piloten, die Qualitätsanmutung ist premium, das volldigitale Cockpit mit den zwei scharfen 10,25-Zoll-Monitoren macht was her. Allerdings kostet dieser Spaß zusammen mit Festplattennavi, kabellosem Laden, Smartphone-Einbindung und mehr auch stolze 3552 Euro (MBUX-High-End-Paket). Während die Bedienung über Touchcontroller und Lenkradtasten Gewöhnung erfordert, gehorcht die A-Klasse auf Sprachbefehle bemerkenswert flott und flexibel. Nur der Knopf zum Aktivieren fehlt. Wann immer im Auto "Mercedes" gesagt wird, fragt eine freundliche Stimme, was sie denn tun könne. Nervt!

Bei den Fahrleistungen überzeugt der Diesel

Mercedes A-Klasse
Geht gut ab: In glatten sieben Sekunden ist der Benz auf Tempo 100 und schafft maximal 235 km/h.
Im Fond geht es klassenüblich zu, der Kofferraum reicht (345 bis 1185 l) – dem Kurzausflug zu viert steht also wenig im Wege. Und für Sperrgepäck lassen sich die Fondsitze (40:20:40) und gegen 178,50 Euro Aufpreis auch die Beifahrersitzlehne umlegen. Schluss mit Alltag, wir wollen angasen. Und da legt sich der A 220 d so richtig ins Zeug. In 7,0 Sekunden geht es aus dem Stand auf Tempo 100 und mühelos weiter bis 235 km/h Spitze. Stramme 400 Nm Drehmoment und der aufmerksame Achtgang-Doppelkuppler sorgen dafür, dass du den kompakten Benz nie auf dem falschen Fuß erwischst und immer mit ordentlich Schwung (vorn) dabei bist. Dabei lässt sich vom typischen Dieselnageln so gut wie nichts hören, der 220 d läuft angenehm weich und leise.
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Fröhliches Kurvenkratzen unterstützt die A-Klasse mit souveränem Fahrverhalten, präziser Lenkung, giftigen Bremsen und straffem Fahrwerk. Das kann BMW auch nicht (mehr) besser, dank tiefem Schwerpunkt kommt im Mercedes sogar mehr Freude am Fahren auf.

An der Kasse langt Mercedes richtig zu

Mercedes A-Klasse
Teurer Spaß: Der A 220 d startet bei knapp unter 40.000 Euro – und tröstet mit 6,1 l/100 km im Test.
Kurze Federn und geringe Bodenfreiheit bringen allerdings Nachteile beim Komfort. Auf welliger Piste und bei voller Beladung erreicht der Benz schnell seine Grenzen, an steilen Tiefgaragenrampen setzt vor allem die Nase mit unschönem Kratzen auf. Also immer schön vorsichtig! Schon auf unserer Testrunde, die auch Autobahn mit Vollgas beinhaltet, reichen dem A 220 d schlanke 6,1 l/100 km. Wer sich zusammenreißt und es bei Richtgeschwindigkeit belässt, schafft locker die Fünf vorm Komma. Das war es dann leider aber auch mit der Zurückhaltung. Mindestens 38.133,55 Euro kostet der A 220 d, mit ein paar Kreuzchen hier und da ist die 50.000er-Marke schnell erreicht. Mehr als zwei Jahre Garantie spendiert der Daimler dennoch nicht. Anders formuliert: verlangt viel, vertraut wenig.
Fazit: Diese A-Klasse lässt dich dauernd grinsen. Weil du so flott unterwegs bist. Und du nach dem Tanken trotzdem nur eine überschaubare Rechnung kassierst. Die schnell aufsetzende Nase nervt, die hohen Preise erschrecken. AUTO BILD-Testnote: 2