AMG A 45 S im ersten Test

Mercedes-AMG A 45 S: Test, Motor, Preis

AMG A 45 S im ersten Test

Unfassbar, dieser Mercedes-AMG A 45 S. Und die 421 PS sind da nur einer von sehr vielen Suchtfaktoren. AUTO BILD hat den heißen Kompakten getestet.
Wir haben die Gelbsucht! Keine Panik, Arzt oder Apotheker müssen Sie nicht fragen. Denn wir meinen hier nicht Gelbsucht im Sinne von Hepatitis, sondern als Reaktion auf das Vollgas-Virus "S-MA 4517". Und gegen die Suchtwirkung dieses sonnengelben Mercedes-AMG A 45 S helfen weder Pillen noch Psychologie. Im Kern bleibt auch der schnellste kompakte Schwabe eine A-Klasse. Und das ist gut so. Denn alle Annehmlichkeiten der weniger infektiösen Brüder stecken auch im Topmodell.

Der AMG A 45 S behält alle Annehmlichkeiten der A-Klasse

Klare Sache: Die AMG-Variante trägt alle Insignien des A-Klasse-Topmodells – und behält die guten Seiten.

Das reicht vom ordentlichen Platzangebot über die souveräne Verarbeitung bis zum hochmodernen MBUX-System. Dazu kommen dann noch ein paar AMG-Leckerlis, die schon mal Lust auf kurvige Landstraßen und das Abschalten von ESP und Erwachsen-Sein machen. Die Performance-Sitze packen dich ab dem ersten Meter und lassen so schnell auch nicht wieder los. Wem das nicht passt, der spart die 2666 Euro und wird mit den serienmäßigen Komfort- oder Sportsitzen glücklich. Racer freuen sich über zahlreiche sportliche Applikationen von der genoppten Edelstahlpedalerie bis zur gelben Mittenmarkierung am Sportlenkrad. Auch die "Unterhaltungselektronik" kann hier noch deutlich mehr. Race-Start-Funktion, Laptimer und Aufzeichnung etlicher rennrelevanter Daten (Track Pace für 298 Euro) erledigt das MBUX nebenbei gleich mit. Keine Frage, wir sind infiziert, und das Fieber steigt. Also ab auf die Piste.

Unter der Fronthaube schlummert ein gieriges Tier

Was für ein Muskel: Der Vierzylinder holt aus zwei Litern Hubraum 421 PS und 500 Nm Drehmoment.

Nach den ersten schnellen Runden steigst du aus, rennst ums Auto und glotzt ungläubig aufs Typenschild. Ja, doch, das ist eine A-Klasse. Zugegeben, mit 421 PS eine sehr potente. Aber ein schwäbischer Kompaktwagen – der sich trotzdem eher fährt wie der Dienstwagen von Sebastien Ogier. Das liegt vor allem am zwei Liter großen Vierzylinder-Turbo im Bug, dem die AMG-Jungs 421 PS entlocken. Richtig gelesen, kein Zahlendreher: vier-hundert-ein-und-zwanzig! Dazu wurde überall die Reibung optimiert, der Turbo zweiflutig ausgelegt und der Ladedruck auf 2,1 Bar hochgeschraubt, der Motor um 180 Grad gedreht, um so die Atmung zu verbessern, und die Kühlung optimiert (u. a. durch mechanische plus elektrische Wasserpumpe sowie eine zweistufige Ladeluftkühlung, die mit der Klimaanlage "kooperiert"). Und, und, und … Das Ergebnis? Wahnsinn! Das Ding schiebt aus jeder Drehzahl an, als gäbe es kein Morgen. Auch wenn die 500 Nm Drehmoment erst bei 5000 Touren komplett versammelt sind, drückt der Twin-Scroll-Turbo schon ab 2000 Umdrehungen mächtig auf die Tube.
So semmelt der auffallend spontan ansprechende A 45 S in glatt vier Sekunden auf Tempo 100 und hakt zehn Sekunden später auch die 200 km/h lässig ab. Ohne mit den Lamellen zu zucken, legt der achtstufige Doppelkuppler dabei die Gänge nach, die geschmiedete Kurbelwelle aus Stahl rotiert locker 7200 mal pro Minute. Jeder Lastzustand und jede Drehzahl wird dabei mit akustischer Inbrunst kommentiert. Herrlich, auch wenn ein Teil dieses Sounds über einen Sensor aufgefangen und den Piloten eingespielt wird.

Nicht alle Fahrprogramme sind straßentauglich

Nur für Könner: Der Drift-Modus ist nichts für Lenkrad-Laien und gehört definitiv auf abgesperrte Strecken.

Schon in der Werkseinstellung, also ohne an den Knöpfchen für AMG Dynamic, Dynamic Plus Paket oder ESP zu spielen, liefert der aufwendig versteifte Kompaktkracher eine Wahnsinnstraktion und ordentlich Fahrspaß. Die Lenkung arbeitet direkt und zielgenau, das Fahrwerk auch auf buckeliger Piste familienfreundlich, und Papi fühlt sich richtig schnell. Wesentlichen Anteil daran trägt der schlaue Allradantrieb Performance 4Matic+. Er verteilt die Kraft nicht nur blitzschnell zwischen Vorder- und Hinterachse, sondern auch zwischen rechtem und linkem Hinterrad. Dazu gibt es zwei weitere Lamellenkupplungen an den hinteren Antriebswellen. Je nach Fahrprogramm wird der Hintern so mehr oder weniger heftig um die Kurve geschubst. Besonders viel Spaß verspricht dabei der Drift-Modus. Wer sich ins Fahrprogramm "Race" traut (ESP aus, Getriebe manuell), kann die Fahrbahn immer wieder mal aus dem Seitenfenster scannen. Das aber bitte nur auf abgesperrter Strecke und mit reichlich Können.
Wer jetzt über einen A 45 S nachdenkt, sollte das über Geld nicht müssen. Der kompakte Spaß kostet mindestens 61.821 Euro, möchte alle 100 Kilometer 10,5 Liter Super plus trinken und belässt es bei zwei Jahren Garantie. Ist ein Arzt oder Apotheker anwesend?
Das Fazit von Gerald Czajka: "421 PS im Kompakten? Wahnsinn! Also im positiven Sinn. Denn der kleine Mercedes eröffnet uns neue Dimensionen. Selten haben wir in einem Nichtsportwagen so viel Spaß gehabt." AUTO BILD-Testnote: 2-

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