Ein V8 mit 612 PS, 850 Nm Drehmoment und mehr als 2,5 Tonnen Gewicht: Das Mercedes-AMG GLE 63 S Coupé ist ein Dampfhammer im Maßanzug. Und der hat jetzt einen Feinschliff bekommen.
Auf den Landstraßen von Colorado zeigt der überarbeitete AMG, was er am besten kann: souverän cruisen – und auf Knopfdruck die Muskeln spielen lassen.

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Mercedes-Benz GLE Coupe

135.106 EUR

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Unter der Haube arbeitet weiterhin der Vierliter-V8-Biturbo. Allerdings hat Mercedes-AMG den Motor gründlich überarbeitet. Der M177 Evo bekam eine Flat-Plane-Kurbelwelle, die ihn drehfreudiger machen soll. Dazu unterstützt ein Startergenerator den Verbrenner kurzzeitig mit bis zu 23 PS und 205 Nm Drehmoment.
Mercedes-AMG GLE 63 S Coupé
Unter der Haube arbeitet weiterhin der Vierliter-V8-Biturbo. Allerdings hat Mercedes-AMG den Motor gründlich überarbeitet.
Bild: Mercedes
Das Ergebnis: 612 PS und 850 Nm aus dem V8, Kraft praktisch in jeder Lebenslage. Der Motor wirkt etwas emotionaler als bisher, bleibt im Alltag aber erstaunlich geschmeidig.
Erst mit der Launch Control zeigt der AMG seine brutale Seite. In nur 3,9 Sekunden soll das 2555 Kilogramm schwere Coupé auf Tempo 100 sprinten. Nach der ersten Vollgasbeschleunigung gibt es daran wenig Zweifel. Selbst auf nasser Straße bringt der Allradantrieb die Leistung überzeugend auf den Asphalt.

V8-Sound auf Knopfdruck

Auch beim Klang hat AMG nachgelegt. Die neue Klappenabgasanlage lässt sich über die Fahrprogramme oder eine separate Taste steuern.
Mercedes-AMG GLE 63 S Coupé
Auf den Displays lassen sich unter anderem G-Kräfte, Motordaten und die Drehmomentverteilung anzeigen.
Bild: Mercedes
Im "Comfort"-Modus hält sich der V8 zurück, ohne seine Herkunft zu verleugnen. In "Sport" und "Sport+" wird es deutlich lauter: Zwischengas, Brabbeln und kontrollierte Fehlzündungen gehören zur Vorstellung. Nicht alles klingt vollkommen natürlich, Spaß macht es trotzdem.
Und vor allem: Der echte V8 klingt deutlich besser als der Antrieb des GLE 53 Hybrid.

Sportliches Fahrwerk trotz 2,5 Tonnen

Dass sich der schwere AMG erstaunlich agil bewegen lässt, liegt auch am aufwendigen Fahrwerk. Serienmäßig sind die Luftfederung AMG Ride Control+, die aktive Wankstabilisierung und ein elektronisch geregeltes Hinterachssperrdifferenzial an Bord.
Beim Wechsel von "Comfort" auf "Sport" spannt sich das gesamte Auto spürbar an, die Karosserie senkt sich um zehn Millimeter. In Kurven hält die Wankstabilisierung den Aufbau erstaunlich gerade. Das Coupé lenkt präzise ein und schiebt nicht übermäßig über die Vorderräder.
Mercedes-AMG GLE 63 S Coupé
Innen bietet der AMG bequeme Sitze, hochwertige Materialien und reichlich digitale Spielereien.
Bild: Mercedes
Ganz an die Schärfe eines Porsche Cayenne reicht die Lenkung allerdings nicht heran. Dafür wirkt das Coupé mit seinem um 60 Millimeter kürzeren Radstand tatsächlich handlicher als der normale GLE.
Auch die Bremse überzeugt mit einem klaren Druckpunkt. Wer die Straße verlässt, kann die Karosserie um 20 Millimeter anheben, im "Trail"-Programm sogar um 55 Millimeter.

Viel Luxus, aber weniger Platz im Fond

Innen bietet der AMG bequeme Sitze, hochwertige Materialien und reichlich digitale Spielereien. Auf den Displays lassen sich unter anderem G-Kräfte, Motordaten und die Drehmomentverteilung anzeigen.
Mercedes-AMG GLE 63 S Coupé
Auf den Displays lassen sich unter anderem G-Kräfte, Motordaten und die Drehmomentverteilung anzeigen.
Bild: Mercedes
Die Sitzposition fällt allerdings etwas hoch aus. Und die sportliche Dachlinie fordert ihren Tribut: Im Fond geht es enger zu als im normalen GLE, die Sicht nach hinten ist deutlich schlechter.
Immerhin fasst der Kofferraum 655 Liter. Und wer einen schweren Anhänger ziehen möchte, darf bis zu 3,5 Tonnen an den Haken nehmen.

Mercedes-AMG GLE 63 S Coupé kostet 175.662 Euro

So viel Kraft und Luxus haben ihren Preis. Mindestens 175.662 Euro verlangt Mercedes-AMG für das GLE 63 S Coupé. Gegenüber dem GLE 53 Hybrid als Coupé sind das gut 40.000 Euro mehr.
Auch an der Tankstelle wird es teuer: Laut WLTP genehmigt sich der V8 zwischen 13,0 und 13,3 Liter Super auf 100 Kilometer. Mit bis zu 303 Gramm CO2 pro Kilometer landet er in der schlechtesten CO2-Klasse G.

Fazit

Der Mercedes-AMG GLE 63 S ist weniger ein kompromissloser Sportwagen als ein luxuriöser Kraftprotz. Seine größte Stärke ist das entspannte Reisen mit gewaltigen Leistungsreserven. Und wenn es darauf ankommt, wird aus dem souveränen Cruiser ein echter Dampfhammer. Dafür muss man allerdings tief in die Tasche greifen – beim Kauf und an der Tankstelle. Wer unbedingt einen V8 will, dürfte das in Kauf nehmen.