Mercedes-AMG GT 63 PRO: noch mehr Sportlichkeit
Mercedes' Profi fürs GT-Duell gegen Porsche

Bild: Mercedes-Benz AG
Die aktuelle Generation des Mercedes-AMG GT soll den Spagat beherrschen. Zwischen Straße und Strecke, zwischen Alltagskomfort und sportlicher Fahrdynamik. Besser als der bis 2021 gebaute Vorgänger. Denn: "Manchen Kunden war der alte GT etwas zu sportlich", erklärte uns AMG-Chef Michael Schiebe vor etwas mehr als einem Jahr, bei unserer ersten Ausfahrt im Prototyp.
Was aber wohl nicht bedeutete, dass sich der Spagat des Gran Turismo noch verschärfen lässt. Voilà: Wir geben uns ein erstes Stelldichein mit dem GT 63 PRO 4MATIC+. Im Juli 2024 zum ersten Mal öffentlich gezeigt, geht’s nun, im Oktober, zum Tracktest auf den Circuito Ascari in Spanien.

Die fast zwei Tonnen Auto – 1950 Kilogramm Leergewicht – fahren sich erstaunlich leichtfüßig, präzise und souverän.
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Dass er sich auf einer Rennstrecke extrem definiert fährt und verlässlich liegt, attestierte Kollege Guido Naumann bereits dem Grundmodell GT 63 nach einem ausführlichen Test auf dem Lausitzring. Und genau für jene Klientel, die es zu Touristenfahrten oder Trackdays von der Straße auf geschlossene Kurse zieht, ist der PRO gedacht. AMG legte in drei dafür wesentlichen Punkten nach: mehr Leistung, mehr Haftung und mehr Kühlung.
Mehr Leistung, mehr Haftung, mehr Kühlung
Rein ins Cockpit und raus auf die Strecke. Den Fahrprogramm-Drehknopf am Lenkrad auf "Race" gestellt. Das Neungang-Doppelkupplungsgetriebe in den halbautomatischen Modus per Schaltwippen versetzt.
Der 4,0-Liter-V8-Biturbo-Motor hämmert knurrend die Drehzahlleiter rauf. Kurz vor dem Begrenzer ertönt ein markanter Doppel-Piepser. Wer voll auf die Strecke konzentriert ist, der kann die Drehzahl schon mal aus den Augen verlieren. Dank dieses ebenso simplen wie hilfreichen PRO-Features aber nicht aus den Ohren. Das für Puristen natürlich abschaltbar ist. Akustisch quittiert wird auch jedes Runterschalten. Nicht durch Piepsen, sondern per Donnersalven.

Der GT 63 PRO legt bei der Sportlichkeit noch mal nach – zur Freude von Trackday-Fahrern.
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Auf dem anspruchsvollen 5,425 Kilometer-Kurs spielt der Achtzylinder seine erhabene Elastizität voll aus. Wo sich blinde Kuppen, schnelle Steilkurven und enge Schikanen abwechseln, ist oftmals der nächsthöhere Gang die bessere Wahl. Das bringt Ruhe ins Fahrgeschehen. Wobei der PRO mit nur unwesentlich besseren Antriebswerten glänzt.
Mercedes-AMG GT 63 PRO: 612 PS und 850 Newtonmeter
Mit 612 PS und 850 Newtonmetern steigt die Leistung um 27 PS, das Drehmoment um 50 Newtonmeter. Bei der Beschleunigung aus dem Stand bis Tempo 100 herrscht mit jeweils 3,2 Sekunden noch Gleichstand. Bis 200 km/h knöpft der PRO dem Standard-GT 63 immerhin 0,5 Sekunden ab, meistert die 0-bis-200-Disziplin in 10,9 Sekunden. Auch die Höchstgeschwindigkeit klettert um 2 km/h auf Tempo 317. So viel fürs Autoquartett.
Wesentlich bedeutender für konstant schnellere Rundenzeiten sind die Punkte Haftung und Kühlung. Allein den mechanischen Grip können Kunden in eine neue Dimension heben, indem sie den GT 63 PRO mit optionalen Semislicks ordern. Dann ersetzen Michelin Pilot Sport Cup 2R mit Hersteller-Kennzeichnung die serienmäßigen Pilot Sport 5, ohne Aufpreis. Einmal warmgefahren, nehmen Grip und Fliehkräfte deutlich zu.

Der 4,0-Liter-V8-Biturbo hämmert knurrend die Drehzahlleiter rauf.
Bild: Mercedes-Benz AG
Die fast zwei Tonnen Auto – 1950 Kilogramm Leergewicht – fahren sich erstaunlich leichtfüßig, präzise und souverän. Was den PRO dabei wirklich differenziert, ist sein aerodynamischer und thermischer Feinschliff. Am auffälligsten ist die neu gestaltete Frontschürze mit zusätzlichen Luftleitelementen. Von außen kaum sichtbar, aber effektiv sind die aus einer Gummimischung hergestellten Finnen am Unterboden.
Auf Höhe der Vorder- und Hinterachse angebracht, beschleunigen sie den Luftstrom und verbessern den aerodynamischen Grip. Im Zusammenspiel mit dem vorhandenen Aero-Konzept reduziert sich der Auftrieb an der Vorderachse um über 30 Kilogramm. Der Abtrieb an der Hinterachse erhöht sich um rund 15 Kilo.
Ebenso erweiterte AMG das Kühlerpaket des Motors. Eine aktive Flüssigkeitskühlung leitet die Wärme von Vorder- und Hinterachsdifferenzial sowie vom Verteilergetriebe ab. Die beim GT 63 optionalen Keramik-Bremsscheiben sind beim PRO nicht nur Standard, sondern sie bekommen auch mehr Luft. Denn ein eleganter Spagat gelingt nur, wenn er auf Dauer nicht schmerzhaft wird.
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