Mercedes B-Klasse: TÜV-Report 2026
Die gebrauchte B-Klasse trägt den Stern zu Recht

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Einst misstrauisch beäugt und als Rentner-Van belächelt. Dabei ist die B-Klasse nicht nur vielseitig, sondern auch zuverlässig – Taxifahrer und Autokenner wissen das längst. Zwei Generationen B-Klasse im TÜV-Check!
Bild: Toni Bader
Die Mercedes B-Klasse ist ein komfortorientierter Kompaktvan mit klarem Fokus auf Alltagstauglichkeit. Bequemer Einstieg, gute Übersicht und solide Platzverhältnisse prägen das Konzept. In den Hauptuntersuchungen schneidet sie insgesamt ordentlich ab, typische Mängel betreffen eher Verschleißteile als gravierende Technikprobleme.
Mercedes B-Klasse (W 247)
Das ist er: Der Dynamiker unter den Hochdachkompakten. Die dritte Generation der B-Klasse hat ringsum zugelegt. Der verlängerte Radstand schenkt mehr Platz und Fahrkomfort, das MBUX-System liefert Infotainment auf neuestem Stand. Sicherheitssysteme aus der S-Klasse erlauben sogar teilautonomes Fahren (Option).

Die dritte Generation der Mercedes B-Klasse bietet mehr Platz und Komfort als die Vorgänger.
Bild: Toni Bader
Das kann er: Geschliffen fahren, denn Lenkung und Fahrwerk treffen den Goldenen Schnitt zwischen Fahrspaß und Mercedes-Komfort. Der verbesserte cW-Wert senkt gemeinsam mit effizienten Antrieben den Spritverbrauch. Mit dem Facelift 2022 erhielten die Benziner elektrische Kompressoren, die Diesel und stärkere Benziner ein neues Doppelkupplungsgetriebe mit acht Gängen. Das Bordnetz arbeitet seit der Modellpflege durchweg mit 48 Volt. Der Plug-in-Hybrid mit 218 PS Systemleistung wurde schrittweise optimiert und bekam 2024 einen größeren Akku für offiziell 83 Kilometer Reichweite.
Das macht Ärger: Elektronikzicken des Infotainments, vibrierende Cockpits, zugesetzte Innenraumfilter. Rückrufe betrafen fehlerhafte Airbags, sich lösende Bremssattelgehäuse, Metallspäne im ABS-System, defekte Rücksitzlehnen, nicht abschaltbares Fernlicht (Multibeam) und Brandgefahr am DCT-Getriebe.
Mercedes B-Klasse (W 246)
- Bauzeit: 2011 bis 2018
- Motoren: 90 PS (B 160 CDI) bis 211 PS (B 250)
- Gebrauchtpreis: ab 3500 Euro
Das ist er: Die A-Klasse als höhergelegtes Raumauto. Ausstattung und Antriebe stimmen mit dem flachen Kompakten (W 176) überein. Die Benziner leisten 122 bis 211 PS, die Diesel 90 bis 177 PS. Selten bleiben der Stromer B 250 e mit Tesla-Motor und das Erdgasmodell B 200 Natural Gas Drive. 2014 brachte ein Facelift frische Optik, ein größeres Display und Allradantrieb.

Im AUTO BILD-Dauertest erreichte ein W 246 nur die Note 2-.
Bild: Toni Bader
Das kann er: Verwöhnen mit bequemem Einstieg, guter Rundumsicht und reichlich Platz. Mit seinem üppigen Fond taugt er auch als Taxi. Benziner im B 180 oder B 200 sind gute Kompromisse aus Leistung und Effizienz, unter Vielfahrern hat der 1,5-Liter-Diesel (90/109 PS) nicht den besten Ruf.
Das macht Ärger: Das zu harte Sportfahrwerk hat Mercedes Mitte 2012 weicher abgestimmt. Verwirrte Assis erforderten einige Updates. Die bekam auch das ruckelnde Doppelkupplungsgetriebe. Im AUTO BILD-Dauertest (2015) ließ ein klappernder 200 CDI Qualität vermissen; Note 2–. Rückrufe betrafen unter anderem Lenkung, Airbags, den Steuerkettenspanner, Bremskraftverstärker und Brandgefahr durch überlastete Startstrombegrenzer.
Mercedes B-Klasse: Mängeleinteilung*
Ohne Mängel | Geringe Mängel | Erhebliche Mängel | Verkehrsunsicher | |
|---|---|---|---|---|
Alter | ||||
2-3 Jahre | 94,7 (Ø 89,4) | 2,3 (Ø 4,0) | 3,0 (Ø 6,5) | 0,0 (Ø 0,0) |
4-5 Jahre | 92,1 (Ø 84,7) | 2,8 (Ø 5,3) | 5,1 (Ø 10,0) | 0,0 (Ø 0,0) |
6-7 Jahre | 83,3 (Ø 78,8) | 7,6 (Ø 7,6) | 9,1 (Ø 13,6) | 0,0 (Ø 0,0) |
8-9 Jahre | 80,9 (Ø 71,7) | 8,2 (Ø 10,0) | 11,0 (Ø 18,3) | 0,0 (Ø 0,0) |
10-11 Jahre | 78,3 (Ø 64,7) | 7,8 (Ø 12,4) | 13,9 (Ø 22,9) | 0,0 (Ø 0,0) |
12-13 Jahre | 72,1 (Ø 56,0) | 8,8 (Ø 15,5) | 19,0 (Ø 28,4) | 0,1 (Ø 0,1) |
Das TÜV-Urteil
Fahrwerk
Beide Generationen sind durchweg grundsolide: Antriebswellen und Lenkanlage liegen nahe an der Null-Fehler-Linie. Ab der vierten HU werden Achsaufhängungen sowie Achsfedern und -dämpfer gelegentlich moniert, die Mängelquoten liegen jedoch weit unterm Durchschnitt. Rost ist beim kompakten Mercedes kein Thema.
Licht
Nur die hintere Beleuchtung des älteren W 246 zeigt sich anfällig, hier liegt die Mängelquote der Sechs- bis Neunjährigen klar über dem Durchschnitt. Alle anderen Prüfpunkte werden unauffällig erfüllt.
Bremsen
Am W 246 gammeln schon mal die Bremsschläuche, bei den 12-13-Jährigen korrodieren die Bremsleitungen. Alte Mercedes-Krankheit: Am W 247 werden schon bei der ersten HU die Feststellbremsen etwas häufiger moniert.
Umwelt
Beide Generationen halten gut dicht, aus dem Antrieb entweicht nur selten Öl. Auch die Abgasanlagen zeigen sich generell sehr solide. Die AU ist kein Problem, hier liegt die Durchfallrate durchweg klar unter dem Klassendurchschnitt.
Fazit
Beide Generationen des Kompaktvans werden unterdurchschnittlich bewegt und meist gut gepflegt - das schlägt sich in guten TÜV-Resultaten nieder. Nur bei den Rückleuchten (W 246) und der E-Parkbremse (W 247) straucheln die B-Klassen. Durchweg Top-Platzierungen in den Rankings zeigen die insgesamt sehr anständige Langlebigkeit. Und die will bezahlt werden.
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