Mercedes C 63 AMG T-Modell: Gebrauchtwagen-Test
Mercedes C 63 AMG zum Golf-Preis

Vom Biedermann zum Brandstifter: Als C 63 AMG wird aus der braven C-Klasse ein echter Traumkombi.
Bild: Christoph Börries
Was für ein fieser Verführer die C-Klasse in der AMG-Version doch ist. Nach wenigen Kilometern hinterm Steuer reimt man sich ganz krumme Geschichten zusammen: Alltagstauglich, solide und verdammt wertstabil – vernünftiger geht's doch kaum. Beim Blick aufs Kostenkapitel kommt man dafür schnell wieder zur Besinnung. Trotzdem kann man den Reizen des AMG nur schwer widerstehen. Von außen fast noch unscheinbar, wird die Sache hinterm Steuer zum Spektakel. Schon der Anblick der stark gewölbten Motorhaube sorgt für erwartungsvolle Vorfreude, die der V8 noch locker übertrifft. Allein das Ansprechverhalten des 6.2ers: Bei jeder noch so kleinen Bewegung der Zehen im rechten Schuh huschen die Drosselklappen beiseite, und das T-Modell schiebt umgehend stimmgewaltig an – in wirklich jedem Drehzahlbereich! Fast schon verwunderlich: Das Riesenaggregat schränkt die Fahrbarkeit kaum ein. Der C 63 wirkt stimmig und nicht überzüchtet. Wer auf Quersperre und 30 weitere PS verzichten kann, sollte sich gegen das Performance Package entscheiden. Denn die 487 PS starke Version hat ein viel härteres Fahrwerk, das alle Unebenheiten ziemlich verbissen durchstempelt. Der Standard-C 63 bleibt da bekömmlicher.
Überblick: Alles zum Mercedes C 63 AMG T-Modell

Elegante Erscheinung: Dem C 63 AMG T-Modell sieht man seine Leistung erst auf den zweiten Blick an. Schwarz steht dem Eiltransporter sehr gut.
Unser Testwagen ist eine Leihgabe des Autoparks Stade. Im Serviceheft nur sternförmige Stempel, und außer leichtem Steinschlag gibt es keinerlei Kampfspuren. Der aufgerufene Preis erscheint fair. Die drei Jahre alten Reifen müssen hinten aber bald erneuert werden. Nicht ungewöhnlich, manchmal halten sie sogar nur 8000 Kilometer. Mit dem Facelift erhielt der C 63 das MCT-Getriebe von SL und SLS. Statt eines Wandlers nutzt das ebenso robuste wie komfortable MCT eine im Ölbad laufende Anfahrkupplung für flottere Starts und Gangwechsel. Bei der zuvor eingesetzten 7G-Tronic ist das Steuergerät im Getriebe integriert. Fällt der Drehzahlsensor aus, muss die ganze Einheit getauscht werden. Macht rund 1500 Euro. Problemlos dagegen: die Steuerkette. Gebrauchte mit mehr als 250.000 Kilometern sind daher keine Seltenheit. Was aber niemanden wirklich verwundern kann – so ein AMG ist halt ein echt fetter Verführer.
Fazit von Stefan Novitski: Der gewaltige Motor wirkt in der C-Klasse nicht fehlplatziert – im Gegenteil. Als letzter Sauger ist dieser C 63 Garant für stabile Preise. Schwachstellen am Motor merzte AMG sukzessive aus. Die Kosten für Wartung und Unterhalt bleiben aber hoch. Urteil: 4,5 von fünf Punkten.
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