Mercedes, VW, Ford: Hochdach-Kombis

Mercedes Citan, VW Caddy, Ford Tourneo Connect: Gebrauchtwagen

Hochdach-Kombis und ihre Tücken

Citan, Caddy und Tourneo Connect haben 'ne Menge auf dem Kasten – zeigen im Alter aber auch Schwächen. AUTO BILD sagt, worauf zu achten ist.
Kompakte Hochdachkombis bieten viel Platz auf einer überschaubar großen Grundfläche. Kind und Kegel passen genauso rein wie Werkzeug oder das Lieblingssportgerät fürs Wochenende. Mercedes Citan, VW Caddy und Ford Tourneo Connect gehören zu dieser Kategorie. AUTO BILD fasst ihre Stärken und Schwächen zusammen – und zeigt drei interessante Gebrauchtwagen.

Mercedes Citan: Französischer Malocher mit Daimler-Make-up

Praktisch, aber nicht premium: Der Mercedes Citan ist mehr Renault Kangoo als Daimler.

Praktischer als der Mercedes Citan ist kaum einer in dieser Fahrzeugklasse. Platz bietet er in Hülle und Fülle. Auf den Vordersitzen kommen auch Großgewachsene zurecht, beim Einstieg nach hinten helfen die cleveren Schiebetüren. 506 Kilo dürfen maximal zugeladen werden, 685 bis 3000 Liter Gepäck kann der Citan, der auf dem Renault Kangoo basiert, je nach Radstand mitnehmen. Sympathisch sind seine gemütlich-komfortable Abstimmung und die sprichwörtlich schwäbische Sparsamkeit der Dieselmotoren. Nach dem Gefühl, einen Mercedes zu fahren, suchen potenzielle Interessenten dagegen vergebens. Mercedes-Sterne und runde Luftauströmer bemühen sich zwar um den Daimler-Eindruck. Doch das viele Hartplastik an Bord und die Neigung zum Knirschen und Klappern, die sich nach ein paar Tausend Kilometern einstellt, halten erfolgreich dagegen. Mercedes geht anders. Dynamisch bewegen lässt sich der Citan nicht. Er schiebt stark untersteuernd durch die Kurven und zeigt sich windanfällig. Vom Zwillingsbruder Kangoo weiß der TÜV, dass Federn und Dämpfung vor dem Kauf unter die Lupe genommen werden sollten. Zudem verschleißen die Bremsen schnell. Der in Weißenburg (Bayern) angebotene Citan 108 CDI hat laut Anzeige eine Lkw-Zulassung, zwei Vorbesitzer, 73.168 Kilometer auf der Uhr und soll 8990 Euro kosten.

VW Caddy: Dieser Transporter könnte eine bessere Wartung vertragen

Der inserierte Caddy macht auf den ersten Blick einen sehr gepflegten Eindruck. Sein Diesel schafft Euro 6.

Der TÜV-Report 2019 erklärt sich das mittelmäßige Abschneiden des VW Caddy bei der HU damit, dass solche Transporter schlecht gepflegt werden. Bei Bremsscheiben und Federn ist die Mängelquote auffällig hoch, dazu kommen Probleme mit den Rückleuchten. Mitunter verschleißen die Laufrollen der Schiebetüren, in manchen Fällen werden die Schiebefenster undicht oder Clips der Seilzugschaltung brechen ab. Das ist zu verkraften und meist relativ kostengünstig zu beheben. Wenn die Heckklappe rostet, beginnt dagegen der Ärger. Weil sie mehr Gewicht als im Golf bewegen müssen, geben manche Kupplung und manches Getriebe den Geist auf. Das kann teuer werden. Gleiches gilt für den Bremsdrucksensor. Geht der kaputt, muss ein neues ESP-Aggregat her, und dessen Austausch kostet 800 Euro. Das Raumgefühl dagegen stimmt. Der VW Caddy überzeugt mit viel Platz. Vom Boden bis zur Fensterkante passen 750 Liter Gepäck in den Kofferraum. Reicht das nicht aus, gibt es noch den 47 Zentimeter längeren Caddy Maxi. Inklusive dritter Sitzreihe war der Caddy zu seiner Zeit einer der günstigsten Siebensitzer am Markt. Pragmatiker freuen sich über die widerstandsfähigen Materialien im Caddy und seine seitlich angeschlagenen Hecktüren. Fahrdynamik-Fans sollten eher einen Bogen um dieses VW-Modell machen. Die Hinterräder hängen an einer Starrachse mit Blattfedern. Präzise fahren geht anders. In Hamburg steht ein VW Caddy 2.0 TDI Kombi mit 118.244 Kilometern, einem Vorbesitzer und fünf Sitzen zum Verkauf. Erfreulich: Der Caddy ist Jahrgang 2016 und schafft laut Anzeige die Euro-6-Norm. Damit ist er von kommenden Diesel-Fahrverboten ausgenommen. Preis: 9990 Euro.

Ford Tourneo Connect: Kölner mit viel Platz für die Familie

Durch die großen Schiebetüren geht es ganz bequem in den Fond des Ford Tourneo Connect.

Familien mit erhöhtem Platzbedarf lieben den Ford Tourneo Connect. Obwohl nur 4,42 Meter lang, passen bis zu 1029 Liter Gepäck hinter die große Heckklappe. Reicht das nicht aus, lässt sich die zweigeteilte Rückbank umklappen, aufstellen oder ganz ausbauen. Dann gehen 2,4 Kubikmeter Ladung ins Auto. Die Passagiere weiß der aufgehübschte Lieferwagen darüber hinaus zu überzeugen. Durch die großen Schiebetüren geht es ganz bequem in den Fond. In beiden Sitzreihen ist der Knieraum üppig und die Kopffreiheit groß. So groß, dass unter dem Dach sogar noch Platz für Staufächer bleibt. An den Rückenlehnen der Vordersitze gibt's kleine Klapptische. Mit überraschenden Extras wie einer automatischen Notbremse trumpft der Tourneo Connect zudem auf. Da lässt sich das mangelnde Angebot an Staufächern auf den Vordersitzen verschmerzen. Der kleine Diesel kommt im besten Fall mit 4,6 Litern Kraftstoff aus. Insgesamt hat Ford den Tourneo Connect so motorisiert, dass er in allen Versionen gut im Verkehr mitschwimmt. Tourneo Connect und Ford C-Max basieren beide auf der Focus-Plattform. Das TÜV-Ergebnis des C-Max ist ziemlich gut. Die Prüfer bescheinigen ihm eine hohe Zuverlässigkeit. Einziger Kritikpunkt: Die Achsgelenke sind zu schwach dimensioniert und kommen mit dem hohen Fahrzeuggewicht nicht klar. Tourneo-Eigner ficht das nicht an. Ihr Auto hat hinten eine stabile Verbundlenkerachse. Offenbar neigen aber die Schiebetüren beim dem einen oder anderen Auto zu Knarzgeräuschen und müssen dann nachgestellt werden. Vereinzelt berichten Besitzer darüber hinaus von sich lösenden Gummileisten an den Schiebetüren und von Elektronikproblemen. Ein Händler aus Fürstenwalde (Brandenburg) inseriert gerade einen Tourneo Connect mit Klimaanlage und Parkpilot. Der Kilometerstand beträgt 102.732. Er hatte drei Vorbesitzer und kostet 10.470 Euro.

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