Mercedes EQE 500, Mercedes E 450: Kaufberatung
Mercedes E-Klasse: besser als Elektro oder als Einspritzer?

Modernes E-Auto oder klassischer Verbrenner? Die Mercedes E-Klasse stellt sich dem Antriebscheck – ein Duell um Können, Komfort und Kosten.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Da war doch schon mal was … aufmerksame Leser werden bemerken, dass wir Mercedes E 450 und EQE 500 vor annähernd zwei Jahren schon mal gegenübergestellt haben. Doch keine Panik: Wir setzen jetzt nicht wie das öffentlich-rechtliche Fernsehen auf Wiederholungen.
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Grund für die Neuauflage des Benzin-Batterie-Duells ist, dass die Schwaben bei der elektrischen E-Klasse ein bisschen nachgebessert haben, was sich am deutlichsten an 41 PS mehr Leistung zeigt. Ob und wie die das Ergebnis beeinflussen und was sonst noch anders ist als 2024, lesen Sie hier.
In 4,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h
Neben der optimierten Motorsteuerung des EQE, die das PS-Plus bei unverändertem Drehmoment von 858 Nm bringt, haben die Mercedes-Ingenieure auch Software und Akku-Management verbessert.

Elektrorakete: Der immerhin 2,5 Tonnen schwere EQE 500 sprintet jetzt in schlanken 4,4 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Die beiden permanenterregten Synchronmaschinen schieben den Stromer immer noch vehement und nachdrücklich nach vorn, höhere Dauer- und Peakleistungen verkürzen die Sprintzeit bis 100 km/h von 4,7 auf 4,4 Sekunden.
Gegenüber dem E 450 (0–100 km/h in 4,5 s) wirkt der EQE tatsächlich wacher, direkter, spontaner, auf der Autobahn kann sich der Benziner mit 250 km/h Höchstgeschwindigkeit (EQE 210 km/h) dann aber klar absetzen – wenn der Verkehr es denn zulässt.
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Ohnehin beeindruckt der E 450 am stärksten, wenn er auf langen Reisen freie Fahrt findet. Dann gibt er sehr souverän die klassische Stufenheck-Limousine, verwöhnt mit großzügigem Platzangebot und bietet im Fond sogar etwas mehr Breite und Kopffreiheit als der Stromer.
Benziner mit wunderbarer Laufkultur
Und dann dieser Motor, der nicht nur Maschinenbauer begeistert. Der längs eingebaute Reihensechszylinder-Benziner bedient sich dabei moderner Mildhybrid-Technik, die 23 PS beisteuert und somit satte 404 PS an allen vier Rädern abliefert.

Reihensechser zum Verlieben: Der Verbrenner im E 450 mobilisiert 381 PS und wird von einem E-Motor mit 23 PS unterstützt.
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Eine wirklich starke Vorstellung, bei der die Manieren dennoch gewahrt werden; mit einem rauchigen Klang, der auch mal selbstbewusst den Ton angibt. Natürlich wird der E 450 lauter als der EQE 500, er bleibt aber stets unaufdringlich.
Elektrisches Fahren hat seinen Reiz
Das gilt auch für die Federung, die den Benziner lässig-elegant selbst über schlechte Strecken bringt und nur ab und an ein feines Zittern durchdringen lässt. Doch genau dieses zuweilen trockene Ansprechen unterscheidet ihn vom EQE. Der immerhin fast 2,5 Tonnen schwere Stromer scheint alles einfach glatt zu bügeln, was sich seiner Schwebe-Fahrt in den Weg stellt, hier spricht er minimal feiner an als der 450er.

Gut abgestimmt: Der EQE 500 reagiert feinfühlig aufs Fahrpedal, die Rekuperation arbeitet überzeugend harmonisch.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Auch sonst hat das elektrische Fahren durchaus seinen Reiz. Feinfühlig und gleichzeitig fulminant reagiert der EQE 500 aufs Fahrpedal, die in drei Stufen einstellbare Rekuperation arbeitet überzeugend harmonisch, das One-Pedal-Drive bis zum Stillstand funktioniert tadellos und weckt den Ehrgeiz, sich ganz ohne Nutzung der Fußbremse zu bewegen.
Stromer fährt gut und verbraucht viel
Bei so viel elektrischer Eleganz überrascht es fast, wie handlich der 500er sich fährt – im Sport-Modus kam uns der aktuelle Stromer sogar noch einen Hauch direkter vor als zuvor.

Licht und Schatten: Der EQE fährt sich handlich und direkt. Leider ist sein Verbrauch bei niedrigen Temperaturen ziemlich hoch.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Bleibt die Frage nach dem Geld. Und da musste der verbesserte EQE zur Verbrauchsfahrt leider bei garstigen minus 1 Grad ran. So saugt er 30,5 kWh/100 km aus dem 91-kWh-Akku und schafft 335 Kilometer.
Bei den Kilometerkosten gewinnt der Benziner
Vor zwei Jahren waren es noch 407 Kilometer – da lag die Temperatur aber auch bei plus 8 Grad. So oder so kommt der E 450 natürlich deutlich weiter, muss erst nach mehr als 700 Kilometern wieder an die Zapfsäule.
Fahrzeugdaten
Modell | Mercedes EQE 500 4Matic | Mercedes E 450 4Matic |
|---|---|---|
Elektro | Benziner | |
Motor | zwei Elektromotoren | Reihensechszylinder, Turbo, Mildhybrid |
Leistung/Systemleistung | 330 kW (449 PS) | 280 + 17 kW (381 + 23 PS) |
Drehmoment | 858 Nm | 500 Nm |
0-100 km/h | 4,4 s | 4,5 s |
Vmax | 210 km/h | 250 km/h |
Antrieb/Getriebe | Allrad/Einganggetriebe | Allrad/Neunstufenautomatik |
Verbrauch– Reichweite WLTP | 16,9 kWh/100 km/622 km | 7,5 l S/100 km – k. A. |
Testverbrauch – Reichweite | 30,5 kWh/100 km – 335 km | 8,9 l S/100 km – 741 km |
Batteriekapazität/Tank | 90 kWh | 66 l |
Länge/Breite/Höhe | 4946/1961-2103/1510 mm | 4949/1880-2065/1469 mm |
Radstand | 3120 mm | 2961 mm |
Kofferraum | 430 l | 540 l |
Leergewicht/Zuladung | 2485/550 kg | 1995/590 kg |
Anhänge-/Stützlast | 1700/75 kg | 2100/84 kg |
Typklassen (HPF/TK/VK) | 20/25/29 | 20/28/26 |
Grundpreis | 84.764 Euro | 82.574 Euro |
Kraftstoff-/Stromkosten (60.000 km)* | 8052 Euro | 8085 Euro |
Wartung (4 Jahre) | 0 Euro** | 2400 Euro |
Steuer (4 Jahre) | 0 Euro | 948 Euro |
Versicherung (HPF/VK 4 Jahre) | 13.618,24 Euro | 9184,20 Euro |
Wertverlust (4 Jahre; 60.000km)*** | 52.460,25 Euro | 40.874,18 Euro |
Gesamt | 74.130,49 Euro | 61.491,38 Euro |
Kosten pro Kilometer | 1,14 / 1,24 Euro**** | 1,02 Euro |
Obwohl die Wartung beim EQE über sechs Jahre und 90.000 Kilometer inbegriffen ist, kostet jeder Kilometer im geringfügig teureren und deutlich weniger wertstabilen Stromer so 22 Cent mehr als beim Benziner. Selbst wenn wir die volle Förderung von 6000 Euro unterstellen, liegt der EQE noch bei 1,14 Euro/km – also gut zehn Prozent über dem E 450.
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