EQA, EQB, EQC, EQS – und jetzt EQE. Mercedes schließt die letzte Lücke im Programm seiner E-SUV. Das EQE SUV steht auf derselben E-Plattform wie EQS und EQE als Limo und SUV. Sein großer Bruder EQS SUV ist ja gerade gestartet. 

Mit 4,86 Meter Länge, 1,94 Breite und 1,69 Meter Höhe ist er etwas kleiner als das EQS SUV (5,13 Meter lang, 1,96 breit, 1,72 hoch), der Radstand liegt bei 3,03 Meter – das sind neun Zentimeter weniger als bei der EQE Limousine (EQS SUV 3,21 Meter).
Mercedes EQE 500 SUV
Design wie aus einem Guss, alles ganz glatt und harmonisch hier. Ausgefeilte Aerodynamik, der Cw-Wert startet bei 0,25.
Bild: Daimler AG
Aber, kein Zweifel, das EQE SUV ist immer noch eine ziemlich mächtige Erscheinung. Der Familientradition bleibt das Design treu, alles rund und glatt hier, strömungsoptimiert und harmonisch. Nur nicht auffallen. Der Cw-Wert startet bei 0,25. Und wie der große Bruder EQS ist auch der EQE als SUV noch größer, als er sowieso schon aussieht. Auch eine Qualität des Designs.

Die Einrichtung ist edel, das Platzangebot großzügig 

Die Einrichtung an Bord ist vertraut aus EQS und EQE, mit den auffälligen Lüftungsdüsen, der frei stehenden Mittelkonsole und dem funkelnden, 1,41 Meter breiten, Hyperscreen mit den drei Displays, der allerdings Aufpreis kosten wird. 
Mercedes EQE 500 SUV
Das Cockpit ist edel gemacht. Der Hyperscreen (Aufpreis) besteht aus drei Displays, jeweils 12,3 Zoll groß für Instrumente und Beifahrer, 17,7 Zoll für Navi und Multimedia. Alle mit feiner Grafik.
Bild: Daimler AG
Die Instrumente lassen sich zigfach konfigurieren, allesamt in bildschöner Optik, der große Touchscreen in der Mitte liegt gut zur Hand und verfügt über umfangreiche, aber klar sortierte Menus und die MBUX-Sprachbedienung reagiert schnell und freundlich.
Mercedes EQE 500 SUV
Der Fond ist großzügig geschnitten, auf der bequemen Rückbank sitzen auch große Leute angenehm. 
Bild: Daimler AG
Das Platzangebot wirkt großzügig, auch der Fond ausgesprochen geräumig – wie groß genau die Unterschiede etwa zum EQS SUV sind, werden wir später nochmal genau vermessen. Vorn sitzt man jedenfalls auf den Multikontursitzen (Aufpreis) hochkomfortabel und auch im Fond auf der bequemen Rückbank sehr angenehm. Der Kofferraum schluckt im EQE SUV 520 bis 1675 Liter, zum Vergleich: beim EQS SUV Fünfsitzer sind es 645 bis 2100 Liter.

Das EQE SUV gibt es in drei Leistungsstufen von 245 bis 408 PS 

Das EQE SUV kommt in drei Leistungsstufen: Als EQE 300 mit 245 PS und Hinterradantrieb, als EQE 350 mit 292 PS (Hinterrad und Allrad 4Matic) und als EQE 500 4Matic mit 408 PS und stets Allradantrieb. Die Batterie ist immer 90 kWh groß. Geladen werden kann serienmäßig mit 11 KW Wechselstrom, 22 kW werden Aufpreis kosten, und mit maximal 170 kW am Gleichstrom-Schnellader.
Auf der ersten Ausfahrt waren wir mit dem EQE 500 unterwegs. Der beschleunigt mit den 408 PS zügig, nachdrücklich, auf Wunsch auch heftig. Typisch für leistungsstarke E-Autos geschieht dies fast beiläufig, unaufgeregt und stets auch bemerkenswert leise. Für die Beschleunigung von null auf hundert verspricht Mercedes 4,9 Sekunden. 

Das E-System funktioniert bestens 

Die Leistung lässt sich mit dem Fahrpedal fein dosieren, die Rekuperation ist in drei Stufen mit den Schaltwippen am Lenkrad verstellbar, praktisch etwa in der Stadt. Im besonders empfehlenswerten Automatik-Modus spricht sie aufmerksam und schnell an, dann arbeitet sie mit Navi und Radar, One-Pedal-Drive funktioniert bestens, bis zum Stillstand. Überhaupt spürt man dem ganzen E-System inzwischen einen Reifegrad an.

Der 2,6-Tonnen-EQE ist ein schneller, gelassener Gleiter 

Der Testwagen besaß Luftfederung und Hinterradlenkung – beides wird Aufpreis kosten, detaillierte Preis gibt Mercedes allerdings erst später bekannt. Die Luftfederung reagiert feinfühlig und sensibel – ohne jemals schwammig oder wattig zu werden. Und die aufgezogenen 22-Zöller nehmen Kanten, Fugen und ähnliches auch durchaus nachdrücklich zur Kenntnis.
Mercedes EQE 500 SUV
Der sehr üppige Radstand von 3,03 Metern streckt die Linie. Heck mit Dachspoiler und durchgehendem Leuchtenband.  
Bild: Daimler AG
Die Hinterradlenkung braucht ein bisschen Gewöhnung – sie spricht für Mercedes-Verhältnisse ungewohnt zackig an – hat man sich damit angefreundet, verleiht sie dem 2,6-Tonnen-Trumm aber eine erstaunliche Handlichkeit. Zu Sportler wird der EQE damit ganz bestimmt nicht, der bleibt ein schneller, sanfter und gelassener Gleiter.

Das Bankkonto sollte gut gefüllt sein 

Los geht es bei uns im Mai, die Preise starten bei 83.488 Euro für den EQE 300 SUV, der Test-EQE 500 SUV steht ab 99.841 Euro in der Liste. Gewaltige Lücken tun sich weniger im Modellprogramm als ganz woanders auf – auf dem Bankkonto.

Fazit

Technisch ist der Mercedes EQE herausragend. Als SUV hat er jede Menge Platz, eine feine Einrichtung, fährt hochkomfortabel und sehr schnell. So lassen wir uns Elektro-Mobilität gern gefallen. Allerdings bringt er ein sehr hohes Gewicht auf die Waage. Und der Preis raubt einem den Atem.