Die neue Formel-1-Ära mit 50 Prozent Elektroanteil startet mit einem altbekannten Bild: Mercedes ist zurück an der Spitze der Königsklasse. Beim Saisonauftakt in Australien feiern die Dominatoren der ersten Hybrid-Ära einen am Ende souveränen Doppelsieg. George Russell gewinnt in Melbourne vor Teamkollege Andrea Kimi Antonelli. Ferrari komplettiert das Podium mit Charles Leclerc, Lewis Hamilton wird Vierter.
„Ich mag dieses Auto und ich mag diesen Motor“, jubelt Russell am Boxenfunk. „Am Anfang war es ein riesiger Kampf. Ich bin froh, dass ich am Ende vorne war.“
Auch Mercedes-Teamchef Toto Wolff kann den neuen Regeln einiges abgewinnen: „Jeder, der gesagt hat, das sei vielleicht nur Show, wurde eines Besseren belehrt“, sagt er. „Am Ende hat die Strategie für uns den Unterschied gemacht.“

Ferrari überrascht am Start

Zunächst sieht es allerdings nach einem Ferrari-Coup aus. Dank eines schneller hochdrehenden Turbos erwischt Leclerc einen perfekten Start und schiebt sich von Platz vier aus sofort an beiden Mercedes vorbei in Führung. Auch Hamilton kommt gut weg und arbeitet sich früh von Rang sieben bis auf Position drei nach vorne.
Dank eines schneller hochdrehenden Turbos erwischt Leclerc einen perfekten Start.
Bild: Red Bull Content Pool
In den ersten Rennrunden liefern sich Leclerc und Russell ein intensives Duell um die Führung, bei dem die Positionen mehrfach wechseln. Klassische Ausbremsmanöver bleiben zwar aus, doch die Attacken mit zusätzlicher Elektro-Power sorgen für ungewohntes, aber unterhaltsames Racing.
Sky-Experte Ralf Schumacher zeigt sich überrascht: „Ich kann mich nicht erinnern, das in der Formel 1 schon einmal so gesehen zu haben. Früher konnte man ranfahren, kam aber nicht vorbei. Jetzt ist das anders und für die Zuschauer durchaus spannend.“
Eine virtuelle Safety-Car-Phase nach einem Antriebsdefekt bei Isack Hadjar bringt schließlich die Vorentscheidung. Mercedes reagiert sofort und holt beide Fahrer gleichzeitig zum Boxenstopp. Die Strategie verschafft den Silberpfeilen den entscheidenden Vorteil im weiteren Rennverlauf. Russell kontrolliert danach das Rennen und fährt den Sieg souverän nach Hause.

Formel 1 Australien Grand Prix 2026 Ergebnis

Formel 1 Australien Grand Prix 2026 Ergebnis
1
George Russell
Mercedes
01:22.670 Std.
2
Andrea Kimi Antonelli
Mercedes
01:22.417
00:02.974
3
Charles Leclerc
Ferrari
01:22.579
00:15.519
4
Lewis Hamilton
Ferrari
01:22.423
00:16.144
5
Lando Norris
McLaren
01:22.358
00:51.741
6
Max Verstappen
Red Bull
01:22.091
00:54.617
7
Oliver Bearman
Haas
01:24.020
+1 Rnd.
8
Arvid Lindblad
Racing Bulls
01:24.182
+1 Rnd.
9
Gabriel Bortoleto
Audi
01:23.257
+1 Rnd.
10
Pierre Gasly
Alpine
01:24.486
+1 Rnd.
11
Esteban Ocon
Haas
01:24.424
+1 Rnd.
12
Alex Albon
Williams
01:24.375
+1 Rnd.
13
Liam Lawson
Racing Bulls
01:23.783
+1 Rnd.
14
Franco Colapinto
Alpine
01:22.926
+2 Rnd.
15
Carlos Sainz
Williams
01:23.590
+2 Rnd.
16
Sergio Perez
Cadillac
01:26.070
+3 Rnd.
17
Lance Stroll
Aston Martin
01:25.410
+15 Rnd.
18
Fernando Alonso
Aston Martin
01:25.713
+37 Rnd.
19
Valtteri Bottas
Cadillac
01:27.364
+42 Rnd.
20
Isack Hadjar
Red Bull
01:25.239
+47 Rnd.
21
Oscar Piastri
McLaren
22
Nico Hülkenberg
Audi
„Ich bin der Meinung, dass Mercedes noch Luft nach oben hat“, glaubt Ralf Schumacher. "Das war am Ende fast spielerisch.“.
Max Verstappen betreibt derweil Schadensbegrenzung. Nach seinem Crash im Qualifying startet der viermalige Weltmeister nur von Platz 20, arbeitet sich aber noch bis auf Rang sechs nach vorne. Nur an Lando Norris im McLaren (Platz fünf) kommt der Red-Bull-Star nicht mehr vorbei.

Audi punktet beim Debüt

Ein starkes Ergebnis gelingt auch Audi. Nach einem guten Qualifying holt das neue Werksteam gleich im ersten Rennen Punkte. Gabriel Bortoleto fährt auf Rang neun ins Ziel. Weniger Glück hat Teamkollege Nico Hülkenberg. Sein Audi streikt bereits auf dem Weg in die Startaufstellung. Damit ist das Rennen für den Deutschen beendet, bevor es überhaupt begonnen hat. „Wir haben die Telemetriedaten auf dem Weg zum Grid verloren“, erklärt Audi-Teamchef Jonathan Wheatley: "Irgendwann mussten wir uns auf das andere Auto konzentrieren, das noch im Rennen war."
Nach einem guten Qualifying holt Audi gleich im ersten Rennen Punkte.
Bild: Audi
Auch für Oscar Piastri beginnt und endet der Heim-Grand-Prix bitter. Der Australier verliert bereits auf der Runde zur Startaufstellung die Kontrolle über seinen McLaren und schlägt rückwärts in die Streckenbegrenzung ein. „Ich hatte plötzlich unerwartet viel Energie“, erklärt der Lokalmatador später enttäuscht.
Neben Piastri und Hülkenberg scheiden auch beide Aston Martin von Fernando Alonso und Lance Stroll sowie Cadillac-Pilot Valtteri Bottas aus. Teamkollege Sergio Perez bringt den zweiten Cadillac als Letzter ins Ziel.