Mercedes GLA Facelift im Test
Aufgewerteter Mercedes GLA: mehr SUV für mehr Geld

Nach den Kompaktmodellen der A- und B-Klasse kommt jetzt auch Mercedes' kleinstes SUV in den Genuss einer Modellpflege. Neben frischer Optik gibt es im GLA vor allem mehr Ausstattung – zu deutlich gestiegenen Preisen. Erster Test!
Bild: Michael Nehrmann
Der Griff nach den Sternen war ja noch nie einfach. Und das bleibt auch mit dem Facelift des Mercedes GLA so. Die Stuttgarter gönnen ihrem Kompakt-SUV nach gut dreieinhalb Jahren eine Modellpflege.
Die kann sich durchaus sehen lassen, umfasst neben geschmackssicherer Kosmetik vor allem einiges an Ausstattung – sie macht den eh nicht günstigen Benz aber noch mal rund zehn Prozent teurer.
Kühlergrill und Schürze wurden umgestaltet, sollen das Abenteuer-Potenzial des kleinsten Mercedes-SUV unterstreichen. Okay, schon wichtiger: Die ebenfalls neu designten Scheinwerfer (inkl. Fernlichtassistent) nutzen ebenso wie die Rückleuchten ohne Aufpreis LED-Technik.
Mehr Ausstattung lässt den GLA noch wertiger wirken
Also rein in die gute Stube. Der GLA fühlt sich unverändert luftig an, die Piloten sitzen entspannt auf bequemen und beheizbaren Polstern. Dabei informieren zwei Digital-Displays mit gestochen scharfer Grafik über alles Wichtige. Das 10,25-Zoll-Instrumentendisplay kostet 536 Euro extra (Serie 7 Zoll).

Cockpit volldigital, der 10,25-Zoll-Touchscreen in der Mitte ist Serie, das Instrumentendisplay in gleicher Größe kostet 536 Euro extra. Standard sind hier sieben Zoll.
Bild: Michael Nehrmann
Der gleich große Touchmonitor in der Mittelkonsole ist immer an Bord. Detailreich stellt er die komplexen Menüs dar, die Navigation arbeitet auf Wunsch mit Augmented Reality. Und wer nun partout nicht touchen mag, der findet bei der aufmerksamen und beinah allwissenden Sprachassistenz stets Hilfe. Besser geht es in dieser Fahrzeugklasse nicht.
In der zweiten Reihe sitzen Erwachsene ebenfalls entspannt, genießen die flauschige Polsterung. Für 428 Euro Aufpreis lässt sich die dreigeteilt klappbare Fondbank dann auch um 14 Zentimeter längs verschieben, was die Variabilität weiter erhöht.
Die Optionsliste bietet viele Möglichkeiten zur Verfeinerung
Unter der Haube bleibt beim 220 d alles beim Alten – und man möchte sagen: Das ist auch gut so. Der Zweiliter-Turbodiesel lässt die A-Klasse nämlich auch nach dem Facelift sportlich und dennoch sparsam durch die Republik kreuzen.
Satte 190 PS und beachtliche 400 Nm Drehmoment schieben kräftig an, der beim 220 d immer mithelfende Allradantrieb begrenzt Traktionsverluste dabei auf ein Minimum. Zumindest auf Asphalt, fürs Gelände taugt der GLA (Bodenfreiheit 143 mm) kaum.
Beim Komfort lässt sich der GLA wenig zuschulden kommen, federt zumeist ausgeglichen und ohne wildes Schaukeln. Nur wenn die Straße arg löchrig wird, sprechen die Reifen in 235/50 R 19 etwas unwirsch an.

Die schönen 19-Zoll-Leichtmetallfelgen mit Reifen der Dimension 235/50 kosten Aufpreis, sprechen gegenüber der 17-Zoll-Serienbereifung weniger geschmeidig an.
Bild: Michael Nehrmann
In Kurven zeigt sich der immerhin 1736 Kilogramm schwere Daimler nicht unbedingt hochdynamisch, aber ausreichend talentiert. Die Lenkung arbeitet gefühlvoll und mitteilsam, das Fahrverhalten bleibt leicht beherrschbar und stets sicher.
Das Facelift ist gelungen, aber ziemlich kostspielig
Bei der Ausstattung legt der GLA zu, bringt unter anderem Rückfahrkamera, USB-Paket, Spurhalte-Assistent mit aktiver Lenkungsregelung, Parkassistent auch fürs Längsparken und mehr ohne Aufpreis mit. Beim Verbrauch hält er sich vornehm zurück, mit 6,7 l/100 km sind immerhin 760 Kilometer nonstop drin.

Auch die Rückleuchten erstrahlen nach dem Facelift in LED-Technik, ansonsten unterscheidet sich das Design vom bisherigen Stil des GLA nicht signifikant.
Bild: Michael Nehrmann
Jede Bescheidenheit ist beim Preis aber vergessen. Kostete der GLA 220 d 4Matic vor dem Facelift noch 48.153 Euro, werden jetzt 53.173 Euro fällig. Schwer erreichbar, dieser Stern.
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