Mercedes Marco Polo/Crosscamp Life: Wohnmobil-Test
Wie viel Camper braucht's zum Reise-Glück?

Es muss nicht immer ein teurer VW Bulli sein. AUTO BILD hat zwei Konkurrenten des beliebten Wolfsburgers miteinander verglichen: Mercedes Marco Polo und Crosscamp Life.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
- Stefan Voswinkel
Kennen Sie den Unterschied zwischen einem VW Bulli und der Mercedes V-Klasse? Der Bulli war schon immer schlechter als sein Ruf. Und der Marco Polo? War schon immer so schlecht wie sein Ruf. Zumindest bis zur aktuellen Generation, die bei den Kunden ankommt – und auch qualitativ endlich dem Stern im Kühlergrill gerecht wird. Der Crosscamp Life gehört zu den günstigen Campern auf dem Markt. Die Basis kommt von Opel damit aus dem französischen PSA-Konzern (Peugeot und Citroën) zu tun. Das muss kein Nachteil sein, ganz im Gegenteil. Die Franzosen haben sich mit Boxer und Jumper in der Ducato-Klasse mit ausgebauten Kastenwagen bei uns Campern reichlich Fans erarbeitet.
Überblick: Alles zum Thema Wohnmobile
Crosscamp Life: Auch einfach macht einfach glücklich

Sieht einladend aus, ist es auch: Mit gedrehten Vordersitzen ist tatsächlich Platz für vier in der kleinsten Hütte.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Schlafen: Der ist wirklich fast fünf Meter lang? Ja, 4,95 Meter, um genau zu sein. Der Liegekomfort hält sich ohne Zusatzauflage allerdings in Grenzen, Unebenheiten sind beim Schlafen deutlich zu spüren. Hinzu kommt, dass die Liegefläche mit einer Breite von gut 1,10 Metern für zwei Personen nicht gerade üppig ist. Oben wird es mit 1,86 x 1,05 Metern noch kuscheliger. Fahren: Der hat wirklich nur 150 PS? Fühlt sich spritziger an – und schon gar nicht nach gut 2,3 Tonnen Leergewicht. Die Lenkung spielt optimal mit, straff und präzise wie im Pkw. Komfort: Die Basis stammt aus Frankreich, richtig? Ja, merkt man an der Federung. Fast schon flauschig, selbst grobe Unebenheiten haben keine Chance. Und der Diesel ist fein gedämmt. Spaßfaktor: Ein Camper und Spaß? Eindeutig ja. Kompakt im Alltag, geschliffener Charakter beim Fahren, megapraktisch und ein bequemes Zuhause für zwei im Urlaub – klingt für uns nach einer runden Sache.
Marco Polo: Reisen wie im Pkw und Platz ohne Ende

Alles im Griff: Küchenzeile mit Kühlbox, Gasherd und Spüle, fein nebeneinander arrangiert. Praktisch: der ausklappbare Tisch.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Schlafen: Beide Liegeflächen bieten eine Breite von 1,40 Meter – die entscheidenden Zentimeter mehr gegenüber dem Crosscamp. Unten braucht es wie beim Crosscamp eine Zusatzauflage, sonst drücken die Gurtschlösser in den Rücken. Fahren: Als 300er wird der Marco Polo wohl zum schnellsten Schlafzimmer der Welt. Mit 239 PS, 500 Newtonmeter Drehmoment und 214 km/h Spitze. Beeindruckend: eben noch 14 Tage im Benz gewohnt – und dann im ICE-Tempo wieder nach Hause. Komfort: Dazu kommt der geschliffene Komfort, der dem Stern im Kühlergrill gerecht wird. Leise gedämmter Motor, sanfte Federung – mehr geht in dieser Klasse nicht. Ah, doch: Ab Herbst 2020 ist eine Luftfederung erhältlich. Spaßfaktor: Trotz des hohen Komforts macht der Marco Polo auch noch Spaß: straffe Lenkung, präzises Fahrverhalten. Und der Sahnemotor? Eine Mordsgaudi.
Weitere Themen: Camping-Gasgrills im Vergleich
Service-Links


































