Mercedes-Maybach S-Klasse: Fahrbericht
Jetzt mit V8 statt V12: So fährt die Mercedes-Maybach S-Klasse
Mercedes hat der Maybach S-Klasse ein umfassendes Facelift spendiert – und in Europa den V12 gestrichen. AUTO BILD ist die Luxuslimo mit V8 gefahren!
Bild: Mercedes-Benz AG
Die Modellpflege der Mercedes-Maybach S-Klasse hat zunächst für Aufsehen gesorgt, denn mit dem Facelift der Luxuslimousine entfällt in Europa der V12-Motor. Grund sind die strengeren Euro-7-Abgasvorschriften. Künftig markiert ein 612 PS starker V8-Mildhybrid die Spitzenmotorisierung. Der V12 bleibt lediglich im gepanzerten S 680 Guard sowie in einigen Märkten außerhalb Europas erhältlich.
Trotz des Wegfalls des prestigeträchtigen Zwölfzylinders soll der Maybach seinen Anspruch als besonders luxuriöses Flaggschiff innerhalb der S-Klasse-Familie behalten. Die Modellpflege setzt daher vor allem auf mehr Komfort, modernere Technik und umfangreichere Personalisierung statt auf zusätzliche Leistung.
Größerer Grill und zusätzliche Individualisierungs-Optionen
Optisch erhält die Luxuslimousine einen größeren Kühlergrill, eine neue Lichtgrafik sowie zusätzliche Individualisierungsmöglichkeiten. Im Innenraum stehen noch mehr Farben, Materialien und exklusive Manufaktur-Optionen zur Auswahl. Zudem hält das neue Mercedes-Betriebssystem MB.OS mit erweiterten digitalen Funktionen Einzug.

Seit dem Facelift sind die Kühlergrillumrandung und der Maybach-Schriftzug beleuchtet, optional gibt's mit der "Night Series" Zierelemente in "Dark-Chrome".
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So weit, so gut. Anders als beim ursprünglichen Maybach 62 ist das Nobelmodell der S-Klasse nicht primär für den Einsatz als Chauffeurlimousine konzipiert, sondern auch als "Fahrer-Auto". Immerhin sitzt laut Mercedes rund die Hälfte der Kunden selbst am Steuer. Dennoch stehen für die Maybach S-Klasse klar Luxus und Komfort im Fokus – eine Aufgabe, die sie meisterlich beherrscht.

Trotz einer Außenlänge von 5,48 Metern ist die Maybach-S-Klasse erstaunlich agil. Dank der Hinterachslenkung ist der Wendekreis bemerkenswert klein.
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Auch wenn der Maybach S 680 auf vier Zylinder verzichten muss, strahlen die verbleibenden acht Töpfe jede Menge Kraft und Souveränität aus. Trotz der komfortorientierten Abstimmung hat der Motor seinen Charakter bewahrt: Der V8 arbeitet angenehm zurückhaltend, lässt bei stärkerer Beschleunigung aber den leicht metallischen Klang erkennen, der typisch für diese Bauart ist. Perfekt gedämmt, aber nie völlig emotionslos.
Schon das Luftfahrwerk des Maybach überzeugt
Die Neungang-Automatik wechselt die Gänge nahezu unmerklich, ohne dabei träge zu wirken. Gleichzeitig bringt der Allradantrieb die Leistung souverän auf die Straße.

Über 150 Außenfarben stehen für den Maybach zur Verfügung. Die Zweifarbvariante kostet netto rund 15.000 Euro Aufpreis.
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Den größten Eindruck hinterlässt jedoch das Fahrwerk: Die serienmäßige Airmatic-Luftfederung gleitet gelassen über lange Bodenwellen hinweg und sorgt für den typischen Maybach-Komfort. Fahrbahnunebenheiten werden nahezu vollständig weggedämmt und oft nur als akustisches Signal in den Innenraum weitergegeben. Wem das noch nicht reicht, der kann das optionale eABC-Fahrwerk ordern (e-Active Body Control).
Auch die Lenkung des Maybach überzeugt. Sie arbeitet präzise, ohne dabei Unruhe ins Auto zu bringen. Besonders hervorzuheben ist der erstaunlich kleine Wendekreis der Luxuslimousine – die um bis zu zehn Grad mitlenkende Hinterachse macht's möglich. Immerhin ist der Maybach mit 5,48 Metern deutlich länger als eine normale S-Klasse.

Optional gibt's den "First Class Fond" mit zwei Einzelsitzen und einer durchgehenden Mittelkonsole. Mit dem Manufaktur-Paket lassen sich über 400 Innenraumfarben konfigurieren.
Bild: Mercedes-Benz AG
Im Innenraum bleibt die Maybach S-Klasse ihrer Rolle als Komfortmaßstab treu. Die vielfach elektrisch verstellbaren Sitze mit umfangreichen Massagefunktionen bieten höchsten Langstreckenkomfort, während das Burmester-Soundsystem und die hochwertige Materialauswahl den luxuriösen Gesamteindruck unterstreichen. Allerdings ist die Chauffeurs-Position hinten rechts nicht kompromisslos für langbeinige Insassen geeignet – ganz ausstrecken konnte ich die Beine leider nicht.
Knapp 200.000 Euro Grundpreis
Unterm Strich lässt sich aber sagen, dass die Maybach S-Klasse durch und durch gelungen ist. Sowohl der Fahrer als auch die Passagiere können sich über präsidialen Komfort und ein souveränes Fahrverhalten freuen – sofern sie es sich leisten können.
Denn wer sich einen Maybach vor die Tür stellen möchte, muss mindestens 197.481 Euro auf den Tisch legen. Der Mercedes-Maybach S 680 kostet sogar mindestens 234.954 Euro. Voll ausgestattet ist schnell die 300.000-Euro-Marke geknackt.
Fazit
Die Mercedes-Maybach S-Klasse bietet Luxus und Komfort in Höchstform, dazu kommen zahlreiche Individualisierungs-Möglichkeiten, die kaum einen Wunsch offen lassen. Schade nur, dass der V12 verschwindet. Der V8 mit seinem kultivierten Lauf und ordentlichen Durchzug ist aber eine überzeugende Alternative.
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