Mercedes S 600 L: Gebrauchtwagen
Diplomaten-S-Klasse mit V12 und über 100.000 Euro Wertverlust

Zwölf Zylinder, Langversion und Luxus bis in den Fond: Der Mercedes S 600 L war einst das Topmodell ohne AMG-Label. Das hier angebotene Exemplar soll laut Inserat sogar als Diplomatenfahrzeug gelaufen sein. Alle Infos!
Bild: Autohaus Perle West
Ein Mercedes S 600 L war nie für den Alltag gedacht. Die V12-Langversion diente vor allem repräsentativen Aufgaben. Dieses Exemplar soll laut Inserat sogar Diplomaten chauffiert haben. Heute ist die Luxuslimousine als Gebrauchtwagen für einen Bruchteil ihres einstigen Neupreises zu haben.
Der angebotene Mercedes S 600 L gehört zur S-Klasse-Generation W 222, die Mercedes 2013 eingeführt hat. Innerhalb der Baureihe markierte der S 600 die leistungsstärkste Version unterhalb der AMG-Modelle. Angetrieben wird die Langversion von einem 6,0-Liter-V12-Biturbo mit 530 PS. Einen Zwölfzylinder bietet Mercedes heute nur noch im Maybach S 680 an.

Frontansicht der S-Klasse W 222: Der S 600 L kombinierte V12-Motor, Luxusausstattung und Langversion.
Bild: Autohaus Perle West
Laut Inserat handelt es sich bei diesem S 600 L um ein ehemaliges Diplomatenfahrzeug. Darauf deuten unter anderem die Fahnenaufnahmen an den vorderen Kotflügeln hin. Ein Detail, das sonst vor allem bei Staats- und Botschaftsfahrzeugen zu finden ist. Solche Fahrzeuge dienen in erster Linie repräsentativen Zwecken und werden meist defensiv bewegt. Eine Garantie für einen außergewöhnlichen Zustand ist das nicht, für viele Interessenten aber ein besonderer Aspekt der Fahrzeughistorie.
Das bietet der S 600 L
Optisch tritt der S 600 L selbstbewusst auf. Mit AMG-Exklusiv-Paket und entsprechendem Fahrwerk orientiert sich die Limousine stark am Auftritt des S 65 AMG, ohne dessen sportlichen Anspruch zu übernehmen. Stattdessen steht auch hier der klassische S-Klasse-Gedanke im Vordergrund: leiser Vortrieb, hoher Federungskomfort und maximale Gelassenheit auf langen Strecken.
Der Schwerpunkt des Fahrzeugs liegt klar im Fond. Die Langversion bietet großzügige Platzverhältnisse und ist konsequent auf den Chauffeurbetrieb ausgelegt. Elektrisch verstellbare Sitze, umfangreiche Komfortfunktionen und ein separates Entertainment-Angebot machen den hinteren Bereich zur Ruhezone.

Der Fond ist das Herzstück des S 600 L: elektrisch verstellbare Executive-Sitze, ausklappbare Tische und Entertainment-Bildschirme machen die Langversion zur Chauffeurs-Limousine alter Schule.
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Auch im vorderen Bereich bleibt der Fokus auf Komfort und Materialqualität. Hochwertige Lederflächen, aufwendige Verkleidungen und eine umfangreiche Assistenz- und Fahrwerkstechnik prägen den Innenraum. Viele der Systeme dienten weniger der Dynamik als der Entlastung von Fahrer und Passagieren. Ein Ansatz, der den S 600 L klar von sportlich ausgelegten Luxuslimousinen unterscheidet.

Vorn setzt der S 600 L auf Ruhe statt Sportlichkeit: Materialien, Displays und Assistenztechnik dienen dem Komfort.
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Vom Neupreis weit entfernt
Neu kostete der Mercedes S 600 L deutlich über 160.000 Euro, mit entsprechender Ausstattung sogar noch mehr. Heute steht das hier angebotene Exemplar aus dem Modelljahr 2014 mit rund 91.000 Kilometern, deutscher Historie und Scheckheftpflege für etwa 52.500 Euro zum Verkauf. Der Wertverlust beträgt damit weit über 100.000 Euro.
Günstig im Unterhalt ist ein V12-Mercedes aber nicht. Wartung, Ersatzteile und die komplexe Komfort- und Fahrwerkstechnik bleiben kostenintensiv. Wer das einkalkuliert, bekommt jedoch eine Luxuslimousine, wie sie in dieser Form heute kaum noch gebaut wird.













