Mercedes SL 73 AMG (1999) versteigert
Mercedes SL 73 AMG für Rekordpreis verkauft
Der Hype kennt keine Grenzen: In den USA wurde ein seltener Mercedes SL 73 AMG für über 500.000 Euro versteigert. Angeblich sollen nur 42 SL 73 AMG gebaut wurden sein!
Was für die einen einfach nur ein 25 Jahre alter Mercedes ist, ist für einige Sammler so etwas wie der heilige Gral unter den Mercedes-Youngtimern. Beim Auktionshaus RM Sothebys wurde ein seltener Mercedes SL 73 AMG für eine unglaubliche Summe versteigert. Der Endpreis lag dabei deutlich über dem Schätzpreis!
Der Hype um seltene Mercedes Young-/Oldtimer aus den 80er-/90er-Jahren kennt kein Ende. In Miami hat ein Mercedes SL 73 AMG kürzlich einen Rekordpreis erzielt. Die 70er- und 73er-Modelle von Mercedes sind seit Jahren begehrte Sammlerfahrzeuge, was auch daran liegt, dass es kaum verlässliche Angaben zu den Stückzahlen gibt. Offiziell tauchten die großvolumigen Zwölfzylinder-Modelle nie in den Preislisten auf, was daran lag, dass diese Fahrzeuge das Werk stets als 600er verließen und erst nachträglich bei AMG in Affalterbach umgebaut wurden. Der Aufpreis in DM war damals knapp sechsstellig, was dazu führte, dass nicht allzu viele Kunden ihren ohnehin schon teuren 600er nachträglich modifizieren ließen.
Angeblich wurden nur 42 SL 73 AMG gebaut
Wann immer heute ein 70er- oder 73er-Modell von S-Klasse, CL oder SL auftaucht, ist das Interesse groß. So auch bei diesem 1999er SL 73 AMG, der von RM Sothebys in Miami versteigert wurde. Laut Inseratsbeschreibung will das Auktionshaus herausgefunden haben, dass nur 42 SL der Baureihe 129 zwischen 1999 und 2001 zum prestigeträchtigen SL 73 AMG umgebaut wurden.

Super dezent: Auf den ersten Blick ist der SL 73 nicht von einem SL 600 mit AMG-Paket zu unterscheiden. Das Hardtop in Wagenfarbe ist im Kaufpreis enthalten.
Bild: RM Sothebys
Die AMG-Behandlung war damals extrem aufwendig und umfangreich: So wurde der Sechsliter-V12 (M 120 E 60) des SL 600 auf 7,3-Liter Hubraum aufgebohrt. Die Leistung stieg von 394 PS und 570 Nm auf 525 PS und 750 Nm an. Gleichzeitig wurden in Affalterbach modifizierte Antriebswellen, eine größere Bremsanlage und eine angepasste Getriebe-Steuerung verbaut. Der Preis für das Umbau-Paket lag 1999 bei 99.180 Mark – darin sind die rund 240.000 Mark Basispreis für einen serienmäßigen SL 600 noch nicht enthalten!
Der schnellste Roadster der Welt
Die Fünfgang-Automatik wurde aus dem SL 600 übernommen, hat aber AMG-spezifische Steuerdaten bekommen. Dazu gab es einen 300 km/h-Tacho, der laut einigen Quellen noch eine Untertreibung war, denn der SL 73 AMG soll seinerzeit ohne Tempofessel über 320 km/h erreicht haben, was ihn vor rund 25 Jahren zum schnellsten Roadster der Welt machte.

Hier spielt die Musik: Bei AMG wurde der V12 von 5987 auf 7291 ccm aufgebohrt. Das Ergebnis sind bärenstarke 525 PS und 750 Nm.
Bild: RM Sothebys
Angesichts der Urgewalt von Motor bleibt das AMG-Topmodell dabei optisch sehr zurückhaltend, ist praktisch nicht von einem normalen SL mit AMG-Paket zu unterscheiden. Auffällige Schürzen, große Spoiler und Vierrohr-Auspuff überließ der 129er der Konkurrenz aus Italien.
Das hier gezeigte Exemplar in klassischer Farbkombi schwarz/schwarz (mit passendem Hardtop) wurde nach seiner AMG-Rundumkur im Oktober 1999 an seinen ersten Besitzer nach Japan ausgeliefert. Wie die meisten der großen AMG-Modelle aus diesen Jahren ging die Reise also erstmal ins ferne Asien, ehe viele der Autos nach Jahren wieder zurück nach Europa, oft aber auch in die USA fanden.
Keine 35.000 Kilometer auf dem Tacho
Dieser SL 73 AMG wurde 2015 in die Schweiz verkauft. Damaliger Kilometerstand: gerade mal 31.400. Dort war der AMG Teil einer großen Sammlung und wurde nur selten gefahren, sodass er neun Jahre später mit nur 34.876 Kilometern angeboten wurde. Auf den Fotos macht der Roadster dabei innen wie außen einen extrem gepflegten Eindruck. Einziger kleiner Schönheitsfehler sind kleine Risse in der Carbon-Abdeckung des Motors. Ein Makel, der bei diesen Autos nicht selten vorkommt.

Klassische Farbkombination: Außen schwarz, innen schwarz geht eigentlich immer. Das Interieur ist sehr gepflegt. Kein Wunder bei nicht mal 35.000 Kilometern auf dem Tacho.
Bild: RM Sothebys
Womit wir beim Preis wären. Wie bereits geschrieben, sind AMG-Youngtimer in den letzten Jahren immer beliebter und damit auch wertvoller geworden, die Wertsteigerung ist zum Teil enorm. Dieser SL 73 AMG bricht dabei alle Rekorde.
So viel hat der SL 73 AMG gekostet
Der Schätzpreis von RM Sothebys war mit 230.000 bis 414.000 Euro SL schon relativ sportlich angesetzt. Das Resultat daher umso verblüffender. Es entstand ein wahrer Bieterkampf, sodass der Hammer letztendlich erst bei unglaublichen 562.178 Euro (inklusive Gebühren) fiel – neuer offizieller Rekord für einen SL 73 AMG.
Zuletzt wurde ein früher SL 73 AMG, mutmaßlich eine Spezialanfertigung für den Sultan von Brunei, für umgerechnet 400.000 Euro versteigert. Dieser SL 73 war noch über 160.000 Euro teurer.
Nur mal so zum Vergleich: Einen SL 600 MoPf der Baureihe R 129 gibt es auf dem Gebrauchtwagenmarkt ab etwa 25.000 Euro und der hat auch einen V12 – nur eben nicht mit 7,3-Litern Hubraum.
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