Mercedes SL 73 AMG (1996) zu verkaufen
Mercedes SL 73 AMG vom Sultan von Brunei zu verkaufen
Der Mercedes SL 73 AMG war einst der stärkste Roadster der Welt und ist heute ein gesuchtes Sammlerstück. Dieses Exemplar soll einst dem Sultan von Brunei gehört haben!
Zwölfzylinder-Motoren sind vom Aussterben bedroht! In Zeiten von Klimawandel und immer strengeren CO2-Vorschriften streichen immer mehr Hersteller die großvolumigen Motoren ersatzlos. In den 90er-Jahren war alles anders. Mercedes beispielsweise bot seinen Kunden an die 600er-Modelle von CL, S-Klasse und SL nachträglich nach Affalterbach zu schicken, wo AMG die V12-Motoren aufbohrte und ihnen mehr Leistung verpasste. So wurden die 70er- und 73er-Versionen geboren!
Bis heute gibt es keine verlässlichen Angaben zu den Stückzahlen von SL 70, SL 73 und Co, was daran liegt, dass die Modelle laut Fahrgestellnummer das Werk allesamt als 600er verließen. Bei AMG wurden die Zwölfzylinder auf 7055 (70 AMG) oder 7291 ccm (73 AMG) erweitert. Die Leistung stieg auf 496 PS und 720 Nm bei den 70er und 525 PS sowie 750 Nm bei den 73er-Versionen. Neben der Hubraumerweiterung auf 7,0-/7,3-Liter Liter umfasste der AMG-Umbau eine größere Bremsanlage sowie eine Abgasanlage ab Krümmer. Damalige Umbaukosten? Rund 99.180 DM! Erhältlich waren die Komplettumbauten für die S-Klasse W 140, den CL C 140 und den SL R 129.

In den Aufpreislisten tauchte der 73er-Umbau erst ab 1999 auf, nur ganz besondere Kunden konnten das Paket schon ab 1996 ordern. Das AMG-Bodykit entspricht dem des SL 60 AMG.
Bild: Collecting Cars
Der 7,3-Liter-V12 (M120) dient gleichzeitig als Basis für den intern M 297 genannten V12, der nicht nur im Pagani Zonda, sondern auch im CLK-GTR (mit 6,9 Litern Hubraum) eingesetzt wurde. Um den Motor für diese Supersportwagen zu adaptieren, waren aufwendige Anpassungen nötig – so wurde beispielsweise die Drehzahlgrenze von 6000 U/min auf deutlich über 7000 U/min erhöht. Der M 297-V12 mit 7,3-Litern Hubraum kam bei Pagani erstmals 2002 im Zonda C12S 7.3 mit 555 PS zum Einsatz und wird bis heute in den verschiedenen Evolutionsstufen des Zonda mit bis zu 760 PS eingesetzt.
Ohne elektronische Abriegelung soll der Mercedes SL 73 AMG über 320 km/h erreicht haben und das, obwohl der Tacho "nur" bis 300 km/h reicht. Mit 525 PS und 750 Nm war er zudem eine Zeit lang der stärkste Serien-Roadster der Welt!
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Nur 3027 Kilometer auf dem Tacho
Aktuell bietet sich Sammlern die Gelegenheit einen von nur wenigen (Experten vermuten deutlich unter 100 Stück) gebauten Mercedes SL 73 AMG zu ersteigern. Auf der britischen Auktionsplattform collectingcars.com wird ein SL 73 AMG angeboten, der nur 3027 Kilometer auf dem Tacho stehen hat.

Weiße Ziffernblätter und einen 300 km/h-Tacho gab es nur für die großvolumigen AMG-Versionen.
Bild: Collecting Cars
Der R 129 ist Baujahr 1996 und wurde ursprünglich an die königliche Familie nach Brunei ausgeliefert. Zwischen 1980 und den frühen 2000er-Jahren haben der Sultan von Brunei und sein Bruder Prinz Jefri die wohl größte Autosammlung der Welt geschaffen. Eine Sammlung, zu der es viele Mythen und nur wenig Fakten gibt. Mutmaßlich befindet sich ein Großteil der Fahrzeuge bis heute in Brunei, doch immer mal wieder können einzelne Autos aus Brunei entkommen.
2017 kam der SL 73 nach Großbritannien
Der SL 73 AMG ist eines davon. 2017 wurde der Mercedes aus Brunei nach Großbritannien importiert, wo er die letzten sechs Jahre Teil einer großen Sammlung war. Angeblich soll es sich bei dem schwarz/schwarzen Exemplar um einen von nur zwei jemals gebauten rechtsgelenkten SL 73 handeln, was den ohnehin schon seltenen AMG für einige Personen noch begehrenswerter machen dürfte.

Der gigantische 7291 ccm große V12 passt gerade so in den Motorraum des SL R 129. Diesem SL 73 hat AMG hat sogar noch eine spezielle Signatur spendiert.
Bild: Collecting Cars
Leider befindet sich der SL nicht mehr im unberührten Originalzustand, denn als das Auto 2017 in Großbritannien ankam, war der Lack in einem miserablen Zustand. Selbst eine professionelle Aufbereitung half nichts, sodass sich der Besitzer entschied den Wagen in der Originalfarbe "Diamantschwarz Metallic" neu zu lackieren. Kostenpunkt: über 20.000 Euro!
Neulackierung im Wert von 20.000 Euro
Doch das war erst der Anfang, denn neben der Neulackierung ließ der Besitzer den SL bei seiner Ankunft auch generalüberholen. Das elektrische Verdeck sowie einige Steuergeräte wurden repariert, die Bremsen rundherum getauscht, Fahrwerksteile erneuert und, und, und. Zuletzt wurden noch die dreiteiligen 18-Zoll-AMG-Felgen mit neuen Goodyear-Reifen bezogen. Denn auch wenn der letzte Besitzer den SL nur selten fuhr, so wurde der Wagen stets gepflegt.

Für den einst schnellsten Serien-Roadster der Welt wirkt der SL 73 AMG heute fast schon unscheinbar.
Bild: Collecting Cars
Dass sich der SL 73 AMG in einem guten Zustand befindet, wird dadurch belegt, dass er das britische TÜV-Pendant "MOT" im August 2023 im ersten Anlauf bestand. Damaliger Kilometerstand: 2667.
Höchstgebot liegt bei über 200.000 Euro
Mit noch vier verbleibenden Tagen in der Auktion liegt das aktuelle Höchstgebot aktuell bei 202.500 britischen Pfund, was umgerechnet etwa 235.000 Euro entspricht. Fraglos sehr viel Geld, doch der einstige Neupreis eines SL 73 AMG betrug mindestens 339.000 DM (240.000 DM Basispreis für den SL 600 plus Umbaukosten).

Das passende Hardtop mit Panoramadach ist im Preis inkludiert und heutzutage ein extrem teures und gesuchtes Zubehörteil des R 129.
Bild: Collecting Cars
Heutzutage sind die großvolumigen AMG-Modelle extrem gesuchte Sammlerstücke, wohl auch weil sich der Bestand über die letzten Jahre noch mal deutlich verkleinert haben dürfte. Und dieser SL 73 AMG mit auf dem Carbon im Motorraum eingelassenem Schriftzug "SL 73 specially made by AMG for the Royal Family of Brunei" dürfte eines der speziellsten Exemplare überhaupt sein. Und Sie wissen ja: Zwölfzylinder sind vom Aussterben bedroht!
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