Zu viele Autos und zu wenig Zeit, um sie zu fahren? Das kann passieren wenn man mehrere Autos besitzt! Klar, ein reines Luxusproblem – doch der ein oder andere kennt es vielleicht. Jetzt stellen Sie sich mal, vor die Sammlung umfasst ganz grob geschätzt 3000 bis 7000 Fahrzeuge. Da ist es nicht verwunderlich, dass nicht alle regelmäßig bewegt werden können.
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Klingt unrealistisch? Nun, der Fuhrpark der königlichen Familie von Brunei soll zu Höchstzeiten tatsächlich 3000 bis 7000 Autos und Motorräder umfasst haben. Damit haben der Sultan und sein Bruder Prinz Jefri zwischen 1980 und den frühen 2000er-Jahren die wohl größte Autosammlung der Welt geschaffen. Eine Sammlung, zu der es viele Mythen und nur wenig Fakten gibt. Mutmaßlich befindet sich ein Großteil der Fahrzeuge bis heute in Brunei, doch immer mal wieder können einzelne Autos aus Brunei entkommen.

S 600 Coupé mit unter 1000 Kilometern auf dem Tacho

So wie der Mercedes 600 SL in BMW-Farbe "Veilchenblau Metallic", über den wir erst vor wenigen Wochen berichtet haben und der in Großbritannien versteigert wird. Bei der gleichen Auktion von "Historics Auctioneers" wird jetzt noch ein weiterer Mercedes aus der königlichen Sammlung angeboten.
1993 Mercedes-Benz S600 Coupé ‘ex-Brunei Royal Family’
Unglaublich: Auf dem analogen Tacho stehen nur 613 Meilen. Das entspricht umgerechnet 987 Kilometern.

Die Rede ist von diesem 1993er S-Klasse Coupé. Auch der S 600 soll zu den über 500 Mercedes gehört haben, die einst in den königlichen Garagen parkten. 2021, nach 28 Jahren, wurde das Luxuscoupé mit V12 nach Großbritannien importiert. Unglaublich: Der Kilometerstand beträgt 613 Meilen oder umgerechnet knapp 987 Kilometer. Das entspricht einer durchschnittlichen Laufleistung von nur 35 Kilometern pro Jahr – eines der Probleme wenn man mehrere Tausend Autos besitzt.
Laut "Historics Auctioneers" könnte es sich hierbei um den Mercedes C 140 mit der weltweit niedrigsten Laufleistung handeln. Trotz der niedrigen Laufleistung soll der S 600 sofort einsatzbereit sein, was daran liegt, dass er nach der Ankunft in Großbritannien umfangreich instandgesetzt wurde und auch eine neue TÜV-Abnahme (in UK MOT genannt) bekommen hat.
1993 Mercedes-Benz S600 Coupé ‘ex-Brunei Royal Family’
Die Farbkombination außen schwarz, innen schwarz ist klassisch. Als Rechtslenker ist der S 600 für deutsche Kunden eher uninteressant.

Als der C 140 1992 auf den Markt kam war er das ultimative Luxus-Flaggschiff der Marke. Die bullige Coupé-Version des W 140 ist 5,07 Meter lang, 1,91 Meter breit und deutlich über zwei Tonnen schwer. Zu Beginn wurde der C 140 ausschließlich als 500er-Version mit V8 und als 600er-Topmodell mit V12 angeboten, später folgte dann noch ein 420er. Zur korrekten Bezeichnung gibt es immer wieder Verwirrung, denn die wechselte über den Bauzeitraum gleich mehrfach. Anfänglich als SEC vermarktet, hieß der C 140 bis 1996 S-Klasse Coupé und ab 1996 CL. Die letzte Überarbeitung erkennt man im Übrigen unter anderem an neuen Schürzen inklusive der ab sofort serienmäßigen Einparkhilfe anstelle der Peilstäbe.

Ehemaliger Basisneupreis von 221.950 DM

Bemerkenswert ist der Neupreis des S 600 Coupé. Mit einem Basispreis von 221.950 DM war es teurer als ein 600 SL oder 600 SEL. Alle drei setzen auf den gleichen 6,0 Liter großen V12 (M 120) mit 394 PS und 570 Nm maximalem Drehmoment. Bis Sommer 1995 wurde eine Viergangautomatik verbaut (später dann eine Fünfgangautomatik). So beschleunigt das S 600 Coupé in 6,6 Sekunden auf 100 km/h und schafft elektronisch begrenzte 250 km/h.
1993 Mercedes-Benz S600 Coupé ‘ex-Brunei Royal Family’
Der 6,0-Liter-V12 leistet 394 PS und 570 Nm maximales Drehmoment. Genug, um den S 600 auf bis zu 250 km/h zu beschleunigen.

So schnell ist das schwarz/schwarze Exemplar aus Brunei vermutlich noch nie gefahren, denn mit 987 Kilometern ist der Motor theoretisch noch nicht mal eingefahren. Sowohl innen als auch außen ist das rechtsgelenkte S-Klasse Coupé praktisch nicht von einem Neuwagen zu unterscheiden. Optisches Highlight sind hierbei natürlich die AMG Aero 2-Felgen mit lackiertem Stern. Die übrige Ausstattung ist umfangreich, so wie es sich für ein Topmodell eben gehört. An Bord sind: Klimaautomatik, Tempomat, elektrisch verstellbare Sitze mit Memory-Funktion, Doppelverglasung, Heckrollo und mehr.

So viel Luxus könnte es schon zum vergleichsweise kleinen Preis geben, denn im Gegensatz zu vielen Sportwagen und limitierten Sondermodellen aus den 90er-Jahren war ein C 140 keine gute Wertanlage. Im Gegenteil. Der Basis-Neupreis lag bei gewaltigen 221.950 DM, der Schätzpreis hingegen ist mit gerade einmal 25.000 bis 38.000 Euro (22.000 bis 33.000 britische Pfund) angegeben.