Mercedes SL Brabus 7.3 S V12 soll eine halbe Million Euro kosten
Brabus SL 7.3 S: der stärkste R 129 aller Zeiten

Spitzname "Das Biest aus Bottrop": Der Brabus 7.3 S V12 ist der stärkste Mercedes SL der Baureihe R 129 – und zugleich einer der teuersten!
Bild: Loic Kernen ©2026 Courtesy of RM Sotheby's
320 km/h! Mit diesem Wert war der Mercedes SL 73 AMG einst der schnellste Serien-Roadster der Welt. Doch ein SL der Baureihe R 129 war sogar noch stärker: der Brabus SL 7.3 S V12. Von ihm wurden nur sehr wenige Exemplare gebaut – eines wird bald versteigert. Der Preis hat es in sich!
Angeboten wird der Monster-SL vom Auktionshaus RM Sotheby's, die das "Biest aus Bottrop" – ein Spitzname, den der R 129 von seinen Fans bekam – im Rahmen ihrer Sealed-Juni-Auktion anbieten. Laut der Auktionsbeschreibung gibt es keine offiziellen Stückzahlen zum zwischen 1995 und 2001 angebotenen SL 7.3 S V12. Grund genug für AUTO BILD, bei Brabus nachzuhaken.
So selten ist der SL 7.3 S wirklich
In den 90er-Jahren gab es bei Bottrop drei verschiedene Leistungsstufen auf Basis des SL 600. Den "Einstieg" macht der SL 6.9 mit 509 PS. Der SL 7.3 überflügelte mit seinen 530 PS schon den mächtigen SL 73 von AMG (525 PS). Doch Brabus wollte noch mehr und brachte den SL 7.3 S dessen Leistungsdaten auch heute noch beeindruckend sind: 582 PS und bis zu 772 Newtonmeter holte Brabus aus dem Zwölfzylinder. Den Sprint von 0 auf 100 soll der Super-Benz in 4,5 Sekunden schaffen, das maximale Tempo bei unglaublichen 330 km/h liegen. Nur 30 Exemplare sollen laut Brabus gebaut worden sein.

7,3-Liter Hubraum und 582 PS: Der V12 ist ein Monument von einem Motor und wurde auch in anderen Modellen, etwa dem E V12 auf Zwozehner-Basis, verbaut.
Bild: Loic Kernen ©2026 Courtesy of RM Sotheby's
Eines davon ist das hier gezeigte Exemplar in der edlen Außenfarbe "Azuritblau Metallic" (Farbcode 366), das im Januar 1999 als Neuwagen direkt nach Bottrop geliefert wurde, wo der SL 600 das Komplettprogramm bekam. Am aufwendigsten gestaltete sich der Motorumbau: Der Zwölfzylinder (M 120) wurde auf 7258 cm³ aufgebohrt und umfangreich modifiziert – das Resultat waren fast 200 PS Mehrleistung. Daraufhin verstärkte Brabus auch die Fünfgang-Automatik.
Neupreis von rund 480.000 DM
Aber das war noch nicht alles: Brabus verbaute eine große Bremsanlage mit Achtkolbensätteln an der Vorderachse, eine hauseigene Abgasanlage mit den charakteristischen angeschrägten Endrohren und die Monoblock IV-Räder in 18-Zoll. Eine dezent überarbeitete Schürze und ein 330-km/h-Tacho komplettierten die Transformation. Der Komplettpreis für einen Brabus SL 7.3 S V12 soll bei rund 480.000 DM gelegen haben.

Abgesehen von Einstiegleisten und dem 330-km/h-Tacho hielt sich Brabus im Innenraum zurück. Die beige Lederausstattung passt zum dunkelblauen Lack.
Bild: Loic Kernen ©2026 Courtesy of RM Sotheby's
Von Bottrop ging es für den 129er nach Großbritannien, wo der Erstbesitzer zu dieser Zeit lebte. Nur zwei Jahre später führte es den Roadster in wärmere Gefilde, als der Erstbesitzer nach Monaco umzog. Tatsächlich verblieb das Sammlerstück bis 2021 in erster Hand, ehe es an den aktuellen Eigentümer verkauft wurde, der ebenfalls in Monaco zu Hause ist.
So hoch ist der Schätzpreis
Angeboten wird der 27 Jahre alte SL 7.3 S V12 mit nicht mal 47.000 Kilometern auf dem Tacho inklusive des originalen Hardtops und einem Brabus-Echtheitszertifikat. Wer sich den seltenen Monster-SL in die Garage stellen möchte, sollte über entsprechende Ressourcen verfügen, denn RM Sotheby's gibt den Schätzpreis mit 450.000 bis 500.000 Euro an.

Das originale Hardtop ist inklusive, genauso wie ein Echtheitszertifikat von Brabus.
Bild: Loic Kernen ©2026 Courtesy of RM Sotheby's
Interessant: Im Jahr 2020 wurde ein Brabus SL 7.3 S V12 mit nur 1000 Kilometern Laufleistung für rund 150.000 Euro versteigert – eine 300-prozentige Preissteigerung und ein klarer Beleg dafür, wie begehrt seltene 90er-Jahre-Benz mittlerweile sind. Das gilt übrigens auch für den SL 73 AMG: Sammler zahlen je nach Zustand und Historie inzwischen über 500.000 Euro!
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