Feuertaufe gelungen: Mick Schumacher hat seine ersten Ovalrunden in der IndyCar-Serie absolviert und dabei einen überzeugenden Einstand hingelegt. Auf dem Speedway in Homestead-Miami wagte sich der 26-Jährige erstmals auf die Steilwand, die vielen Europäern Respekt einflößt.
Dabei ist der er 1,5 Meilen lange Kurs südlich von Miami ist alles andere als ein Einsteiger-Oval. Steilkurven mit bis zu 20 Grad und Geschwindigkeiten von mehr als 350 km/h machen den Speedway zur perfekten Teststrecke. Entsprechend vorsichtig ging Schumachers Team Rahal Letterman Lanigan zu Werke. Der Deutsche startete mit kontrollierten Runs unter enger Anleitung von Teamkollege Graham Rahal und Fahrercoach Ryan Briscoe.

Mick Schumacher übers Oval: „Das macht Laune!"

„Wir haben etliche Runden abgespult und bereits das Setup in kleinen Schritten verbessert“, berichtet der Sohn von Rekordweltmeister Michael Schumacher. "Das macht wirklich Laune!“ Mit einem Augenzwinkern räumt er ein: „Beim ersten Einlenken in die Steilkurve war ich feige und musste die Bremse antippen, dabei wäre es fast voll gegangen. Daran muss ich mich gewöhnen.“
Mick Schumacher hat seine ersten Ovalrunden in der IndyCar-Serie absolviert und dabei einen überzeugenden Einstand hingelegt.
Bild: IndyCar
Hintergrund: Ovalfahren ist weit mehr ist als nur links abbiegen. Linienwahl, konstante G-Kräfte, Reifenabbau und minimale Balance-Verschiebungen entscheiden über Tempo oder Mauerkontakt. Altstar Rahal riet dem Oval-Rookie vorher: "Wenn das Auto übersteuert, musst du hier nichts riskieren. Es ist nur ein Test, hier kann man nur verlieren. Im Rennen wirst du jedoch damit leben müssen."
Umso bemerkenswerter das anschließende Lob. „Wie Mick alles zügig umgesetzt hat, war ungewöhnlich“, so Rahal. "Vom Start weg hatte er ein perfektes Feedback.“

Noch keine Duelle

Ein wichtiger Aspekt blieb beim Privattest allerdings bewusst außen vor: das Racing. Kein Windschatten, keine Dirty Air, keine Zweikämpfe. Wichtiger war die Grundlagenarbeit inklusive Boxenstopp-Training. Gerade auf Ovalen ist die Anfahrt zum Reifenwechsel eine heikle Aufgabe, gilt es doch aus der Steilkurve abzubremsen, mit ausgekühlten Bremsen das Speedlimit zu treffen und präzise anzuhalten.
Weiter geht’s für Schumacher mit dem nächsten Test auf dem Flugplatzkurs von Sebring, danach folgt mit Phoenix das nächste Oval – diesmal unter rennnäheren Bedingungen und gemeinsam mit den Teamkollegen. Der Kurs in Arizona feiert am 7. März sein Comeback im Kalender. Saisonstart ist am 1. März in St. Petersburg.