Mini F56 im Gebrauchtwagen-Test

Mini F56: Gebrauchtwagen-Test

Mini mit Motor-Macke

Ein Schatten liegt über dem aktuellen Mini. Schade, denn eigentlich gehört das zierliche Auto zu den ganz großen Kleinwagen. Der Gebrauchtwagen-Test.
Kaum zu glauben, die Wiederbelebung der Marke Mini durch BMW liegt schon 17 Jahre zurück. Anfang 2014 erschien die dritte Generation seit dem Neustart, nicht mehr mit ausufernder Modellpalette wie zuvor, Roadster und Coupé spart sich BMW. Bestseller, klar, ist der Dreitürer, gefolgt von Cabrio und Countryman. Der hier abgebildete Fünftürer aus dem Autohaus Brinkmann in Zeven bedient wie der Clubman eher die Nische in der Nische. Und nun, im Frühjahr 2018, steht das erste Facelift an, was erfahrungsgemäß die Preise ein wenig sacken lässt. Zeit also zuzugreifen?

Gebrauchtwagensuche: MINI

Die Wertverlustkurve verläuft flacher als bei der Konkurrenz

Eine Kurve? Nix wie hin! Kein anderer Kleinwagen biegt so zackig ab wie ein Mini. Der Preis dafür: kaum Federung, hypersensible Lenkung.

Den Mini als Auto müssen wir an dieser Stelle nicht erklären. Keine Fotos von auf die Rückbank geklemmten, gequält lächelnden Erwachsenen drucken – wer Platz braucht, kauft keinen Mini. Auch Einwände, der Mini sei zu groß geworden, lassen wir angesichts des grassierenden SUV-Hypes nicht gelten. Nein, Mini muss man wollen. Und sooo teuer ist der Spaß gar nicht. Weil die Wertverlustkurve eines Mini flacher verläuft, gibt es beim Wiederverkauf mehr Geld zurück als bei ähnlich geprägten anderen Autos. Und dazwischen liegt jede Menge Fahrspaß, für den Fahrzeuge mit BMW-Technik nach wie vor stehen.
Überblick: Alles zum Mini

Den größten Ärger macht das Kurbelwellen-Axiallager

Wenn das Kupplungspedal nachgibt und sich die Gänge nicht mehr knackig schalten lassen: Ab in die Werkstatt!

Doch ausgerechnet die BMW-Technik ist auch verantwortlich für das größte Problem des Mini. Es nennt sich Kurbelwellen-Axiallager und ist zu schwach. Betroffen ist der empfehlenswerteste Motor, der agile Dreizylinder-Benziner mit 102 oder 136, später auch 75 PS. Name: B38. Dieses Lager hat die Aufgabe, die Welle in Längsrichtung zu führen. Bei Kurvenfahrt, aber auch bei jedem Treten der Kupplung. Und da liegt der Hase im Pfeffer: Weil vermutlich viele Fahrer(innen) an der Ampel dauernd auf der Kupplung stehen, um das Start-Stopp-System auszutricksen, wird das Lager überlastet. Es frisst, Metallspäne verteilen sich im Motor – Exitus. Wer also merkt, dass sein Kupplungspedal nachgibt, sich die Gänge nicht mehr leicht und knackig schalten lassen – nicht weiterfahren, sofort in die Werkstatt! BMW baut ein verbessertes Lager ein, bei fortgeschrittenen Schäden auch komplette Motoren. Betroffen sind die 1,2- und 1,5-Liter aus One und Cooper vom Produktionsstart Ende 2013 bis zum April 2015. Also exakt jene Modelle, die nun preislich attraktiv werden, jedoch die Gewährleistung längst hinter sich haben. Deshalb: Vor dem Kauf unbedingt bei Mini anhand der Fahrgestellnummer prüfen lassen, ob die Nachrüstung des Lagers tatsächlich erfolgt ist.

Technische Daten: Mini One
Motor Dreizylinder, Turbo/vorn quer
Ventile/Nockenwellen 4/2
Hubraum 1499 cm³
Leistung 100 kW (136 PS) bei 4400/min
Drehmoment 220 Nm bei 1250/min
Höchstgeschwindigkeit 207 km/h
0–100 km/h 8,5 s
Tank/Kraftstoff 40 l/Super
Getriebe/Antrieb Sechsgang, manuell/Vorderrad
L/B/H 3982/1932/1425 mm
Kofferraumvolumen 278–941 l
Leergewicht/Zuladung 1252/418 kg

Mini-Fahrer sind zufrieden mit ihrem Auto

Andere Macken der B38- und auch B48-Motorenfamilie wie fehlerhaft gesetzte Bohrungen im Zylinderkopf sollten mittlerweile ebenfalls behoben sein. Noch aktuell ist ein anderer Rückruf. Bei Mini, die zwischen dem 14.9. und 21.10.2016 produziert wurden, kann der Knie-Airbag Ärger machen. Mehr lästig als brisant: Startprobleme wegen abgegammelter Kabel am Anlasser und verkokte AGR-Ventile bei den Dieseln. Diese Aufzählung, ergänzt noch um klappernde Schiebedächer und Radschraubenschlüssel falscher Größe im Bordwerkzeug, mag den Eindruck erwecken, der Mini sei eine Gurke. Tatsächlich aber ist das kleine Auto supersolide. Im AUTO BILD-Kummerkasten, ist kein einziger Fall eines unzufriedenen Mini-Fahrers bekannt. Das war bei der ersten und frühen zweiten Generation nach dem Neustart noch ganz anders. Eigentlich ist der aktuelle Mini ein Vier-Sterne-Auto. Doch wegen möglicher Motorschäden müssen wir noch einen Stern abziehen.
Was beim AUTO BILD-Testwagen aufgefallen ist, und auf welche Mängel Käufer beim Mini außerdem achten sollten, erfahren Sie in der Bildergalerie.

Mini F56 im Gebrauchtwagen-Test

Mini OneMini OneMini One

Kosten
Unterhalt
Testverbrauch 6,6 l S/100 km
CO2 157 g/km
Inspektion 200–400 Euro
Haftpflicht (16)* 489 Euro
Teilkasko (20)* 156 Euro
Vollkasko (19)* 571 Euro
Kfz-Steuer (Euro 6) 62 Euro
Ersatzteilpreise **
Lichtmaschine (AT) 995 Euro
Anlasser (AT) 495 Euro
Wasserpumpe 420 Euro
Zahnriemen entfällt, Kette
Endschalldämpfer 450 Euro
Kotflügel vorn links, lackiert 680 Euro
Bremsscheiben und -beläge vorn 530 Euro
* Onlinetarif der HUK24-Versicherung: Zulassung in Hamburg, Fahrer nur Versicherungsnehmer und Partner (25 Jahre alt), jährliche Fahrleistung 15.000 km, Schadensfreiheitsklasse 1; ** Preise inklusive Arbeitslohn und 19 Prozent Umsatzsteuer
Hendrik Dieckmann

Hendrik Dieckmann

Fazit

Albern, coole Kultkarre oder giftiges Sportgerät – der Mini ist alles. Vor allem aber solide mit viel BMW-Gen. Dennoch: Baujahre vor Mai 2015 sind wegen möglicher Motorschäden nicht zu empfehlen.

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.