Was sie sind, ist schwer zu sagen, erklären lässt sich nur, warum es sie gibt. Lassen Sie uns dafür kurz ausholen. Zuerst waren da die SUV: hoch, bequem, teuer, fesch, aber für viele, die tagtäglich versuchten, sie vor Altbaukanzleien in Parklücken zu würgen, etwas unhandlich. Es folgten logisch kleine SUV: nicht ganz so hoch, nicht ganz so bequem, nicht ganz so teuer, nicht ganz so unhandlich, aber eben auch nicht ganz so fesch. Also machte man die kleinen SUV eben zu Coupés: hoch, flach, teuer, aber fesch und handlich genug, um sicher zu sein, sich weder beim Einparken noch vor Kollegen zu blamieren.
Range Rover Evoque Coupé Si4
Wer den Evoque als Fünftürer kauft, spart 1.000 Euro und die Nerven derer, die hinten sitzen.
Range Rover Erobert wurde dieses entlegene Fleckchen Autowelt vom Range Rover Evoque was angesichts eines Stammbaums voller Entdecker ja nicht die ganz große Überraschung ist. Seit 2011 ist er nun der Trend-Rover, der High-Heel unter Gummistiefeln und konzeptionell so was wie die Vicky-Beckham-Version einer Landpomeranze. Drüber trägt er ein Dress, das aussieht, als sei er soeben als Studie von einer Messe getürmt; drunter steckt die Technik des Freelander samt üppiger Bodenfreiheit und blitzgescheiter Allradelektronik, dank der er sich auch mal Luftlinie Richtung Beautyfarm ackern lässt.
MIni Paceman John Cooper Works All4
Fahrwerk und Lenkung machen bisweilen den Anschein, die pummelige Karosse abzuschütteln.
Mini Der Mini kurvt um einiges schmissiger, wobei er nicht Gefahr läuft, mit diesem Gokart verwechselt zu werden, das der Pressetext in ihm entdeckt haben will. Das welterste Sports-Activity-Coupé im Premiumsegment der Klein- und Kompaktfahrzeuge sei er. Vom Countryman erbt er das situative Allradsystem, ein pfundiges Leergewicht und als Summe daraus dieses unterschwellige Gefühl, sich nicht richtig mini zu fühlen in seiner Haut. Nicht nur dass er mit seiner jäh ansprechenden Lenkung, der fetzigen Fahrwerksabstimmung und den superpappigen Pirellis schneller könnte, als ihn der moppelige Aufbau lässt, auch der Motor verhält sich für einen JCW schon etwas zu zivil.
Nissan Juke Nismo
Der Allrad lässt sich manuell ab-, zu- oder auf Automatik schalten und kostet mehr, als er bringt.
Nissan Vor allem der Juke wird zur Begrüßung ordentlich abgematscht. Bitter, zumal er so was ist wie der Vorbote für Nissans neues Sportemblem, das künftig auch auf 370 Z und GT-R aus Japan importiert werden soll. Ein richtiges Coupé ist der Nissan nicht, weiß mit getarnten Fondtürgriffen und dem beklemmenden Raumgefühl in Reihe zwei aber ganz gut, wie man so tut, als ob. Auch Kraft gäbe es genug; schade nur, dass er sie mit der Dramatik elektrischer Brotschneidemaschinen entfacht. Dabei geht es gar nicht mal so sehr darum, wie er wo jetzt warum wie viele Zehntel auf wen auch immer verliert. Was stört, ist vielmehr diese völlige Lustlosigkeit, mit der er Vortrieb generiert.

Fazit

von

Stefan Helmreich
Wenn Spaß-SUV als eigene Klasse durchgehen können, dann ist der Paceman JCW ihr Clown. Ein echter Mini wird er aufgrund der körperlichen Veranlagung wohl nie sein, immerhin bemüht er sich mit einer obszönen Klangkulisse und der flitzigen Abstimmung aber ums entsprechende Flair. Auch der Range weiß sich zu verkaufen, motorisiert aber sachter und bleibt im Endeffekt mehr Geländewagen als Coupé. Um den günstigen Juke zu kassieren, reicht das aber allemal: Kurven hat ihm Nismo – nicht zuletzt durchs Torque-Vectoring-System – zwar eingeübt, Geraden jedoch rauben einem nicht nur Zeit, sondern auch den Spaß.

Von

Stefan Helmreich