Mini gebraucht: TÜV-Report 2026
Beim TÜV schlägt sich der Mini wacker

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Einst war der Ur-Mini ein Mängelriese, damit machen die Nachfolger radikal Schluss. Die neuen Generationen liefern rundum gute Qualität ab – und eine alte Macke. Der Überblick aus dem aktuellen TÜV-Report.
Bild: Roman Raetzke / AUTO BILD
Der Mini ist seit 1959 Kult – klein, frech und wendig wie ein Go-Kart. Wer sich für die Generation R55 bis R59 interessiert, kann auf eine solide Haltbarkeit zählen, sollte aber Ölverlust und Lichtprobleme im Blick behalten. Auch die Nachfolger machen insgesamt eine gute Figur und sind eine Überlegung wert.
Mini (F54–F57)
- Bauzeit: 2014 bis 2024
- Motoren: 75 PS (One First) bis 306 PS (JCW GP)
- Preis: ab 5500 Euro
Das ist er: Ein Mini, der minimal gewachsen ist: 9,8 cm länger, 4,4 breiter und fast einen höher als der Vorgänger. Es bleibt beim verspielten Innenraum und dem wendig-agilen Fahrgefühl – trotz der neuen Frontantriebsplattform von BMW. Es gibt nur noch Drei- und Fünftürer sowie das Cabrio. Facelifts 2018 und 2021, gegen Aufpreis gibt's Union-Jack-Rückleuchten, -Außenspiegel und -Cabriodächer.

Den Mini gibt es nur noch als Drei- und Fünftürer sowie als Cabrio.
Bild: Roman Raetzke / AUTO BILD
Das kann er: Den Mini-Fahrspaß versprühen mit tiefem Sitzen, schnellem Einlenken und straffer Federung. Je stärker der Antrieb, desto hartherziger das dazugehörige Fahrwerk. Schon die Dreizylinder bis 136 PS haben Feuer, nach oben steht das Limit bei 306 PS. Zunächst standen Sechsgangschaltung und Automatik zur Wahl, ab 2018 folgte ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe.
Das macht Ärger: Die ersten Dreizylinder verreckten an schwachen Axial lagern. Panoramadächer knarzen, Wischerlager rosten fest, und die Bluetooth-Anbindung versagt. Zudem wurden einige Mini mit zu wenig Klima-Kältemittel oder zu schwachen Antriebs wellen ausgeliefert. Rückrufe wegen Bruchgefahr an der Spurstangen-Anbindung sowie defekter Hochvoltbatterien (Hybridmodelle). Im AUTO BILD-Dauertest bekam ein Countryman D eine 1–.
Mini (R55–R59)
- Bauzeit: 2006 bis 2014 (Cabrio bis 2016)
- Motoren: 75 PS (One) bis 218 PS (JCW GP)
- Preis: ab 800 Euro
Das ist er: Die reifere Ausgabe des ersten New Mini, endlich mit besserer Verarbeitung, modernerem Interieur und etwas mehr Kofferraum (plus zehn Liter). Das Facelift 2009 beendete die letzten Klappereien. Nie war die Mini-Familie größer mit Dreitürer, Cabriolet, Roadster, Coupé, Clubman und dem SUV Countryman.

Das Facelift von 2009 verbesserte die Qualität erneut.
Bild: Roman Raetzke
Das kann er: Je nach Modell fast alles, vom Kinderschaukeln im SUV bis zum Kurvenwetzen im John Cooper Works. Ein Komfortwunder ist er nie, Federung und ungewöhnliche Bedienung verlangen Nehmerqualitäten. ESP gab es erst ab 2009. Schon 75 PS machen den Mini flott, die 211 PS im Topsportler sind nur was für Fans.
Das macht Ärger: Die Elektrik in puncto Beleuchtung, Handykopplung oder Radioempfang. Manche Panoramadächer leckten, am 1,6-Liter-Diesel gingen Turbolader kaputt. Anfällige Steuerketten stecken sowohl im 1.6er als auch im 2.0er-Diesel. Rückrufe betrafen die Kühlwasserpumpe, zu kleine Bremsscheiben am JCW, falsche Stabilisatoren am Clubman und Undichtigkeit am Abgasrückführungsmodul – Brandgefahr!
Das TÜV-Urteil
Fahrwerk
Der Kleine glänzt mit großer Langlebigkeit: Die Achsaufhängungen beider Generationen sind top, trotz häufig sportlicher Fahrweise. Auch am älteren Mini liegen die Defekte unter dem Durchschnitt. Federn und Dämpfer knicken qualitativ erst bei den Neunjährigen leicht ein. Nahezu perfekt: Lenkung und Rostdiagnose.
Licht
In diesem Kapitel liefert Mini schwarze Schatten: Die vordere Beleuchtung des jüngeren Modells floppt überdurchschnittlich. Die Rückleuchten des älteren R55 bis R59 leiden unter Wassereinbruch und häufigeren Ausfällen vor allem der Kennzeichenbeleuchtung.
Bremsen
Eine sichere Sache, beide Typen überzeugen bremsentechnisch. Leitungen und Schläuche präsentieren sich fast fehlerfrei, die Scheiben verschleißen nur unterdurchschnittlich. Die Funktion der Fußbremse wird erst ab acht Jahren moniert.
Umwelt
Der ältere Mini kleckert schon mal Öl raus, liegt aber noch unter dem Mängeldurchschnitt. Der neue überzeugt mit haltbaren Abgasanlagen und geringem Ölverlust.
Mini: Mängeleinteilung*
Ohne Mängel | Geringe Mängel | Erhebliche Mängel | Verkehrsunsicher | |
|---|---|---|---|---|
Alter | ||||
2-3 Jahre | 92,4 (Ø 89,4) | 3,0 (Ø 4,0) | 4,7 (Ø 6,5) | 0,0 (Ø 0,0) |
4-5 Jahre | 76,6 (Ø 84,7) | 3,7 (Ø 5,3) | 19,8 (Ø 10,0) | 0,0 (Ø 0,0) |
6-7 Jahre | 75,6 (Ø 78,8) | 5,6 (Ø 7,6) | 18,8 (Ø 13,6) | 0,0 (Ø 0,0) |
8-9 Jahre | 70,6 (Ø 71,7) | 8,3 (Ø 10,0) | 21,1 (Ø 18,3) | 0,0 (Ø 0,0) |
10-11 Jahre | 64,6 (Ø 64,7) | 18,3 (Ø 12,4) | 17,0 (Ø 22,9) | 0,0 (Ø 0,0) |
12-13 Jahre | 58,2 (Ø 56,0) | 21,0 (Ø 15,5) | 20,8 (Ø 28,4) | 0,0 (Ø 0,1) |
Fazit
Nach seinem klapprigen Modellanlauf erweist sich des R55-R59 als langlebig: Die Zahl mängelfreier Exemplare liegt über dem Schnitt. Von Lichtproblemen abgesehen, ist sein größter Schwachpunkt der Ölverlust. Der Nachfolger schlägt sich, ebenfalls mit Ausnahme der Beleuchtung, überwiegend gut bis sehr gut. An Modellen mit aktivem Fußgängerschutz (Werkscode SA8TF) haben die Gasdruckdämpfer der Motorhaube ein Ablaufdatum. Das darf nicht überschritten sein, sonst gibt es keine Plakette.
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