Diesel ist doof. So in etwa müssen die Vertriebsstrategen bei Mitsubishi gedacht haben, als sie den Eclipse Cross auf Deutschlandkurs getrimmt haben. Folge: Es gibt das kompakte SUV bislang nur mit Benzinmotor. Dabei ist Diesel alles andere als doof. Trinkt kaum, lässt sich auf Euro 6d-Temp stricken und hat untenrum ordentlich Dampf – hat jetzt auch der Importeur gemerkt und schickt uns den kompakten SUV ab März endlich auch als Selbstzünder. Wir sind den Eclipse Cross 2.2 DI-D schon gefahren.

Den Diesel gibt es nur mit Allrad und Automatik

Mitsubishi Eclipse Cross
Teuer: Der Diesel ist immer an Automatik und Allrad gekoppelt – das kostet mindestens 28.590 Euro.
Zuerst etwas Theorie: Von den knapp 19.000 Euro Grundpreis der Baureihe entfernt sich der Mitsubishi leider in Riesenschritten. Weil es ihn ausschließlich mit Automatik gibt, diese ist grundsätzlich an den Allradantrieb gekoppelt, und so etwas gibt es schon gar nicht in der Basisausstattung. Im Klartext: Mindestens 28.590 Euro sind für den neuen 2.2 DI-D fällig. Gegenwert: moderne Achtstufenautomatik, satter Durchzug dank 380 Newtonmeter Drehmoment und reichlich Fahrassistenz ab Werk. Allerdings müssen wir an dieser Stelle relativieren. Die neue Automatik wechselt zwar schnell und sanft die Gänge, scheut sogar schnelle Reaktionen auf Kickdown-Befehle nicht. Allerdings mag sie Lastwechsel im unteren Drehzahlbereich nicht so gerne – da zupft es dann gelegentlich am Antrieb.

Etwas weniger Dieseldurst wäre wünschenswert

Mitsubishi Eclipse Cross
Etwas durstig: Der neue Selbstzünder genehmigt sich meist um die acht Liter – das dürfte weniger sein.
Der Motor hat in der Mitte Druck, lässt sich aber nur mit Ach und Krach in Richtung 4000 Touren scheuchen – das fühlt sich in den oberen Gängen etwas mühselig an. Und die Assistenzarmee schießt gelegentlich etwas schnell – zum Beispiel reagiert der Kollisionswarner unnötig oft und manchmal nur schwer nachvollziehbar. Dicker Trost für die kleinen elektronischen Verirrungen von Schaltlogik und elektronischer Unfallverhütung. Der Eclipse läuft passabel leise, standesgemäß kultiviert, zieht satt. Den Verbrauch haben wir selbst ermittelt – um die acht Liter werden es immer. Wichtig für Gelegenheits-Spediteure: Der Mitsubishi darf dank 4x4-Automatik-Antriebspaket zwei Tonnen schwere Anhänger ziehen.
Technische Daten Mitsubishi Eclipse Cross 2.2 DI-D • Motor: Vierzylinder, Turbo, vorn quer • Hubraum: 2267 cm³ • Leistung: 109 kW (148 PS) bei 3500/min • max. Drehmoment: 388 Nm bei 2000/min • Antrieb: Allradantrieb, Achtstufenautomatik • Länge/Breite/Höhe: 4405/1805/1685 mm • Leergewicht: 1750 kg • Kofferraum: 378-1159 l • Vmax: 193 km/h • Verbrauch: 6,9 l (NEFZ) • Abgas CO2: 183 g/km (NEFZ) • Preis ab 28.590 Euro.

Fazit

Der dicke Diesel passt zum SUV. Dazu Allrad und eine brauchbare Automatik – so wird der Eclipse Cross zur ordentlichen Zugmaschine. Der Verbrauch sollte aber niedriger liegen, die Assistenzelektronik weniger vorschnell agieren.
AUTO BILD-Note: 3