Fahrbericht Mitsubish L200

Mitsubishi L200 (2019): Test

Neuer L200 geht kraftvoll zur Sache

Mitsubishi lässt 2019 den neuen L200 in Europa durchstarten. AUTO BILD ist den Bestseller-Pick-up in der 181 PS starken Diesel-Version schon jetzt gefahren.
Der neue Mitsubishi L200 ist von vorne kaum wiederzuerkennen. Das Gesicht mit der großvolumigen Schürze ist massiv und kantig, während die Scheinwerferschlitze auf den ersten Blick nicht so recht zum Rest der Front zu passen scheinen. Der L200 soll sich dem Kunden in Zukunft bulliger, kraftvoller und rauer als bisher präsentieren. AUTO BILD machte die erste Probefahrt.

Optisch tut sich beim neuen L200 jede Menge

Bullige Front: Den 2019er L200 hat Mitsubishi im Vergleich zum Vorgänger deutlich schärfer gezeichnet.

Während der neue Mitsubishi L200 auf seinem Heimatmarkt bereits im Herbst 2018 Premiere feierte, kommt er erst im Sommer 2019 nach Europa. Dabei wird der 2,4 Liter große Benzinmotor ebenso außen vor bleiben, wie die Einzelkabine für den reinen Einsatz als Nutzfahrzeug. In Europa dürfte es für den Mitsubishi L200 2.4 Di-D mit seinem bekannten Commonrail-Diesel und 181 PS bei rund 23.000 Euro beginnen. Der aufgeladene Vierzylinder ist kein Leisetreter, sondern tönt beim Start und bei kraftvollen Beschleunigungsmanövern deutlich vernehmbar. Entsprechend ist jedoch auch der Antritt. Nach einem deutlichen Turboloch geht es kraftvoll zur Sache, und die vier 18-Zöller verbeißen sich engagiert mit dem lockeren Untergrund. Das maximale Drehmoment von 430 Nm ist im Vergleich zum Vorgänger nicht gestiegen und liegt unverändert erst ab 2500/min an. Und das ist angesichts der modernen Dieselmotoren nicht gerade im Drehzahlkeller. 

Der Diesel hat nach kurzer Gedenkpause genügend Kraft

Braucht Zeit: Erst wenn der Turbolader genügend Druck aufgebaut hat, geht der L200 gut voran.

Aufgrund der üppigen Stirnfläche und des drehmomentoptimierten Triebwerks dürfte der L200 gerade mit offener Ladefläche allenfalls 180 km/h packen. Die Lenkung ist federleicht zu bedienen, und das rustikale Fahrwerk lässt keinen Zweifel daran, in einem echten Geländewagen zu sitzen. Der Fahrer kann während der Fahrt aus vier Programmen wählen. Neben den Funktionen Hinterradantrieb und der zuschaltbaren Vorderachse gibt es nicht nur eine Untersetzung oder die neue Bergabfahrhilfe, sondern auch ein eigenes Programm für das Fahren auf rutschigem Untergrund.
So hat der Allrad-Pick-up keinerlei Probleme einen steilen Hügel zu erklimmen oder üppige Bodenstufen zu überfahren, ohne dass der Fahrer sich Gedanken über Schäden am Fahrzeug machen muss. Wie bei einem Leiterrahmen mit Blattfedern üblich, geht es gerade abseits befestigter Straßen betont rustikal und holprig zu. Hinten verzögern am zwei Tonnen schweren Koloss sogar noch Trommelbremsen, was bei voller Beladung für lange Bremswege sorgen dürfte. Mit technischen Details und Fahrleistungen hält sich Mitsubishi für das europäische Modell allerdings noch zurück.

Auch innen hat Mitsubishi den Pick-up modernisiert

Aufgefrischt: Interieur und Assistenten sind auf der Höhe der Zeit, der L200 bleibt aber ein Arbeitstier.

Im Innenraum besteht kein Zweifel, dass man hier in einem Nutzfahrzeug für den harten Alltagseinsatz sitzt, der eben auch auf einer Baustelle oder einem Transportservice stattfinden kann. Doch die Instrumente wirken moderner. Das Platzangebot ist in der Doppelkabine ordentlich, aber nicht opulent, und die Fondsitze haben nach wie vor mit der steilen Rückwand zu kämpfen, den die Ladefläche traditionell mit sich bringt. Die Vordersitze ohne nennenswerte Langstreckenqualitäten lassen sich elektrisch einstellen. Dazu gibt es schlüssellosen Zugang, Kameras rundum und ein Notbremsassistent mit Fußgängererkennung. Der zentrale Multifunktionsbildschirm dürfte für ein Fahrzeug des Modelljahres 2019 größer sein, und die meisten Funktionen gehen nicht über ein Basispaket hinaus, das heute längst jeder Kleinstwagen toppt. Der L200 bleibt ein Nutzfahrzeug – nicht mehr, aber auch nicht weniger. 

Autor: Stefan Grundhoff

Stichworte:

Pick-up

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