BMW und Mercedes: möglicher Motorenpakt zwischen Rivalen
BMW könnte künftig Motoren an Mercedes liefern

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Ein Paukenschlag, der aufhorchen lässt: Mercedes und BMW, seit Jahrzehnten erbitterte Rivalen in der Automobilbranche, planen eine Allianz bei der wichtigsten Komponente überhaupt – den Motoren. Mehrere Medien, darunter das "Manager Magazin" und das "Handelsblatt", berichten über den möglichen Schulterschluss. Schon in wenigen Wochen soll entschieden werden, ob der Deal zustande kommt. Das Ziel: BMW liefert Vierzylinder-Aggregate an Mercedes, Startschuss voraussichtlich 2027.
Déjà-vu mit Geschichte
Ganz neu ist die Idee nicht: Bereits vor 16 Jahren gab es Pläne für eine gemeinsame Motoren- und Getriebeproduktion. Damals scheiterte das Projekt, illustriert durch das berühmte Bild der "kuschelnden Igel". Im Laufe der Jahre gab es jedoch immer wieder gemeinsame Vorhaben, beispielsweise beim automatisierten Fahren. Jetzt, mitten in einer Zeit der schwächelnden Autobranche, wagen Ola Källenius und Oliver Zipse einen neuen Anlauf – mit realistischen Chancen auf Erfolg.
Denn der Druck ist da: Zölle, starke Konkurrenz aus Asien, vergleichsweise hohe Produktionskosten, Fahrzeugpreise, die die Nachfrage der Kunden nicht ankurbeln – und die E-Mobilität nimmt nach wie vor auch nicht so richtig Fahrt auf. Noch vor Kurzem wollte Mercedes-Chef Källenius ab 2030 kaum noch Verbrenner bauen. Heute denkt er um – auch weil Plug-in-Hybride bis weit in die 2030er gefragt bleiben könnten. Und BMW-Boss Zipse? Der hat ohnehin nie an einen kompletten Ausstieg geglaubt.

Wenn aus Rivalen Kameraden werden: Ein Motorenpakt zwischen BMW und Mercedes könnte einen neuen Meilenstein in der deutschen Autoindustrie bedeuten.
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Mercedes hat vor allem ein Problem: Für Plug-in-Hybride fehlen moderne Verbrenner-Komponenten. Zwar bezieht Stuttgart seit Kurzem Vierzylinder vom chinesischen Geely-Konzern, doch die Motoren aus China gelten in den USA als politisch riskant – man begibt sich damit wieder in eine gewisse Abhängigkeit. Außerdem reiche die Kapazität nicht. Källenius, einst Verfechter eines schnellen Verbrenner-Ausstiegs, gibt sich nun technologieoffen und lässt verlauten, man brauche die besten Motoren, wenn man die besten Autos bauen wolle. Und die kommen offenbar ausgerechnet aus München.
Steyr könnte zum Dreh- und Angelpunkt werden
BMW hat im österreichischen Werk Steyr angeblich freie Kapazitäten – und den festen Glauben an den Verbrenner sowieso nie aufgegeben. Für die Bayern wäre der Pakt laut "Manager Magazin" ein doppelter Gewinn: Auslastung der Produktion und Einnahmen im dreistelligen Millionenbereich. Und der Push fürs eigene Image? Könnte kaum besser sein, wenn selbst neue Mercedes-Modelle mit BMW-Motoren vorfahren.
Mehr als nur Motoren?
Bleibt es bei den geplanten Vierzylindern? Nicht unbedingt. Insider berichten, dass langfristig auch eine gemeinsame Getriebeproduktion oder sogar komplette Antriebe denkbar wären. Diskutiert wird sogar ein Joint Venture in den USA – mit zwei Fertigungslinien oder geteilten Kapazitäten.
Noch kein grünes Licht
Ein offizielles Statement seitens BMW und Mercedes gibt es noch nicht. Auf AUTO BILD-Anfrage wollte sich Mercedes nicht zu den Gerüchten äußern. Doch die nächsten acht Wochen sind über Sieg und Erfolg entscheidend: Stimmen Vorstand und Aufsichtsrat zu, könnte ein neues Kapitel in der deutschen Automobilgeschichte beginnen. Dann würde es ganz offiziell heißen: "Mercedes unter der Haube powered by BMW."
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