Es war die Nacht der deutschen Motorsport-Champions: Schon seit 2002 kürt AUTO BILD die besten Rennfahrer, Teams und Autos des Jahres. In diesem Jahr wurden die Awards in Kooperation mit SPORT BILD bei Axel Springer in Berlin verliehen.
Als deutscher Rennfahrer des Jahres wurde Formel-E-Champion Pascal Wehrlein (30) geehrt. Der Porsche-Star ist der erste deutsche Automobilsport-Weltmeister seit Nico Rosberg 2016 in der Formel 1. „Allgemein waren die letzten zwei Jahre für mich besonders“, sagte der Porsche-Star. „Ich bin Papa geworden. Gefühlt hat es mich schneller gemacht, weil ich mich auf meine Familie und das Rennfahrerleben konzentriere und da alles gebe, der bestmögliche Papa und Rennfahrer zu sein..“

Haug ehrt Pascal Wehrlein

Norbert Haug und Formel-E-Weltmeister Pascal Wehrlein.
Bild: Niels Starnick

Den Pokal hat Norbert Haug übergeben. „Pascal ist ein wirklich großer, großer Rennfahrer“, betonte der ehemalige Mercedes-Sportchef, der Wehrlein als Mercedes-Junior in die DTM befördert hat. „Ich habe mit großer Freude gesehen, wie er in den letzten Jahren Rückschläge weggesteckt hat und sich weiterentwickelt hat. Formel E ist ein hochkomplexer Motorsport. Und da im Meisterschaftskampf zu liefern und kühlen Kopf zu bewahren, verdient Respekt.“
Formel-E-Chef Florian Modlinger, AvD Präsident Lutz Leif Linden und Formel-E-Weltmeister Pascal Wehrlein.
Bild: Niels Starnick
Auch den Award für den Rennwagen des Jahres haben Wehrlein und sein Porsche-Formel-E-Chef Florian Modlinger entgegen genommen: Für seine Erfolge in der US-Sportwagenmeisterschaft IMSA (alle Titel!) und die Fahrerweltmeisterschaft in der Sportwagen-WM wurde der Porsche 963 ausgezeichnet, den zuletzt auch Wehrlein testen durfte. „Vom Fahrgefühl her hat es sich sehr an die alte DTM erinnert“, so der Deutsche. „Deshalb pushe ich meine Chefs und sage: Naja, die DTM damals war bei mir nicht so schlecht, vielleicht ergibt sich was in Zukunft, schauen wir mal!“ Zur Erinnerung: Wehrlein wurde 2015 jüngster DTM-Champion der Geschichte.
DTM-Champion Mirko Bortolotti und AUTO BILD Motorsport Expertin Bianca Garloff.
Bild: Niels Starnick
Den Goldenen Rennfahrerschuh für den aktuellen Titel in Deutschlands wichtigster Rennserie nahm Lamborghini-Werksfahrer Mirko Bortolotti (I/34) entgegen. „Dieser Schuh war natürlich das Hauptziel dieses Jahr“, scherzte Bortolotti. „Wir wissen alle, was die DTM bedeutet. Da steckt viel Arbeit hinter, viel Hunger auf den Erfolg. Jedes Detail muss passen, um den Titel zu holen. Das haben wir geschafft, deshalb bin ich sehr stolz.“
B&M Geschäftsführer Stefan Müller und Paravan-Gründer Roland Arnold.
Bild: Niels Starnick
Der Preis für die „Story des Jahres“ ging an Roland Arnold. Der Paravan-Gründer hat in seinem Buch „Genial Gezündet“ aufgeschrieben, wie er auch mithilfe des Motorsports eine Lenkung ohne Lenkstange entwickelt und so behindertengerechte Autos ermöglicht hat.
„Motorsport ist ein Beschleuniger für Technologie“, sagte er. „Ihm, haben wir es zu verdanken, dass wir behinderten Menschen es ermöglichen können, am normalen Leben teilzunehmen.“
Geschäftsführer des Nationalen Auto Museums Florian Urbitsch und Tobias Reichle mit AUTO BILD Chefredakteur Robin Hornig
Bild: Niels Starnick
Den Heritage Award für klassische Rennwagen ging an das Nationale Automuseum „The Loh Collection“. Geschäftsführer Florian Urbitsch: „Jedes Auto in der Sammlung hat eine ganz besondere Geschichte. Ein Beispiel: Der erfolgreichste Formel-1-Ferrari, Michael Schumachers WM-Ferrari von 2004, steht bei uns in Dietzhölztal und nicht irgendwo anders.“

Ex-Mercedes-Rennleiter Jochen Neerpasch bekommt Lebenswerk-Preis

Höhepunkt des Abends war der Preis fürs Lebenswerk. Der Goldene Schuh ging dieses Mal an den ehemaligen Mercedes-Rennleiter Jochen Neerpasch (85), der Ende der 80er Jahre das Mercedes-Juniorteam gegründet und so Michael Schumacher, Heinz-Harald Frentzen und Karl Wendlinger in die Formel 1 gebracht hat.
Karl Wendlinger übergibt den Lebenswerk-Preis an Jochen Neerpasch.
Bild: Niels Starnick
Wendlinger hielt diesmal die Laudatio: „Der Einstieg von Mercedes in die Formel 1, die Erfolge von Michael Schumacher, die eine Motorsport-Euphorie nicht nur in Deutschland ausgelöst haben, wären ohne den Visionär Jochen Neerpasch kaum möglich gewesen wären.“
Der gab das Kompliment postwendend zurück: „Die drei haben sich gut ergänzt, aber Karl war der ruhende Pol und wenn der Unfall nicht gewesen wäre, es wäre auch für ihn eine Weltmeisterschaft drin gewesen.“
Eine schöne Erkenntnis in der Nacht der Champions…