Überraschende Scheidung in der deutschen Motorsport-Szene: Ex-Formel-1-Star Timo Glock und BMW gehen in Zukunft getrennte Wege. Das hat Glock heute in den sozialen Medien bekannt gegeben. „Jedes Ende ist ein neuer Anfang“, schreibt der Odenwälder. „Ich danke BMW Motorsport für die zehn Jahre, die wir gemeinsam auf den besten Rennstrecken der Welt verbracht haben. Ich habe diese intensive Zeit in der DTM mit den wunderbaren Class-1-Autos und großartigen Siegen und Podestplätzen wirklich genossen.“
Glock war 2013 aus der Formel 1 zu BMW in die DTM gewechselt und holte dort fünf Siege. In diesem Jahr fuhr der Hesse bereits auf dem BMW-Abstellgleis in der italienischen GT-Meisterschaft für Roberto Ravaglias Ceccato-Team.
Trotzdem zeigt er sich auch dort weiter motiviert: „Ich werde mein letztes Rennen in Mugello mit Ceccato Racing und der Legende Roberto Ravaglia genießen“, sagt der ehemalige Toyota-Star. „Ein spezieller Dank gilt Jens Marquardt (Ex-BMW-Motorsport-Direktor; d. Red.), der auf diesem Weg die Schlüsselperson war.“
Nach zehn gemeinsamen Jahren gehen Timo Glock und BMW Motorsport in Zukunft getrennte Wege.

Glock schreibt auch über die Höhepunkte seiner zehnjährigen Karriere als BMW-Werkspilot. Nummer eins, so der Deutsche: „Eines der Highlights war mit Sicherheit das 24-Stunden-Rennen in Spa-Francorchamps mit Alex Zanardi. Und ich denke, jeder erinnert sich an den legendären Kampf gegen Gary Paffett am Hockenheimring im Jahr 2018. Jeder, der das gesehen hat, weiß, dass ich immer noch für diesen Sport brenne – und das immer tun werde.“
Das klingt, als wäre Glock gerne weiter für BMW gefahren. Doch dort legt man auf seine Dienste offenbar keinen Wert mehr. „Leider endet unsere Zusammenarbeit zum Ende der Saison“, reagiert BMW-Motorsportleiter Andreas Roos auf Glocks Offensive in den sozialen Medien mit einem verbalen Tiefschlag: „Wir haben sehr viele Werksfahrer im Kader und müssen Schwerpunkte setzen. Wir wünschen Timo für das nächste Kapitel seiner Karriere alles Gute!“
In Zukunft konzentriert man sich neben René Rast, den BMW erst kürzlich u.a. für das LMDh-Projekt (Le Mans) verpflichtet hat, auf die DTM-Piloten Sheldon van der Linde, Marco Wittmann und Philipp Eng sowie Nick Yelloly, Augusto Farfus, Connor de Philippi und die drei Junioren Dan Harper, Max Hesse und Neil Verhagen.
Mit Timo Glock verzichten die Bayern auf einen Sympathieträger mit hoher Reichweite und ein Aushängeschild der Marke. Seine Karriere beenden will er nach unseren Informationen allerdings nicht. Bei Porsche, Mercedes, Audi oder Co. dürfte der 40-Jährige eine neue Heimat finden.

Von

Bianca Garloff