Spektakuläre Motorsport-Unfälle

NASCAR: 60 Jahre Richard Petty

Der Schumi des NASCAR-Sports

Am Wochenende wird das legendäre NASCAR-Rennen Daytona 500 zum 60. Mal ausgetragen. Und der König der NASCAR ist als Teambesitzer nach wie vor dabei.
Das legendärste NASCAR-Rennen der Welt wird am Wochenende 60 Jahre alt: die Daytona 500. Tausende verschrottete Autos, diverse Tragödien, viele Helden. Und einer ist seit 60 Jahren dabei: „The King“ Richard Petty, der Michael Schumacher der NASCAR. Mit sieben Titeln und 200 Rennsiegen ist Petty der erfolgreichste Pilot in der Stockcar-Meisterschaft. Heute ist er Teamchef seines eigenen Rennstalls.
Richard Petty ist nicht nur einer der besten NASCAR-Piloten, er ist auch eine äußerst populäre Figur. Er bleibt solange bei Autogrammstunden sitzen, bis auch der letzte Fan seine heiß ersehnte Petty-Unterschrift hat. Er genießt das Bad in der Menge. Und er tritt stets mit Cowboy-Hut und Schnauzbart auf – wie im Wilden Westen.
Auch die Geschichte der NASCAR liest sich wie eine Story aus dem wilden Westen. Die Alkoholsteuern in der Zeit der Prohibition trieben die Schnaps-Preise in die Höhe – und viele Farmer in die illegale Schnapsbrennerei. Beim Transport der Ware lieferten sich die Schmuggler mit getunten Autos wilde Verfolgungsjagden mit der Polizei. Doch das genügte den Fahrern nicht mehr. Sie wollten sich auch gegeneinander messen, veranstalteten erste Rennen, wo gerangelt und gekämpft wurde. Die NASCAR war geboren.

Darrell Wallace jr. wird der neue Pilot bei Petty Motorsport

Einer ihrer ersten Helden: Lee Petty, Vater von Richard Petty. Er war 1948 beim ersten von der NASCAR geregelten Rennen dabei. Er gewann 1959 die ersten Daytona 500 in der Geschichte. Ein Rennen, das Sohnemann Richard Petty auf Rang 57 beendete. Allein: Die Familie Petty schwor stets Stein und Bein, dass sie mit dem illegalen Alkoholhandel nie etwas am Hut hatte.
Trotzdem verkörperte Richard Petty den typischen NASCAR-Fahrer. Der Mann aus North Carolina ist tief republikanisch, stellte sich 1996 sogar zur Wahl zum Secretary of State von North Carolina. Er unterlag, weil er kurz davor im Straßenverkehr negativ aufgefallen ist (er hatte ein Fahrzeug gerammt). Das war keine gute Werbung für den NASCAR-Star.

Eigener Vater verhindert ersten Sieg

Seine aktive Fahrerkarriere war da schon vier Jahre vorbei. Seine Abschiedssaison 1992 – eine unglaubliche, bis heute unerreichte Abschiedstournee wie von einem Popstar. Termine, Auftritte, Reden. Da interessierten die dürftigen Leistungen auf der Strecke längst nicht mehr. Aus seinen erfolglosen letzten Jahren machte der damals 55-Jährige keinen Hehl: „Ich fahre nicht mehr für Ruhm oder Ehre. Sondern nur noch, weil ich einfach Bock dazu habe.“
Sein ruhmreichster Sieg war sein letzter – 1984 in Daytona. Es war der amerikanische Nationalfeiertag. Sogar Präsident Ronald Reagan besuchte das NASCAR-Rennen. Und Petty siegte. „Das ist die Krönung meiner Karriere“, wusste er schon damals.
Diese umfasste 1184 NASCAR-Rennen. In Lakewood 1959 hätte er sein erstes Rennen gewonnen. Doch Vater Lee, ein echter Patriarch, wollte sich mit dieser Niederlage nicht zufriedengeben. Er drehte prompt eine weitere Runde und bezichtigte die Rennleitung hinterher, die Anzahl der Runden falsch gezählt zu haben. Die Kommissare knickten ein. Lee Petty wurde zum Sieger erklärt. Heute, im Computer-Zeitalter, unvorstellbar.
Neben Vater Lee fuhren auch Richard Pettys Sohn Kyle Petty sowie sein Enkel Adam Petty in der NASCAR. Kyle war nie wirklich erfolgreich, gewann nur acht Rennen. Adam Petty, der erste NASCAR-Pilot aus der vierten Generation einer Familie, galt als talentiert, verunglückte im Training zum Rennen in New Hampshire 2000 aber tödlich.
Heute ist der mittlerweile 80-jährige Petty Teamchef. Seinen Chevrolet fährt Darrell Wallace jr. Er will als erster Dunkelhäutiger durchschlagenden Erfolg haben. Mit ihm könnte Richard Petty also noch einmal Geschichte schreiben.

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Picture-alliance

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