Zur Jahrtausendwende 1999 grassierte die Sorge vor dem Millennium-Bug: Würden alle datumsbasierten IT-Systeme mit der neuen Jahreszahl klarkommen? Am 6. April 2019 steht eine ähnliche Zeitenwende an! Sie betrifft GPS-basierte Navigationssysteme, die meist auf Wochenzählung setzen. Denn am 7. April wird die Zehn-Bit-Wochenzählung von 1024 nach knapp 20 Jahren auf null zurückgestellt. Die sogenannte "GPS-Wochenzählung" kann besonders für alte Navis zum Problem werden, es drohen sogar Totalausfälle. Hintergrund: Durch den Wochenwechsel könnten ältere Systeme das Datum nicht mehr richtig berechnen. So kann es zu Fehlern bei der Positionsabstimmung kommen, berichtet das US-Magazin "The Register" – alte Navis könnten die Position nicht mehr anzeigen.  

GPS-Wochenzählung begann 1980

Es handelt sich bereits um den zweiten Wochenwechsel seit dem Start von GPS im Januar 1980. Damals begann die 1024er-Wochenzählung, die letzte Umstellung erfolgte im August 1999. Der Zeitsprung könnte auch für Rechenzentren, die ihre Synchronisation via GPS-Zeit realisieren, zum Problem werden. Sogar Flugzeuge könnten betroffen sein: Auf der RSA Sicherheitskonferenz in San Francisco betonte vor Kurzem ein Experte, dass er am 6. April 2019 auf keinen Fall in ein Flugzeug steigen würde.

GPS-Chaos: alte Navis ohne Update in Gefahr

Das US-Heimatschutz-Ministerium rät Besitzern von GPS-Ortungsgeräten (also auch Navis), ihre Abhängigkeit von der Zeitübermittlung zu überprüfen. Auf GPS-Geräten sollte die aktuelle Firmware installiert sein. Zudem sollte man sich beim Hersteller versichern, dass der Wochenwechsel unproblematisch ist. Laut US-Regierung könnten Störungen vor allem bei zehn bis 15 Jahre alten Geräten auftreten, die seit dem Kauf kein Firmware-Update erhalten haben. Geräte, die nach dem Jahr 2010 auf dem Markt gekommen sind, sollten keine Probleme mit der Umstellung haben.

Von

Julian Rabe