Die dicksten Schnäppchen ergattert man im Internet – das gilt inzwischen auch beim Neuwagenkauf. Neuwagenvermittler bieten auf Ihren Websites Neuwagen mit zum Teil sehr hohen Rabatten an. So ermittelte AUTO BILD für den Golf GTI im September 2016 einen Nachlass von 27,65 Prozent. Statt des Listenpreises von 29.625 Euro kostete der 220-PS-GTI nur 21.434,50 Euro. Die Autohändler vor Ort können bei solch deftigen Abschlägen in der Regel nicht mithalten. Vermittler wie meinauto.de, netcar.de, auto24team.de, apl.de und autohaus24.de* haben nämlich einen entschiedenen Vorteil: Im Gegensatz zum Privatkunden, der maximal die Angebote von zwei bis drei Autohändlern in seiner Umgebung vergleichen kann, haben die Neuwagenvermittler direkten Zugriff auf die Angebote von mehreren tausend Händlern deutschlandweit. Durch diese umfassende Vernetzung wissen die Vermittler, wo es gerade die besten Angebote für ein bestimmtes Auto gibt. Denn je nach Marke, Modell und Ausstattung rufen verschiedene Händler unterschiedliche Preise für ein Fahrzeug auf.

So kommen die hohen Rabatte zustande

Auf den Autohändlern lastet zum Teil ein sehr hoher Druck, Neuwagen abzusetzen. Neben den individuellen Verkaufszielen der Händler gilt nämlich auch folgende Regel: Mit zunehmendem Absatz steigen die Rabatte, die die Hersteller den Autohändlern gewähren. Sinkt der Absatz, werden die Autos für die Händler teurer und die Margen sinken. So können sich mittelfristig auch regelrechte Dumpingpreise für die Händler lohnen, an denen sie unmittelbar fast nichts mehr verdienen. Auch regionale Faktoren haben Einfluss auf die Neuwagenpreise der Händler. So ist die Nachfrage nach neuen Autos in wirtschaftlich schwachen Gegenden gering und der Druck auf die ansässigen Händlern entsprechend höher. Sie drücken Ihre Autos mit durchschnittlich höheren Rabatten in den Markt, um den Absatz anzukurbeln. Und nach wie vor lassen sich extrem hohe Rabatte bei Auslaufmodellen erzielen. Zwar erfolgt die Einführung der Nachfolger-Modelle bundesweit zum einheitlichen Termin. Trotzdem können die Nachlässe, die auf die auslaufenden Modelle gewährt werden, von Händler zu Händler sehr unterschiedlich sein.

Abgrenzung zu EU- oder Re-Importen

Übrigens handelt es sich bei dem Fahrzeugangebot der Neuwagenvermittler nicht um sogenannte EU-Importe oder Re-Importe, also um Fahrzeuge die ursprünglich nicht für den deutschen Markt vorgesehen waren. Das ist wichtig zu wissen, da bei Re- oder EU-Importen ein zusätzlicher Aufwand für die Zulassung des Autos in Deutschland anfallen kann. Dazu kann es selbst im EU-Ausland zu gravierenden unterschieden bei der Fahrzeugausstattung kommen. Auch die Konfiguration der Fahrzeugausstattung kann oft nicht so detailliert vorgenommen werden. Neuwagen hingegen, die über einen Neuwagenvermittler bestellt werden, lassen sich exakt so wie beim Händler konfigurieren. Auch der Kaufvertrag wird stets mit einem in Deutschland ansässigen Händler abgeschlossen, womit keine Besonderheiten hinsichtlich der Garantie zu beachten sind.
Kosten für die Vermittlung eines Neuwagens fallen für den Neuwagenkäufer nicht an. Der Verdienst der Vermittler beschränkt sich auf eine Provision von ein bis zwei Prozent des Fahrzeugpreises, die der Autohändler an den Vermittler bei Vertragsabschluss zahlt. Um seine Provision geltend zu machen, benötigt der Vermittler lediglich ein vom Kunden unterschriebenes Dokument, den sogenannten Vermittlervertrag.

Finanzierung und Leasing möglich

Finanzdienstleistungen wie Leasing oder die Finanzierung eines Neuwagens bleiben den Kunden der Neuwagenvermittler übrigens nicht verwehrt. Einige Vermitller verfügen auf ihren Websites über zusätzliche Konfiguratoren zur Erstellung individueller Leasingangebote. Bei der Finanzierung beschränkt sich das Angebot nicht nur auf die Hausbank des Fahrzeugherstellers. Vermittler wie autohaus24.de sortieren anhand von Vergleichs-Tools Angebote verschiedener Banken zur gewünschten Kreditsumme nach dem günstigsten Zinssatz.

Unübersichtliche Rabattgestaltung

Ratgeber Geld - Klick für Klick zum Neuwagen
Nicht alle Neuwagenvermittler gestalten Ihre Angebote übersichtlich. Teilweise wird mit dem (theoretisch) höchstmöglichen Rabatt gelockt.
Einige Neuwagenvermittler bieten auch zusätzliche Rabatte an – so etwa für Menschen mit Behinderungen oder für Führerscheinneulinge. Auch gibt es sogenannte Eroberungsprämien. Sie zielen auf Kunden ab, die bereit sind, mit ihrem Kauf die bisherige Automarke zu wechseln. Dazu können weitere Vergünstigungen bei der Buchung bestimmter Servicepakete oder Ausstattungslinien kommen. Klingt erst einmal alles gut, doch bei einigen Neuwagenvermittlern sorgt das reichhaltige Angebot unterschiedlichster Rabatte für Verwirrung.
Beinahe schon unseriös wirkt es, wenn Vermittler mit besonders hohen Lock-Rabatten arbeiten. So wirbt meinauto.de bei einer Stichprobe von AUTO BILD etwa mit einem Maximalrabatt von rund 35 Prozent auf den Golf VII. Der durchgestrichene Listenpreis von 17.850 Euro suggeriert, dass dieser Rabatt auch für den Golf in Basisausführung erhältlich ist. Der Preis für den Golf begänne dann bei weniger als 12.000 Euro. Erst beim Lesen des Kleingedruckten und auf Anfrage bei meinauto.de wird klar: Die angegebene Maximalrabatte hängen von zahlreichen Kriterien ab (z.B. nur Fahrzeuge für Gewerbe; nur in Verbindung mit bestimmten Ausstattungsmerkmalen) – im Falle des Golfs ist der angegebene Maximalrabatt für das Basismodell überhaupt nicht erreichbar.

Vor dem Kauf ausführlich vergleichen

Autohändler Symbol
Neben der Recherche bei Neuwagenvermittlern sollte der Weg auch zu einem herkömmlichen Händler führen. Wer umfassend vergleicht, spart am meisten.
Interessierte sollten sich von solchen Lockangeboten nicht verführen lassen. Stattdessen gilt es, sich vor dem Kauf ausreichend Zeit zu nehmen, um die unterschiedlichen Angebote ausführlich miteinander zu vergleichen. Vorab sollte das Wunschfahrzeug auf der Herstellerseite konfiguriert werden. Der dort ausgewiesene Preis ist die Referenz für alle weiteren Angebote. Der Blick in unsere Tabelle offenbart, dass die meisten Angebote der Neuwagenvermittler auf ähnlichem Niveau liegen. Einige Vermittler fordern die Kunden sogar dazu auf, Konkurrenzangebote vorzulegen. Dann wird abgewägt, ob das jeweilige Angebot noch unterboten werden kann. Tipp: Neben dem Preisvergleich auf den Internetportalen der Neuwagenvermittler kann sich immer noch der Gang ins nächste Autohaus lohnen. Insbesondere, wenn bereits eine Kundenbeziehung besteht – jeder Händler wird versuchen, diese aufrecht zu erhalten. Die Differenz zum günstigeren Angebot im Internet versucht der Händler eventuell mit kostenlosen Inspektionen zu kompensieren.

Größter Vorteil ist die Ersparnis

Pärchen unterschreibt Kaufvertrag
Viele Neuwagenkäufer vertrauen auf das Autohaus und damit den direkten Kontakt zum Verkäufer. Die höchsten Rabatte finden sich allerdings im Internet.
Fazit: Kaufen im Internet – das klingt zwar leicht und unkompliziert. Doch in Wahrheit bleibt den Käufern das Vergleichen nicht erspart. Und bei einigen Vermittlern können die unterschiedlichsten Rabattangebote verwirrend wirken. Allerdings erreichen Käufer über die Service-Hotline der Vermittler einen Ansprechpartner, der offene Fragen klärt und beim Bedienen der Konfigurations-Tools berät. Der größte Vorteil bleibt die Ersparnis. Der ADAC ermittelte 2013 eine durchschnittliche Ersparnis von etwa fünf Prozent im Vergleich zum Neuwagenkauf beim Autohändler. Beim Kauf eines gut ausgestatteten Mittelklasse-SUVs entspricht das in etwa den Steuer- und Versicherungskosten für 24 Monate.*Hinweis der Redaktion: autohaus24.de ist ein Kooperationspartner von AUTO BILD.