Niki Lauda über die Formel 1
Mercedes clever, Glock mutig

Mercedes kauft BrawnGP, Glock unterschreibt bei Manor GP. Drei Wochen nach Saisonende purzeln die Entscheidungen in der Formel 1. Ex-Weltmeister Niki Lauda analysiert für ABMS.de, wer alles richtig und wer viel falsch gemacht hat.
Ex-Toyota-Pilot Timo Glock (27) wechselt in der kommenden Saison zu Manor GP. Das ehemalige Formel-3-Team mit Sitz im britischen Sheffield ist eines von vier Neulingen in der Formel-1-Saison 2010. Das Auto gibt es bislang nur im Computer und soll bis zur Präsentation im Januar 2010 keine Minute im Windkanal verbracht haben. Für den dreimaligen Formel-1-Weltmeister Niki Lauda steht hinter Glocks Entscheidung deshalb ein großes Fragezeichen: "Niemand kann wirklich beurteilen, was die neuen Teams nächstes Jahr leisten können", sagt der RTL-Experte zu autobildmotorsport.de. "Ich habe deshalb keine Ahnung, warum Glock nicht seine Möglichkeiten bei Renault oder dem Sauber-Nachfolgeteam Quadbak genutzt hat!" Nach Informationen von AUTO BILD MOTORSPORT stand Glock ganz oben auf der Wunschliste von Renault. Auch Sauber war interessiert. Lauda: "Vielleicht hat Glock ja einfach keine andere Möglichkeit gehabt. Renault will sich zu seiner Formel-1-Zukunft derzeit nicht äußern, Sauber hofft anscheinend auf Heidfeld. Vielleicht war ihm das alles zu unsicher und er hat Angst bekommen, am Ende ganz ohne Cockpit dazustehen." Die Schlussfolgerung des Österreichers: "Ich kann mir nur vorstellen, dass Manor GP seine letzte Chance war. Sonst war die Unterschrift ein Fehler." Glock selbst räumt ein: "Der Schritt wirkt vielleicht mutig. Es sprechen aber sehr viele Argumente für das Team. Für mich als Fahrer war es zum Beispiel wichtig, dass man mir zugesichert hat, dass ich die Entwicklungsrichtung klar mitbestimmen kann." Sein Manager Hansbernd Kamps betont: "Ich finde es klasse, dass sich Timo dieser Herausforderung stellt. Wir ziehen nun das typische Glock-Ding durch: kämpfen, arbeiten, entwickeln, kommunizieren und kräftig Gas geben!" Niki Lauda prophezeit dennoch: "Glock steht vor einer schwierigen Saison und einem Neustart seiner Karriere. Wenn er trotzdem Erfolg hat, hat er seine Klasse bewiesen."
"Mercedes hat die absolut richtige Entscheidung getroffen"

Bild: xpb.cc
Heidfeld oder di Resta könnten Button bei BrawnGP ersetzen

Bild: xpb.cc
Räikkönen 2010 auf Schotter
Wie ABMS erfuhr, ist Ex-Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen dagegen sowohl bei McLaren als auch bei Brawn kein Thema mehr. "Der will sein Leben erst einmal genießen und Rallye fahren", verrät ein Räikkönen-Insider. Außerdem kann er nur so bei Ferrari groß abkassieren und eine Abfindung im hohen zweistelligen Millionenbereich einstreichen. Ein Jahr Pause gilt deshalb als wahrscheinlich. Danach liebäugelt der Finne mit einer Formel-1-Rückkehr bei Red Bull als Teamkollege von Sebastian Vettel.
Service-Links
