Vorstellung Nio ES6

Nio ES6 (2019): Test

Nio bringt neues Elektro-SUV

Kaum hat Nio das Elektro-SUV ES8 erfolgreich auf die Straße gebracht, schieben die Chinesen mit dem ES6 den kleinen Bruder nach. AUTO BILD saß schon drin.
Klotzen statt kleckern: Beim Nio Day 2017 sorgte die Pop-Band Imagine Dragons für Stimmung, in diesem Jahr heizte Mega-Star Bruno Mars in Shanghai den Fans der Automarke ein. Doch der Hawaiianer spielte im Oriental Sports Center nur die zweite Geige. Der Star des Abends war der Nio ES6, mit einer Länge von 4,85 Metern der kleine Bruder des Nio ES8.

Der ES6 soll bis zu 510 Kilometer weit kommen

Langstreckentauglich: Mit dem 84-kWh-Stromspeicher an Bord soll die Reichweite des ES6 bei 510 km liegen.

Im Vergleich zum ES8 hat der ES6 mit dem kleineren Kühlergrill und den klareren Linien das gefälligere Design. Technisch rüstet Nio mit dem ES6 auf: Das SUV ist sowohl mit einem 70 kWh-Energiespeicher als auch mit einer neuen größeren 84 kWh-Batterie erhältlich. Das ergibt eine Reichweite von bis zu 510 Kilometern. Die Akkus mit der höheren Energiedichte sollen auch bald für den ES8 erhältlich sein. Wie der große Bruder, verfügt auch der ES6 mit seinen beiden Elektromotoren an Vorder- und Hinterachse über einen permanenten Allradantrieb. Der ES6 ist aber in zwei Leistungsstufen erhältlich: mit 320 kW (435 PS) oder 400 kW (544 PS) Systemleistung.

Die Fahrleistungen liegen auf Sportwagen-Niveau

Längsdynamisch top: Das 544 PS starke ES6-Topmodell geht in schlanken 4,7 Sekunden auf 100 km/h.

In der Top-Version soll der ES6 den Standardsprint von null auf 100 km/h in 4,7 Sekunden schaffen, ist bis zu 200 km/h schnell und steht aus 100 km/h dank Brembo-Bremsen samt I-Booster nach 33,9 Metern. Die Karosserie besteht aus einer Aluminium-Carbon-Hybridkonstruktion, soll extrem steif sein und so mit der optional erhältlichen Luftfederung für Komfort sorgen. Mit insgesamt 23 Sensoren und Kameras, darunter eine Trifokalkamera, die die Straße vor dem Fahrzeug überwacht, sowie eine weitere, die die restliche Umgebung im Blick hat, sollen 20 Assistenzsysteme zu realisieren sein, die aber noch nicht alle beim Modellstart im Juni 2019 zur Verfügung stehen werden. Unter anderem werden neben autonomen Fahrfunktionen auch ein Auto-Parkassistent und eine Überwachung des kreuzenden Verkehrs (vorne und hinten) die Arbeit des ES6-Piloten vereinfachen. 
Dank des Radstands von 2,90 Metern kommen auch im ES6, den Nio als "Intelligentes Langstrecken-SUV" bezeichnet, keine klaustrophobischen Zustände auf, wie eine erste Sitzprobe zeigt. Auch der Kofferraum ist mit einem Fassungsvermögen von 672 bis zu 1433 Litern groß genug.

Bei der Innenraumqualität hat der Nio noch Luft nach oben

Da geht noch was: Materialien und Verarbeitung im Cockpit genügen noch nicht europäischen Standards.

Das Cockpit ist mit dem des ES8 identisch, auch die putzige Assistentin "Nomi", die auf Sprachbefehl zum Beispiel die Fenster öffnet oder mit der Innenraum-Kamera Selfies von den Passagieren schießt, ist im ES6 natürlich mit an Bord. Fünf verschiedene Duftnoten, die wie ein Parfum zerstäubt werden, sorgen für eine angenehme Atmosphäre, die alle Sinne ansprechen soll. Das Interieur mit Lederbezügen und Sportsitzen macht einen vernünftigen Eindruck, aber die Anmutung und die Verarbeitung entsprechen noch nicht dem europäischen Standard. Müssen Sie auch nicht, da das Auto zunächst nur für China vorgesehen ist. Der Preis für das neue SUV beträgt mindestens 358.000 Yuan, das sind umgerechnet rund 45.800 Euro.

Autor: Wolfgang Gomoll

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