Nissan Murano: Gebrauchtwagentest
Guter Wagen, fairer Preis

Kaum 10.000 Euro für den eleganten SUV Nissan Murano – das klingt fabelhaft, hält aber der Realität (noch) nicht Stand. Der Gebrauchtwagen-Checker findet ersatzweise ein seriöses Angebot, das insgesamt noch attraktiver ist.
- Wolfgang Blaube
Ein Nissan Murano für 9950 Euro ... gibt's doch nicht. Gibt's doch? Tatsächlich – zumindest in der Internetanzeige. Bis auf das sehr umfangreiche 2008er-Facelift, das nicht unbedingt ästhetischer geriet, ist das Modell noch immer hochmodern, sein Listenpreis liegt bei knapp 50.000 Euro. Und dieser hier (Baujahr '03, 83.000 Kilometer) soll bloß vierstellig kosten. Ein Superangebot. Doch schon die Betrachtung der Fotos weckt Misstrauen: Hier wurden welche von zwei Murano vermischt. Und mindestens einer davon stammt, wie die Kritzelei auf der Heckscheibe eindeutig belegt, von einer riesigen US-Gebrauchtwagenauktion.
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Bild: Wolfgang Blaube
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Okay, ist denn eine Probefahrt möglich? Nein, das Fahrzeugscheinheft ist vollgeschrieben. Und bis ein neues blanko vorläge, höre ich nach drei weiteren Bohrungen, können zwei Wochen vergehen, doch dann sei der Murano bestimmt schon weg ... Weißt du was, Meister, denke ich genervt, dann bin ich mal weg. Weg von solch einem Widerling, dem Kunden einfach nur lästig zu sein scheinen. Und dessen Offerten zumindest als fragwürdig gelten dürften. Okay, Neustart. Mit diesem hier: Nissan Murano, 90.600 km gelaufen, 15.990 Euro. Das ist deutlich teurer, aber noch immer günstig. Dafür steckt hinter dieser Annonce ein seriöses Angebot, wie ich beim Ortstermin beruhigt feststelle. Er findet bei einem Nissan-Vertragshändler statt.
Keine Wehwehchen
Bei dem übrigens, der diesen Ersthand-Murano im Juni 2005 neu verkaufte und seitdem stets wartete. Rote Nummern sind bereits dran, der nette Verkäufer wünscht gute Fahrt. Die ich habe. Denn an diesem überaus gepflegten Auto stimmt alles. Auch der einzige potenzielle Schwachpunkt der ansonsten als sehr unproblematisch geltenden Modellreihe: die CVT-Gliederkettenautomatik. Die zeigt sich gerade im Gelände- und Anhängerbetrieb als nicht besonders langlebig; der Überhitzung folgt gern ein rupfendes Schließen der Magnetpulverkupplung und der wiederum eine gesalzene Werkstattrechnung. Aber wie gesagt: Dieser silberfarbene, hängerhakenlose Vertreter weist den kritischen Befund nicht auf, wie das sanfte Anfahren zeigt.
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