Nissan Navara D40: Gebrauchtwagen-Test
Oft niedergeritten

Pick-ups haben es nicht leicht. Nach einem arbeitsreichen Leben sind sie oft verbraucht. Gilt das auch für den Nissan Navara?
Bild: Holger Schaper
- Martin Braun
Analysen von Flugzeugabstürzen zeigen oft eine fast unglaubliche Verkettung von unglücklichen Umständen, die zur Katastrophe geführt haben. Bei Schäden an Autos gibt es solche Verkettungen auch. Der von 2005 bis 2016 in einem spanischen Nissan-Werk in Barcelona gebaute Navara D40 ist ein schönes Beispiel dafür.
Die Hinterachse ist eine Risikozone des Navara

Spar-Wahn: Die minderwertige Qualität verschiedener Bauteile macht der Hinterachse oft den Garaus.
Bild: Holger Schaper
Das passiert zuweilen auch bei anderen Marken. Dramatisch beim Navara wird es deshalb, weil zahlreiche Leser berichten, dass es von Nissan nur komplette Reparatursätze inklusive komplett neuer Steckachse zu kaufen gibt, was die Instandsetzungskosten auf rund 1000 Euro pro Seite hochschnellen lässt. Im Internet gibt es zwar auch Reparatursätze ohne Steckachse. Aber die sind offenbar oft von noch schlechterer Qualität und bergen überdies ein Montagerisiko. Denn das korrekte Installieren eines Achslagers schaffen heutige Mechatroniker erfahrungsgemäß nicht immer einwandfrei.Die von den kräftigen Dieselmotoren belastete Hinterachse hat es aber auch nicht leicht beim Navara. Hellhörig werden sollte man bei Schleifgeräuschen aus diesem Bereich, die vorrangig bei Kurvenfahrt mit mittlerem Tempo auftreten. An den Bremsen liegt es meist nicht. Und warum hat der technisch eng verwandte und ebenfalls in Barcelona gebaute Pathfinder II dieses Problem nicht? Weil er eine ganz andere Hinterachskonstruktion hat mit einzeln aufgehängten Rädern statt der Starrachse wie im Navara.
Korrosionsschutzmittel wurden oft nachlässig verteilt

Unter solchen Zubehör-Kunststoffwannen lauert wegen eingedrungener Feuchtigkeit oft der Rost.
Bild: Holger Schaper
Überblick: Alles zum Nissan Navara
Immerhin: 47 Prozent wollen dem Navara treu bleiben
Trotz der zahlreichen Reparaturen und Beschwerden über Rost (22 Prozent) und Qualität (24 Prozent) verteilen die Navara-Besitzer erstaunlich gute Noten an die sichtlich um Schadensbegrenzung bemühten Nissan-Händler. Immerhin 68 Prozent empfinden die von den Vertragswerkstätten geleistete Arbeit als mindestens gut. Kosten für eine große Inspektion: im Schnitt 580 Euro. Wohl dadurch erreicht der Nissan eine erstaunliche Wiederkaufquote: 47 Prozent wollen sich als nächstes Auto den neuen Navara zulegen, der seit 2015 gebaut wird – wieder in Barcelona. Doch es gibt auch viele (34 Prozent), die der Marke enttäuscht den Rücken kehren. Die zieht es meist zum VW Amarok und zum Toyota Hilux, weil sie sich hier eine bessere Qualität erwarten.
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Fazit
Als Qualitätsauto wird der Navara D40 nicht in die Geschichte eingehen. Zu viele Mängel durch Kostendruck bei Produktion und Material trüben die Bilanz. Immerhin: Der Dieselmotor hält gut durch. Getriebe, Hinterachse und Elektrik sind neben dem Rost die großen Risikozonen des spanischen Japaners. Wer dennoch unbedingt einen will: Die Jahrgänge ab 2010 sind besser.
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