Gewöhnlich laufen unsere Gebrauchtwagentests so ab, dass wir ein Auto zeigen, das man durchaus noch kaufen könnte. Dieser Nissan Note jedoch passt nicht so ganz ins Schema. Denn er zeigt vielmehr, worauf sich Käufer einlassen, die so ein Fahrzeug vielleicht als jungen Gebrauchten kaufen und dann bis an die 200.000 Kilometer fahren wollen. Deshalb gebührt dem Autohus in Bockel auch besonderer Dank für die Leihgabe, dort steht der Newblue-­farbene Kilometerfresser für 2990 Euro zum Verkauf. Allerdings nur an Gewerbe oder Exporteure, denn Gewährleistung würde ein seriöser Händler für ihn nicht anbieten. Obwohl der Nissan ein Japaner ist, wurde er in England gebaut. Das aber garantiert keineswegs völlige Problemlosigkeit. Im AUTO BILD-TÜV-­Report beispielsweise krebst der Note je nach Alter auf den Plätzen 66 bis 75 herum. Mittelfeld, manchmal auch dahinter. Übrigens stets schlechter als sein nahezu baugleicher Vetter Renault Modus. Da tröstet es nur wenig, dass die typischen Konkurrenten wie Skoda Roomster oder Renault Kangoo noch übler abschneiden.

Lieber etwas mehr investieren und ein jüngeres Fahrzeug wählen

Nissan Note
Notwendiges Übel: Kurven umrundet der Note nur leer gelassen, beladen wird es heikel.
Auch unser Beispiel­-Nissan zeigt die typischen TÜV-­Schwächen, unübersehbar markiert er sein Revier mit Motoröl­-Tröpfchen. Die Querlenker­-Buchsen sind weichgeklopft, entsprechend schwammig auch sein Fahrverhalten. Der Auspuff röhrt, die Kupplung greift erst auf dem letzten Millimeter Pedalweg – wirtschaftlich ist dieser Note ein Totalschaden. Was im Umkehrschluss nahelegt, lieber etwas mehr auszugeben und ein jüngeres Fahrzeug mit niedrigerem Tachostand auszuwählen. Und darauf zu achten, dass auch ein ESP an Bord ist. Denn den Schleuder­ und Kippschutz besaßen bis 2010 serienmäßig nur die Topversionen – obwohl gerade der Note ihn gut gebrauchen kann.
Überblick: Alles zum Nissan Note
Das allerdings betrifft auch die meisten seiner Konkurrenten. Denen hat der Note eine gewisse Unaufgeregtheit voraus, bestehend aus viel Platz und dem Verzicht auf allzu ingeniöse Klapp­ und Verschiebetricks im Innenraum. Das bedeutet: ein niedriges Leergewicht und damit flottes Fortkommen auch mit den kleineren Motoren sowie niedriger Verbrauch. Der Nissan Note hat also durchaus auch gute Seiten. Und damit diese nicht von den schlechten verdeckt werden, sollte der Kilometerstand nicht schon sechs Stellen zeigen. Was beim AUTO BILD-Testwagen aufgefallen ist, und auf welche Mängel Käufer beim Nissan Note außerdem achten sollten, erfahren Sie in der Bildergalerie.

Bildergalerie

Gebrauchtwagen-Test Nissan Note
Gebrauchtwagen-Test Nissan Note
Gebrauchtwagen-Test Nissan Note
Kamera
Gebrauchtwagen-Test Nissan Note

Fazit

Der Nissan Note auf diesen Seiten ist gepflegt, auch drinnen sauber, hat keine Kratzer oder Beulen. Und doch ist der Mini-Van mit knapp 200.000 km völlig durch. Von einem Japaner hätte ich mehr erwartet. Zumindest keinen wirtschaftlichen Totalschaden nach neun Jahren.