Ein Ultimatum der US-Regierung an Chrysler zur Vorlage eines Sanierungsplans steht kurz davor, auszulaufen. Die Zukunft des drittgrößten US-Autobauers Chrysler steht weiterhin auf der Kippe. Unter Hochdruck werden Verhandlungen mit Gläubigern, Gewerkschaften und dem potenziellen zukünftigen Partner Fiat geführt. Zwar zeichnen sich wohl einige Fortschritte ab, doch auch die Möglichkeit, in dieser Woche noch in die Insolvenz zu gehen, besteht. Laut Aussage eines Regierungssprechers gegenüber US-Medien in Washington wird derzeit nichts ausgeschlossen. In der Nacht zum kommenden Freitag läuft für Chrysler eine letzte von US-Präsident Barack Obama gesetzte Frist ab. Bis dahin muss der ums Überleben kämpfende drittgrößte US-Hersteller einen tragfähigen Sanierungsplan vorlegen und den geplanten Einstieg von Fiat unter Dach und Fach bringen.

Bei Nichterfüllen droht die Insolvenz

Kann Chrysler das Ultimatum nicht einhalten, droht der Gang in die Insolvenz. Die wahrscheinlich letzte Chance für Chrysler besteht nun darin, gemeinsam mit der Regierung die Rettung zu versuchen. Dafür muss Chrysler Altlasten abwerfen und die Allianz mit Fiat zu Ende verhandeln. Sollte beides funktionieren, hat Obama noch einmal sechs Milliarden Dollar an Hilfen in Aussicht gestellt. Das wären mit den bereits gewährten vier Milliarden Dollar staatliche Hilfen von insgesamt zehn Milliarden US-Dollar für Chrysler. Laut dem jüngsten Sanierungsplan würde die Autogewerkschaft UAW mit 55 Prozent größter Anteilseigner bei Chrysler. Sie würde dafür im Gegenzug auf Milliardenschulden Chryslers für den Gesundheitsfonds von Betriebsrentnern verzichten. Mit den Gläubigerbanken hat der Hersteller offenbar eine notwendige vorläufige Einigung über einen Schuldenabbau erreicht. Jetzt hängt alles daran, ob auch die anderen Kreditgeber zustimmen. Dann kann eine Insolvenz womöglich vermieden werden.