Vorsicht, jetzt wird's ernst: Wenn im Cockpit plötzlich ein gelbes oder rotes Lämpchen aufflackert, ist das keine gute Nachricht. Trotzdem fahren viele Autofahrer einfach weiter und hoffen, dass der Wagen noch bis zur Werkstatt durchhält – meist keine gute Idee!
Denn manche Warnsignale dulden keinerlei Aufschub, andere erlauben zumindest noch eine vorsichtige Weiterfahrt. AUTO BILD erklärt, was die wichtigsten Symbole bedeuten – und welche wirklich kritisch sind.

Warnleuchten im Auto: Rot = Anhalten! Gelb = Bald prüfen! Grün = Alles okay!

Warnleuchten funktionieren im Prinzip wie eine Ampel. Grün heißt: alles gut. Gelb: bitte bald checken lassen. Rot: Stopp! Es droht ein Schaden.
Dieses Symbol leuchtet auf, wenn der Reifendruck zu gering ist.
Bild: Ralf Trimm / AUTO BILD
Doch Vorsicht: Nicht jedes rote Symbol meint dasselbe – und nicht jedes gelbe ist harmlos. Die Bedienungsanleitung Ihres Autos bleibt deshalb die Bibel für den Notfall, denn nicht jeder Hersteller nutzt identische Symbole.

Wenn Rot leuchtet: Jetzt zählt jede Minute

Ölkanne – Motor in Gefahr:
Leuchtet die rote Ölkanne mit Wellenlinie, ist der Ölstand kritisch niedrig. Motor abstellen, fünf Minuten warten, Öl prüfen und gegebenenfalls nachfüllen. Achtung: Erscheint die komplett rote Ölkanne ohne Wellenlinie, ist es oft schon zu spät – dann fehlt Öldruck. Weiterfahren kann den Motor ruinieren. Sofort anhalten!
Thermometer – Motor überhitzt:
Hier droht der Hitzetod! Bei nächster Gelegenheit anhalten, Motor abkühlen lassen. Erst wenn alles kalt ist, vorsichtig den Kühlmittelstand prüfen. Niemals vorher öffnen. Es besteht Verbrühungsgefahr!
Ausrufezeichen im Kreis – von harmlos bis brandgefährlich:
Ist die Handbremse angezogen, leuchtet dieses Symbol logischerweise rot. Brennt die Lampe aber trotz gelöster Bremse, kann das auf Bremsversagen hindeuten: zu wenig Bremsflüssigkeit oder total abgefahrene Beläge. Dann gilt: Auto stehen lassen und Hilfe rufen.

Wenn Gelb leuchtet: nicht ignorieren – aber kein Grund zur Panik

Motorkontrollleuchte (MKL):
Der Klassiker. Gelb bedeutet: Irgendetwas stimmt im Motor- oder Abgassystem nicht. Ursachen reichen von einer schlechten Lambdasonde über ein verrutschtes Kabel (Marderbiss!) bis hin zu Zündproblemen. Weiterfahren ist meist möglich – aber zeitnah checken lassen.
Die Farben der Kontrollleuchten richtig zu deuten, ist für Autofahrer wichtig
Bild: Ralf Trimm / AUTO BILD
ESP-Leuchte (Auto mit Schlangenlinien):
Leuchtet dauerhaft: ESP ist aus oder defekt. Dann fehlt das elektronische Sicherheitsnetz. Besser vorsichtig fahren – und Werkstatttermin buchen. Alternativ: kurz die ESP-Taste drücken – manchmal reicht das schon.
Reifen mit Ausrufezeichen:
Meist stimmt der Luftdruck nicht. Seltener ist ein Sensor defekt oder nicht korrekt kalibriert. Ein Blick ins Bordmenü oder in die Betriebsanleitung schafft Klarheit. Und wer ohne Sensoren unterwegs ist, sollte auf Warnzeichen wie schwammiges Lenkverhalten oder einseitiges Ziehen achten.

Faustregel für den Alltag

Rot = Anhalten. Motor aus. Kühlen lassen. Prüfen.
Gelb = vorsichtig weiterfahren und schnellstens in die Werkstatt.
Grün = alles gut.
Und ganz wichtig: Wenn Sie unsicher sind, lieber einmal zu früh rechts ranfahren als einmal zu spät.